Dig, Dag und Digedag

Ein kurzer Überblick zur Entwicklung der „Digedags“.

Im Workshop sprachen wir zu Beginn vermehrt über unsere ganz eigenen Erfahrungen mit Comics. Immer wieder kamen dabei die “Abrafaxe” oder “Digedags” auf. Meine persönlichen Erfahrungen mit Comics waren und sind alles andere als umfangreich. Doch kann ich mich durchaus an einige MOSAIK-Hefte aus meiner Kindheit erinnern, an denen ich durchaus Gefallen fand. Nicht allen Teilnehmer*innen waren die MOSAIK-Hefte bekannt. Im folgenden Beitrag möchte ich daher die Entwicklung der “Digedags” von ihrem Entstehen bis heute kurz skizzieren. 

Erstmals veröffentlicht wurden die “Digedags” am 23. Dezember 1955 im Verlag Neues Leben. Bis 1957 erschienen die Hefte vorerst vierteljährlich. Später (ab der 7. Ausgabe) auch monatlich. 1960 wurden die Hefte vom Verlag Junge Welt und 1992 schließlich durch den Verlag Steinchen für Steinchen übernommen.

Dig, Dag und Digedag

Heft 1 der „Digedags“ (Bild: Stiftung Haus der Geschichte; EB-Nr. OZS 346/1955/1)

Bis 1975 wurden die Digedags in über 220 Heften hauptsächlich durch Hannes Hegen gestaltet. Die drei Hauptfiguren (zwischenzeitlich reduziert auf die zwei Hauptfiguren Dig und Dag) befanden sich stets in verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte. Dabei wurden verschiedene Erzählebenen skizziert. Neben einer extraterrestrischen Ebene (Planet Neos), in der das Erforschen fremder Zivilisationen im Mittelpunkt stand, wurde auch ein retrospektiver Erzählstrang eröffnet. In diesem erinnerten sich die Hauptfiguren an Geschichten, die sie auf der Erde (in verschiedenen Zeitaltern) erlebt hatten. Dabei nahmen die Handlungen und Geschichten stets mehrere Hefte ein.

Ab Mitte der 60er-Jahre entstanden eigene Serien wie die “Ritter-Runkel-Serie”, die “Amerika-Serie” oder die “Orient-Serie”. Die drei bzw. zwei kindlichen Hauptfiguren der MOSAIK-Hefte wurden dabei stets als die guten, aber auch recht tollpatschigen Helden der Geschichte dargestellt. Neben dem Abenteuer-Charakter der einzelnen Episoden waren die Erzählungen dadurch stark humoristisch geprägt.

1974 beendete Hannes Hegen seine Zusammenarbeit mit dem Verlag. Die bis dahin erschienen Hefte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und waren auch in der Bundesrepublik, Österreich, den Niederlanden, Finnland und Ungarn erhältlich. 

Abrax, Brabax und Califax

Heft 1 der „Abrafaxe“ (Bild: DDR-Museum Berlin)

1976 folgten den Digedags die Abrafaxe (Abrax, Brabax und Cailfax). Diese ähnelten bewusst ihren Vorgängern. Maßgeblich an deren Gestaltung waren Lothar Dräger und Lona Reitschel (Zeichnerin) beteilig. 

Auch die Geschichten der Abrafaxe spielten stets in unterschiedlichen Epochen der Menschheitsgeschichte. Dabei waren die einzelnen Hauptcharaktere stärker individualisiert. Den Charakter der tollpatschigen Helden sollte sie jedoch bis heute behalten.

 Ähnlich wie bei ihren Vorgängern bildeten die Episoden der Abrafaxe ganze Serien (“Adria-Serie”/ “Harlekin-Serie”, “Anno 1704/1705”, “Don-Fernando-Serie”, “Alexander-Papatentos-Serie”, “Japan-China-Serie”). Ab 1992 (bis heute) folgten zahlreiche weitere Serien (bspw. “Griechenland-Ägypten-Serie”, “Mittelalter-Serie”, “Hanse-Serie” oder die “Reformations-Serie”). 

Seit 2018 sind die MOSAIK-Hefte die meistverkauften Comics Deutschlands.

2008 entstand mit den Figuren Anna, Bella und Caramella ein weibliches Pendant zu den Abrafaxen. Sowohl in ihrem äußeren Erscheinungsbild als auch in ihren charakterlichen Eigenschaften ähneln sie ihren männlichen Vorgängern. Neben den Heften gibt es auch Hörspiele, Sammelbände und Taschenbuchformate der Abrafaxe. Teilweise erschienen auch Neuauflagen der Abrafaxe bzw. Digedags. Für weitere und sehr ausführliche Informationen zu den MOSAIK-Heften und ihren Zeichner*innen kann ich die Seite “MosaPedia” empfehlen. Hier findet ihr zahlreiche Informationen zu den Heften, Serien und Hauptfiguren sowie zu den Autor*innen und Zeichner*innen.

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