#6 – Weshalb eigentlich Erfurt? (Teil 1)

Viele Städte haben insbesondere in den letzten 2 Kriegsjahren schreckliche Luftangriffe gesehen. Doch welche Kombination von Ereignissen führt schon 1943 in Erfurt dazu, dass sich Jugendliche unterschiedlicher Couleur berufen fühlen, Widerstand gegen das totalitäre NS-Regime zu leisten?

„Sie wurden verurteilt, weil sie ihren Frust auf das Dritte Reich in Form eines provokanten Flugblattes niederschrieben“

Monate vor den großen Luftangriffen auf Erfurt vom 20. Februar und 20. Juli 1944 treffen sich Jochen, Joachim, Gerd, Helmut und Karl heimlich, um als „National-Kommitee-Freies Deutschland“ für das Ende des Tausendjährigen Reiches einzutreten und den Wunsch der Gruppe nach Frieden und Freiheit laut zu machen. Kann man jetzt, fast 80 Jahr später, herausfinden, was sie dazu bewogen hat?

Ich denke, dass es keine knappe Anwort auf diese Frage geben kann. Die Kurzbiographien einzelner Widerstandsmitglieder am Ende der Graphic Novel „Nieder mit Hitler – oder warum Karl kein Radfahrer sein wollte“ zeigen deutlich, dass ein inhärenter Antrieb zur Aufklärung der Inhaftierung und Misshandlung bestand, auch wenn die Personen zeitlebends nie im Fokus der Öffentlichkeit standen. Sie wurden verurteilt, weil sie ihren Frust auf das Dritte Reich in Form eines provokanten Flugblattes niederschrieben und zeichnen damit für einen kleinen Anteil an der Aufklärung der Erfurter Bevölkerung verantwortlich, bei der der Krieg bis dahin noch nicht im vollen Umfang angekommen war.

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