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Mehr als nur Stimme – Warum Sprechen weit über Technik hinausgeht

© Steve Johnson // unsplash

Kaum zu glauben, aber die Vorlesungszeit ist schon wieder vorbei. Und wie so oft begegnen mir am Ende ähnliche Rückmeldungen: „Ich hätte nie gedacht, dass meine Stimme so viel mit Körper, Atmung und Emotionen zu tun hat – und wie sehr das meine Präsenz und mein Wohlbefinden beeinflusst.“ Viele starten mit der Erwartung, in Stimme und Kommunikation, vor allem Technik und Rhetorik zu lernen. Doch im Laufe des Seminars wird deutlich: Die Stimme ist weit mehr als ein Werkzeug – sie spiegelt unsere innere Verfassung wider und beeinflusst, wie wir sprechen, wahrgenommen werden und uns selbst fühlen.

Vielleicht habt ihr es selbst schon erlebt: An einem stressigen Tag klingt eure Stimme anders, wird angestrengt oder brüchig. Doch was passiert, wenn solche Veränderungen zur Gewohnheit werden? Kann die Stimme auf die Psyche schlagen – oder umgekehrt?

Genau darum geht es auch im Podcast „Kann die Stimme auf die Psyche schlagen“ mit der Logopädin und Sprechwissenschaftlerin Ina Kimmel. Sie gibt spannende Einblicke in ihre Arbeit mit Menschen, die ihre Stimme als Belastung empfinden, und zeigt, wie wir unsere Stimme gezielt trainieren und pflegen können.

Der Podcast ist eine Einladung, sich intensiver mit der eigenen Stimme zu beschäftigen – genau wie unsere Seminare. Wenn ihr neugierig seid, kommt im nächsten Semester vorbei und entdeckt, wie viel in eurer Stimme steckt. Wir freuen uns auf euch!

Und wer keinen Spotify Zugang hat, kann das Gespräch auch nachlesen.

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Unterwegs

Stimmtandem für Lehramtsstudierende gestartet – Erste Eindrücke

Es freut uns riesig, dass so viele Studierende das Stimmtandem-Angebot wahrnehmen und sich angemeldet haben! Insgesamt 22 Lehramtsstudierende arbeiten jetzt im individuellen Stimmtraining daran, ihre ganz persönliche Ausdruckskraft zu entfalten. Das Training ist nun in vollem Gange und der erste Eindruck zeigt: Alle sind mit Begeisterung dabei!

Angeleitet wird das Ganze von vier engagierten angehenden Sprechwissenschaftlerinnen, die mit viel Herzblut und Einsatz jede Einheit gestalten. Schon jetzt sehen wir, wie motiviert die Teilnehmenden an ihrer Stimmkraft, Ausdrucksfähigkeit und Ausdauer feilen – und natürlich an allem, was für einen starken stimmlichen Auftritt sonst noch wichtig ist.

Wir sind gespannt, wie sich die Studierenden nach den jeweils fünf intensiven Einheiten entwickeln und freuen uns darauf, die Fortschritte mitzuerleben.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

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Fundstücke Wissen

Resonanzpädagogik: Wie deine Stimme das Klassenzimmer zum Knistern bringt

© Krystle van der Salm / unsplash

Erinnerst du dich noch an meinen letzten Blogbeitrag? Ich habe dir den Artikel von Prof. Dr. Joachim Bauer zur Bedeutung der Beziehung für schulisches Lernen vorgeschlagen. Heute gibt es einen weiteren Lektüretipp von mir: Resonanzpädagogik von Hartmut Rosa.

Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt Resonanz als eine Form der Weltbeziehung, in der Subjekt und Welt in Wechselseitiger Schwingung miteinander stehen.

Und was hat das wieder mit Schule zu tun? Rosa beschreibt es so:

„Wenn es dem Lehrer gelingt, die Aufmerksamkeit seiner Schüler so zu fesseln, dass es im Klassenzimmer »knistert«, entstehen Momente des wechselseitigen geistigen Berührens und Berührtwerdens. Auch wenn es knistert, weil ein Konflikt im Klassenzimmer zu spüren ist oder weil es Meinungsverschiedenheiten gibt und sich eine spannende Diskussion entwickelt.“

Wenn du gerade lieber in der Sonne liegst oder ohnehin viel zu viel Lesestoff abarbeiten musst, kannst du dir seinen Vortrag auch einfach anschauen. Rosa spricht schnell und unterhaltsam und der Vortrag gibt viele neue Denkanstöße.

Und weißt du, dass du bereits ein Instrument besitzt, mit dem du wunderbar Resonanz herstellen kannst: deine Stimme. Du kannst mit ihr eine Atmosphäre herstellen in der sich deine Schüler:innen „berührt“ und angesprochen fühlen. Mit einer warmen und freundlichen Stimme schaffst du Vertrauen und Sicherheit. Indem du ruhig und bestimmt sprichst, kannst du zu mehr Struktur und Klarheit beitragen. Eine begeisterte und energetische Stimme fördert die Motivation und das Engagement. Und zu guter Letzt hat sie sogar eine Wirkung auf deine eigene Befindlichkeit. Dazu erfährst du mehr in unseren Präsenzseminaren.

Viel Spaß beim Lesen oder Hören!

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Wissen

Machen gute Beziehungen schlau?

© freepik

Hast du dich schon mal gefragt, warum wir uns so gut fühlen, wenn wir von anderen gesehen und wertgeschätzt werden?

Ganz einfach – in positiven Beziehungen produzieren wir unsere körpereigenen Drogen.

Wahrgenommen zu werden, soziale Unterstützung, Wertschätzung und Gemeinschaftserfahrung stimulieren nämlich die Produktion von Dopamin, Opioiden und Oxytocin – Botenstoffe, die für das Gefühl von Belohnung, Wohlbefinden und Vertrauen zuständig sind.

Der US Amerikanische Neurowissenschaftler T.R. Insel beschreibt bereits 2003 in seinem Artikel Is social attachment an addictive disorder, dass unser Gehirn auf gute zwischenmenschliche Beziehungen angewiesen ist. Dabei geht es nicht nur um ein psychologisches Bedürfnis.
Es ist viel mehr: Positive Beziehungen bilden die Grundlage für die biologische Aktivierung unserer Motivationssysteme.

Und wenn du mehr über die Bedeutung der Beziehung für schulisches Lehren und Lernen wissen möchtest, dann lies doch mal den Text von Prof. Dr. Joachim Bauer. Übrigens hat er noch einiges an guter, schulrelevanter Literatur zu bieten: z. B. Lob der Schule.

Viel Spaß beim Lesen!