Mitglieder

September 21st, 2018

GZA: Liquid Swords (1995/ Geffen)

Mit Abstand das düsterste Projekt der gesamten Gruppe.  GZA/ The Genius liefert mit dieser LP eine dunkle Mischung aus Samples von alten Karate Filmen & verlangsamten Stevie Wonder Songs. Verzerrt & geloopt ergibt es einen Sound, der dem ersten Projekt der Gruppe am nächsten kommt. Sowohl lyrisch, als auch melodisch versetzt es den Hörer in eine Horrorartige Version der Hood von Staton Island, gefüllt mit Mord, Kriminalität und einem Gefühl des Überleben-Müssens. GZA arbeitet sich an Record Labels, Rap Battles, aber auch Religion ab. Keiner ist sicher vor seinen Attacken, was diverse musikalische Schlagabtausche wie Duel of the Iron Mic, Shadowboxin oder Swordsman unter Beweis stellen. Eindeutig ein Meisterwerk seiner Zeit.

 

 

 

RZA: Birth of a Prince (2003/ Wu)

Zwar nicht sein best angenommenes Werk, doch dafür weiß das Album, neue, mutige Songs aus teils frohen Piano Akkorden, teils verstöhrenden Scratching-Samples zu einem Sound zu verbinden, der nicht Wu-Tang ist, aber sicherlich RZA. Der Hauptproduzent aller Gruppenalben tobt sich hier zwischen Pop, Reggae & RnB aus, ohne dabei den HipHop Beat aus den Augen zu verlieren. Hinter den Songs verstecken sich religiöse Außeinandersetzungen mit dem Tod ( A Day to God is 1000 Years), das Schicksal der Schwarzen Bevölkerung in Amerika (We Pop), sowie Wiedergeburt (The Birth). Beispielsweise vordergründige Feel Good Werke wie Grits schaffen es, sozialkritische Aussagen über den Hunger vieler armer Menschen hinter melodischen Gesangseinlagen & Gitarrenakkorden zu maskieren. Dieses Album verkörpert RZA’s Experimentierfreude am besten, ohne dabei in avantgardistischen Verspieltheiten unterzugehen.

 

Ghostface Killah: Supreme Clientele ( 2000/ Epic Records, Sony Music Entertainment)

 

Mit seinem zweiten Soloalbum schaffte es Ghostface, sich unter Rapfans den Ruf eines Wortvirtuousen zu erringen. Im Gegensatz zu seinen anderen Mitlgiedern GZA oder RZA setzt Ghostface mehr auf Soul-Samples & RnB einlagen, geht dabei aber mindestens genauso aggressiv an das Mikro, und verteilt einen Vers nach dem anderen. Die Mitwirkung von fast allen Clanmitgliedern ändert nichts daran, dass Ghost hier eine seiner besten Arbeiten abliefert, ohne sich, wie auf seinem ersten Release Ironman (1998), unter den Features zu verlieren. Songs wie One, Appollo Kids, Malcom, Wu Banga 101 und viele weitere bleiben Classics, die mit ihrem eingängigen Rythmen, sowie den hervorragenden Texten moderne HipHop Legenden wie Kanye West in ihren eigenen Werken inspirierten.

 

Method Man: 4:21…The Day After (2006/ Def Jam)

 

Method Man ist der ungeschlagene König des Flows (Neben Notorious B.I.G), und beweist das seit dem nach ihm benannten Song des ersten Clan-Albums. Auch in seiner Solokarriere hat er mit seinem ersten Album Tical gezeigt, das grimmige und harte Beats kein Problem für ihn sind, seine lässige Laid Back Einstellung rüberzubringen. Zwar wurde sein Follow-up Album von Kritikern wie Fans gleichermaßen zerrissen, dafür ebnete dies den Weg für 4:21…The Day After, eine Mischung aus Disstracks gegen seine Hater und den Wu-Tang-Style, der ihn berühmt-berüchtigt machte. Der Einstieg Is it me stellt zwar die Frage, ob es an ihm lag, aber der Sound & Flow überzeugt dermaßen, dass die Antwort eigentlich nur Nein lauten kann. Eine Vielzahl an hochwertigen Features & Produzenten geben dem Album einen der ausgeglichensten Klangerlebnisse, die Meht bisher abgeliefert hat. Entweder bringt in Somebody got fucked up Havoc von Mobb Deep einen funkigen Unterton mit starken, fast orchestralen Beats die Köpfe zum Wippen, oder der RZA selbst legt Hand an und vereint in 420 den titelgebenden Welt-Stoner-Tag mit minimalistischen Scratching und Meths scharfen Reimen zu einem Old-School-Meisterwerk. Ergänzt wird all das mit einem unerwarteten, aber passenden RnB Einschlag in Say, perfekt abgeglichen mit dem Flow eines Rappers, der genug von der Kritik an seinen Werken hat, begleitet von der unverwechselbaren Ms. Lauren Hill von den Fugees. Negativ auffallen tut der ein oder andere Song, der auch gerne weggelassen werden hätte können, sowie Skits, die das Album eher strecken, als es abzurunden. Dennoch ein weiterer Beweis für die auch nach 10 Jahren nicht eingerosteten MCs des Clan.

 

 

 

 

Raekwon: Only built 4 Cuban Linx (1995/ Loud Records, RCA Records)

in den 90er Jahren war „Gangsta-Rap“ das Genre, in dem sich West & Eastcoast gleichermaßen zu behaupten versuchten. Und auch wenn die allgemeine Meinung eher auf der Seite Californias war, mit Artist wie Ice Cube, N.W.A & Co., so war doch ein Album allen anderen Vorraus. mit OB4CL schaffte Raekwon gemeinsam mit Ghostface & RZA den Schallgewordenen Scarface, ein Gangster-Album, wie es vorher nicht bekannt war. Kokain, Straßenhandel, Mord, Überfälle, alles in allem die Verkörperung des Lebens in den abgehängten Stadtteilen New Yorks der 90er, zu jedem Thema bringt der Chef Bars, die nur so in den Anlagen dröhnen und einem schon beim Zuhören klar machen, dass hier jemand weiß, wovon er spricht. Obwohl vieles nicht tatsächlich passiert ist, schafft es Raekwon, seine Erfahrungen aus seiner Jugend konsequent eingebettet in harte Beats, melankolische Klaviernoten, scharfe Höhen, zusammen mit einer Reimdichte, die seines gleichen sucht. Selbst Größen wie Nas geben sich fast geschlagen unter dem Druck dieses Lyrischen Tony Montana, aber Verbal Intercourse bleibt ein mehr als fein abgestimmtes Triplett der drei New Yorker, das aus einem seichten Streichsample das beste herausholt. Für Generationen danach war der Terminus Gangsta Rap danach nicht mehr derselbe, und jeder versuchte, den Raekwonsound zu imitieren. Ohne Frage ein Klassiker des Genres.

 

 

Masta Killa: Loyalty is Royalty (2017/ Nature Sounds, Fontana)

Ich weiß – Ein Album, das über 20 Jahre nach dem Debüt des Clans erscheint, soll zu den besten zählen? ja, und zwar nicht ohne Grund. Masta Killa ist der nach Cappadonna, der erst Jahre später zum offiziellen Kader hinzukam, der neueste Zugang der Gruppe, aber dennoch einer der unterschätztesten. Sein Fehlen auf 36 Chambers machte der in Brooklyn aufgewachsene MC seitdem mit einer Reihe guter Wu-Projekte wieder wett. sein Debüt No Said Date erschien erst 2004, und konnte zwar kommerziell nicht groß auffallen, aber dafür bei den Kritikern punkten. Für mich allerdings stellt sein neuestes Projekt sein bisher bestes Werk dar. Auf Loyalty is Royalty beweist Masta Killa, das auch 20 Jahre nicht bedeuten, dasss man seinen Flow oder Skill verliert. Das Album dreht sich um die Bedeutung von Musik für das Leben eines Künstlers, was unter anderem auf Therapy zusammen mit Method Man & Redman in einen catchigen Beat eingespeißt wird. Aber auch Titel wie Trouble stellen die Versilität des Rappers unter Beweis, indem er auf ein Popsample einen Flow zeigt, den andere Clanmitglieder schon vor langer Zeit aufgegeben haben. Aber nicht masta Killa, der immernoch versucht, sich selbst und seiner Gruppe treu zu bleiben. Der Zweiteiler Noodles Pt. 1 & 2 hat eine fast sogartige Wirkung in seiner pianolastigen Einführung über die Violinen, hinzu den Samples eines Therapiegesprächs über einen Mann, der seine Vorliebe für starke Frauen beteuert. Dieses Liebessong ist ein Highlight des Albums und seiner gesamten Discographie.

 

 

 

 

 

Inspectah Deck: Uncontrolled Substance (1998/ Loud, Relativity)

Nicht unbedingt das beste Projekt in der Historie der Solowerke der einzelnen Mitglieder, aber definitv ein gutes Album. Inspectah Deck setzt sich in seinem Debütalbum, wie der Name schon verrät, mit den Licht & Schattenseiten der Drogenszene auseinander und lässt sich dabei von seinen eigenen Erfahrungen aus seiner Jugend inspirieren. Lyrisch muss sich Deck hinter keinem verstecken, seine Rhymes bewegen sich in den Sphären eines GZA, dennoch fehlte es dem Album an der magischen Hand von RZA, der sich lieber um andere Projekte kümmerte. Uncontrolled Substance kann mit einer eingängigen Hook überzeugen, Grand Prix vermittelt eine Rasante Fahrt durch die lyrischen Gefilde des MCs, und treibt das Adrenalin hoch. Auch Trouble Man ist mit seinen Old School Samples und Minimalismus ganz im Stil eines Clanmitglieds gehalten, kann aber nicht die unglaubliche Messlatte eines Supreme Clientele erreichen, aber das muss es auch nicht. Mit seiner anderen Gruppe Czarface hat der Inspectah schon lange bewiesen, dass er einen komplett eigenen Stil hat, und diesen auch meisterlich umsetzen kann. Wer nicht genug Wu-Tang haben kann, der wird auch mit diesem Album seine Freude haben.

 

Ol‘ Dirty Bastard: Return to the 36 Chambers: The Dirty Version (1995/ Elektra/WMG Records)

 

Kommen wir schlussendlich zum absolut verrücktesten Mitglied der Killer Bees, dem Ol‘ Dirty Bastard, dem Mann mit der (gold)rostigen Stimme. Selten gab es einen anderen Rapper, der mit diesem Exzentriker mithalten kann. Ein Kanye West ist im Vergleich ein Katholischlehrer am Internat. Sein Erstlingswerk saugt jeden, der mit der schrägsingenden Art des ODB klarkommt, in seinen Bann. Allein im Intro zeigt ODB seine mentale Instabilität, Weinen, Schreien, Singen, alles ist in fast 5 Minuten eingepackt, und eröffnet ein absolut verrückt-geniales Projekt. Gefolgt von Shimmy Shimmy Ya, das Klavier-, Gesang-, und knatternde Beats fast schon hyptnotisch zum Mitsingen bewegt, Rückwärts abgespielte Lines sind da noch das normalste. Die wahre Stärke zeigt sich aber immer in Verbindung mit seinem Clanbrüdern, die von seinen energischen Tönen wie angespornt wirken. Jede Hook mit ODB wird zu einem Ohrwurm, der sich die Tonleiter rauf und runter schlängelt, dabei aber jeden getroffenen Ton auslässt. Und dennoch schafft er es, die Leute mit seiner Energie zum Tanzen zu bringen. Jedes Mitglied kommt auf seine Kosten auf dieser Achterbahnfahrt der Mentalen Instabilität. Hier die besten Tracks herauszusuchen, erweist sich als schwere Aufgabe. Besonders eingänglich sind aber immer die Features zwischen ODB und Method Man, besonders Dirty Dancin‘. Sein Folgealbum Nigga Please treibt alles hiergehörte noch einmal auf die Spitze, was auf den zunehmenden Drogenkonsum des Gründungsmitglied zurückzuführen ist. Wer aber die Faszination hinter dem Phänomen ODB erkennt, der wird dieses Album lieben.

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279 Responses to “Mitglieder”

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  4. Interessanter Überblick über die Soloalben der Wu-Tang-Mitglieder. Besonders die Beschreibung von GZAs Liquid Swords und Raekwons Only Built 4 Cuban Linx hat mir gut gefallen – beides Meilensteine, die man auch heute noch hören kann. Wer sich tiefer mit solchen Musik-Analysen und ähnlichen Themen beschäftigen möchte, findet auf AI Tools Discovery and Launchpad vielleicht nützliche Anregungen. Danke für den ausführlichen Beitrag!

  5. Pips Hint sagt:

    Wie grenzt ihr bei „Liquid Swords“ die düstere Stimmung vom Horrorfilm-Sound ab?

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  8. Was für ein düsteres, atmosphärisches Meisterwerk! Der Einsatz von Karate-Film-Samples und verlangsamen Stevie Wonder Tracks schafft diese einzigartige Horror-Atmosphäre. Ein Muss für jeden, der den ursprünglichen Wu-Tang-Sound liebt. #GZA #WuTang AI Video Generator From Text

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  13. Ein absoluter Tiefgang! Die düstere Atmosphäre und GZAs Lyrik sind ungeschlagen. Ich nutze manchmal GLM 5, um ähnliche Analysen zu recherchieren – AI Chatbot Online kann da surprisingly gut helfen.

  14. Ein absolutes Meisterwerk! Die düstere Atmosphäre durch die Karate-Film-Samples und Stevie Wonder-Loops ist einfach genial. GZA’s Lyrics treffen genau den Horror-Vibe von Staten Island. Ein Muss für jeden Wu-Tang Fan! vogoo.ai/kling-3-pro

  15. This breakdown of Wu-Tang members‘ solo work is really insightful, especially the points about GZA and Raekwon. It makes me want to revisit those albums. For anyone planning their own creative projects, checking out the WoW Forever Talents Calculator could be helpful.

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  18. This breakdown of the Wu-Tang members and their individual paths is really interesting. It reminds me a bit of planning out characters in a game, where you need to consider each role. For anyone into that, checking out the WoW Forever Talents Calculator can be a neat way to explore different builds.

  19. What makes the individual members of the Wu-Tang Clan stand out in terms of their musical styles and contributions to the group? ([blogs.urz.uni-halle.de][1]) 

    [1]: https://blogs.urz.uni-halle.de/wutangclan/alle-meine-beitraege/?utm_source=chatgpt.com „Alle meine Beiträge « The Wu is the Way“

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