Der pädagogische Einsatz von Comics

Im Blog-Beitrag „Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Comics“ wurde bereits die Frage aufgeworfen, wieso Comics bzw. Graphic Novels im (hoch-) schulischen Kontext nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, bzw. wie dies in Zukunft geändert werden könnte. Um dieser Frage etwas näher auf den Grund zu gehen, möchte ich in diesem Blog-Beitrag ein Video mit euch teilen, dass uns bei der Beantwortung dieser Fragen mit ziemlicher Sicherheit weiterhilft. 

Auf seinem YouTube-Kanal sowie auf seiner Website „DREI STEINE – Graphic Novel gegen Rechts“, thematisiert der Grafikdesigner und Comiczeichner Nils Oskamp seine persönlichen Erfahrungen mit Neonazis, Gewalt und Antisemitismus. Dabei scheint er seine ganz eigene Strategie entwickelt zu haben, um dem etwas entgegen zu setzen. Er bietet Seminare, Workshops und Weiterbildungskurse für Lehrer*innen und Pädagog*innen an, um sie an neue didaktische Methoden heranzuführen, mit denen sie ihre Schüler*innen im Umgang mit der NS-Zeit sensibilisieren und politisch bilden können.

„Es müssen neue didaktische Wege gefunden werden. […] Die Ära der Zeitzeugen geht leider zu Ende, die an Schulen gehen und dort über ihre Erlebnisse als Opfer oder Verfolgte des Holocaust berichten. Es muss einen anderen emotionalen Einstieg geben und da bieten sich Graphic Novels einfach an.“

Nils Oskamp

Gemeinsam mit Till Fichtner, der bei der Stadt Erlangen in der Abteilung für Chancengleichheit und Vielfalt tätig ist, sowie den beiden Zeichnerinnen Lisa Neun und Ingrid Sabisch, welche unter anderem die Comic-Biografie „Sophie Scholl“ mitillustrierte, diskutiert und referiert Nils Oskamp in seinem zweistündigen Fortbildungsvideo über den pädagogischen Einsatz von Comics im Schulunterricht und im Bereich der politischen Bildung. Das Ziel ist dabei von Anfang an klar: Aufklärungsarbeit leisten und an den Widerstand erinnern. Wie dies innerhalb des Schulunterrichts gelingen kann, wird ausführlich besprochen. Dazu werden unter anderem Comics und Graphic Novels vorgestellt, die sich als Unterrichtsgegenstand eignen, darunter beispielsweise das Graphic Diary der Anne Frank. Hierbei wurden Anne Franks Tagebucheinträge im Comic-Stil illustriert und mit (teils kürzeren, teils längeren) Textpassagen ergänzt. Hinzu kommen diverse Handreichungen für Lehrer*innen, in denen die Mikro- und Metaebene der Comics erklärt und aufgeschlüsselt werden. Das Ganze ist bereits in Unterrichtseinheiten untergliedert und kann auf der Website „DREI STEINE – Graphic Novel gegen Rechts“ heruntergeladen werden.  Nils Oskamp gibt somit eine Menge Material an die Hand, um die Unterrichtsgestaltung im deutschen Bildungssystem stärker in Richtung Graphic History zu lenken. Als Vorbild, so Oskamp, könne da beispielsweise Frankreich gelten, wo Comics und Graphic Novels schon lange als Unterrichtsgegenstand etabliert wurden. 

Wenn ihr Näheres wissen wollt, kann ich euch nur empfehlen, euch das Video anzuschauen oder auf der Website DREI STEINE vorbeizuschauen: 

https://www.dreisteine.com

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