Unsere Stimme ist Medium unserer Ausdrucksweise. Aber in manchen Situationen klingt sie nicht so, wie wir uns das wünschen und wir sind erschrocken, wie schrill, dünn oder piepsig sie sich anhört. Manche Menschen sind sogar grundsätzlich richtig unzufrieden mit der eigenen Stimme. Welche Gründe gibt es dafür? Wie können wir eine bessere Beziehung zu unserer Stimme aufbauen? Wie können wir unsere Stimme trainieren, um sie optimal einzusetzen? Der tägliche Wissenspodcast Quarks Daily hat sich diesen Fragen gewidmet und, was uns besonders freut, bezieht sich dabei auch auf unsere Lernplattform Körper·Stimme·Haltung. 😍
Ich glaube, ich habe selten so effektiv fachlich wie auch persönlich dazu gelernt, wie in den letzten drei Wochen bei meinem Praktikum im ZLB.
Neben den Hospitationen im LSQ A „Kommunikation und Stimme“, bekam ich die Möglichkeit auch eigenständig 1:1 Stimm- und Sprechcoachings für Rhetorik und Stimme durchzuführen. Diese waren eine unglaublich reichhaltige Erfahrung für mich und ich habe vor allem gelernt flexibel, spontan und Ansprechpartnerin für so ziemlich alle auch nur entferntesten Fragen meines Fachgebietes zu sein. Bei den Coachings wusste ich zuvor nie, welche Persönlichkeit hinten dem Namen steckt, der sich da angemeldet hat, welche individuellen Bedürfnisse da oder wo noch Fragen offen sind. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, zusammen mit den Teilnehmenden die Zusammenhänge, von Stimme, Körper, Atmung und Kognition zu entdecken und die individuellen Potentiale auszuschöpfen. Ich glaube, ich habe mir noch nie zuvor Gedanken über den Zusammenhang von Herzbeutel (ja, so heißt das), Herzkontaktstelle und Atmung gemacht oder was lockere Knie mit stimmlicher Weite zu tun haben können.
Ich bin sehr dankbar für meine Zeit am ZLB und die vielen Erkenntnisse, die ich dort gewinnen konnte, aus denen ich immer noch zehre. Mal sehen, wo es für mich einmal hingehen wird. Und nun wünsche ich euch allen erst einmal alles Gute und viel Flexibilität, Weite und vor allem lockere Knie für den weiteren Weg in den Schulalltag. 🙂 Liebe Grüße
Liebe Magdalena, es war wunderbar, dich bei uns zu haben! Danke für deine Ideen und Energie. Wir wünschen dir alles Gute!
Keiner von uns ist so klug wie wir alle. – Ken Blanchard
Einmal pro Semester trifft sich unser gesamtes Team. Wir tauschen uns aus, besprechen Neues, diskutieren Probleme und unterstützen uns. Im März war es wieder so weit. Wir haben überlegt, wie wir unser Portfolio verbessern können, gemeinsam eine kollegiale Fallberatung ausprobiert und uns gegenseitig unsere Lieblingsmethoden gezeigt. Es war ein voller, lehrreicher Tag. Was für ein Glück, mit so vielen klugen und wunderbaren Menschen zusammenarbeiten zu dürfen! ❤
Tillmann hat uns zu unserer Newsletter-Rubrik MYSTERIUM STIMME eine Frage geschickt: Ich hätte mal Lust, etwas über „Growling“ beim Singen zu lesen. Häufig höre ich, dass es (richtig ausgeführt) gar keine Gefahr für die Stimme birgt, kann das aber nicht so richtig glauben.
Danke für deine Frage, lieber Tillmann! Wir haben uns in die Recherche gestürzt: Müssten Heavy Metal-Sänger:innen wegen des großen Drucks, der bei den für diese Musikform typischen Gesangstechniken wie Growling und Screaming auf Stimmlippen und Schleimhäute wirkt, nicht ständig an Stimmerkrankungen leiden? Der bekannte Leipziger Phoniater Michael Fuchs hat dazu gemeinsam mit zwei Kollegen geforscht und festgestellt, dass die von ihm untersuchten Heavy Metal-Sänger tatsächlich stimmlich alle in Topform waren! Das Geheimnis: Sie aktivieren dabei den oberen Bereich ihres Kehlkopfes und ihren Rachenbereich, was eine Entlastung für die Stimmlippen darstellt. Außerdem produziert ihre Kehlkopfschleimhaut viel Schleim, und dieser ist essenziell. Einerseits wirkt er wie eine Schutzschicht für die empfindliche obere Epithel der Stimmlippen. Und dann dient er beim Singen auch als mitschwingendes Element – und genau das erzeugt die erwünschte Geräuschhaftigkeit beim Growling.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie aus dem Jahr 2021: Alle der 32 untersuchten Heavy Metal-Sänger:innen waren stimmgesund! Allerdings gibt es auch einen Zusammenhang zwischen dem Ausbildungsgrad der Stimme und der stimmlichen Gesundheit: In einer aktuellen Studie von Carmen Unterhofer und Kolleginnen zeigte sich, dass 9 von 74 untersuchten Heavy Metal-Sänger:innen einen erhöhten VHI-Score hatten, also stimmlich auffällig waren. Der Knackpunkt: Sechs dieser neun stimmlich auffälligen Proband:innen hatten das Singen autodidaktisch erlernt. Bei allen Proband:innen, die hauptberuflich sangen oder Gesang studierten, wurde keine Dysphonie festgestellt.
Überrascht uns nicht, denn es ist ja kein Geheimnis, dass eine ausgebildete Stimme belastungsfähiger ist als eine unausgebildete: Die Muskulatur ist durch den höheren Grad an Training robuster und leistungsfähiger und die Eigenwahrnehmung ist differenzierter (vgl. Bergauer/Janknecht 2011, 16).
Unser Fazit: Growlt und screamt, was das Zeug hält – aber nur, wenn du vorher ordentlich trainiert hast! Und zwar nicht autodidaktisch, sondern mit jemandem, der sich damit auskennt. Spaß macht so ein Workshop garantiert! 😉🤘
Es ist Weihnachten! Auch bei uns im Büro. Ein nigelnagelneues Kehlkopfmodell? Und dann auch noch SO EIN WUNDERSCHÖNES? Ja, da können drei Sprechwissenschaftlerinnen schon mal Schnappatmung bekommen. Schau uns beim Unboxing zu!