[REP]

Die Existenzweise der Reproduktion [REP]

Der Modus der Existenz Reproduction[REP] wird von Bruno Latour als metaphysischer
Kontrollprozess wahrgenommen, mit dessen durchgeführter Aktivität genau das unterstrichen wird, was eine Existenz zu einer Existenz, ein Ich zu einem Ich oder ein [REF] zu einem [REF] macht. Denn alle Existenzen bestehen in ihrer Komplexität nicht bereits durch einmalige Bestätigung, sondern benötigen Wiederholungen zur Verifizierung oder Falsifizierung ihres Seins. Also ist [REP] die erneute Bezugnahme auf eine Entität, jedoch in einer ggf. abweichenden Art und Weise. Es führt je nachdem dann zu einer Bestätigung der zuvor angenommenen Existenz des Daseinden oder zu einer Revision und damit Ablösung bzw. Neusuche der Existenz der Entität.
Der Modus [REP] ist in sich unveränderlich und variabel innerhalb der [REF]-kette
anwendbar. Die Verflechtung der Modi [REP] und [REF] betont Latour deutlich, indem er den beschriebenen Prozess[REP] als Vermittlung der natürlichen Prozesse[REF] einordnet und in Folge diese erst relativiert und greifbar macht(S.92).
Diese mögliche Ein- bzw. Ausgliederung in neue Relationen, erlauben den Zugriff auf
entferntere Seinsweisen, im Blickfeld auf den bestehenden Pfad(Trajectory), in zwei bewegliche Richtungen.
Der Fokus liegt gerade nicht in der Identifizierung von Wissen, welches die Relation zwischen „wissendem Geist“(knowing mind) und „gewusstem Gegenstand“ (known thing) darstellt. Genau an diese Stelle soll die Relation(crossings) [REP+REF] treten(S.92). Nach Latour ist dieser Gedankengang schlüssiger, als der in der modernen Wissenschaft geltender Dualismus von Subjekt und Objekt und kann als Kritikpunkt moderner Ansätze wissenschaftlicher Theorie und Praxis betrachtet werden.

Beispiel: soziale Netzwerke
Mit dem Anlegen eines Profils in einem beliebigen sozialen Netzwerk entsteht eine Daseinsform im Internet, die für andere ersichtlich ist. Mit der ständigen Vermehrung von Information über eine Person(Profilbild,Geburtsdatum, Wohnort, Aktivitäten usw.) entsteht eine Existenz, die man betrachten kann. Nimmt man Bezug auf dieses Profil bzw. auf diese Person gelangt man über das Internet an Wissen, welches man mit der Person in Verbindung bringt[REF]. Es entsteht durch dieses Profil eine Entität oder ein Bild von einer Person, die ein Anderer wahrnehmen und bewerten kann.
Nimmt man erneut Bezug auf das Profil, um zum Beispiel neuste Aktivitäten herauszufinden oder Gefühlszustände zu erfahren, kommt es aufgrund des neuen Informationszuflusses oder andere Betrachtungsweise zu einer Bestätigung oder Revision der vorhergegangen Sichtweise auf die Person bzw. auf das Profil. Diese erneute, sich wiederholende Bezugnahme stellt Latour als Modus [REP] vor. Es ist der Klick auf dieses Profil und die Beobachtung des Status bzw. der aktuellen Aktivitäten, die die bekannte Person als bekannt bestätigen lässt oder als neu betrachtet werden lassen könnte. Das Anklicken des Profils und das Betrachten des Verlaufs kann man als [REP]
benennen. Die Betrachtungsweise des Profils ist veränderlich (man könnte ein Bild,
Kommentare, eine Statusänderung usw. betrachten) doch der Prozess bzw. der Klick auf das Profil bleibt kontinuierlich gleich.

Verfasser: Niclas Kliebisch

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