Wenn Sie häufig mit Migräne zu kämpfen haben, unter einer Autoimmunerkrankung oder einer anderen chronischen Erkrankung oder Beeinträchtigung leiden, fallen Sie gegebenenfalls häufiger als andere krankheitsbedingt aus. Vielleicht sind Sie aber auch genauso durchgängig im Dienst wie andere, es fällt Ihnen aber viel schwerer, die gleiche Leistung zu erbringen oder unter denselben Bedingungen zu arbeiten. Vielleicht ist Ihnen bisher aber auch nicht bewusst, dass Sie eine chronische Erkrankung haben oder welche Erkrankung als „chronisch krank“ gilt? Vielleicht machen Sie sich Sorgen, was Kolleg*innen und Vorgesetzte dazu denken und ob Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung negative Folgen für Ihre Arbeitstätigkeit hat.

Die MLU positioniert sich hierzu als Arbeitgeber, der sich auf individuelle Belange einstellen kann und will. In diesem Beitrag wollen wir verdeutlichen, inwiefern die MLU dies tut und was Ihnen dabei helfen kann, für sich einen guten Weg zu finden. Der Beitrag soll Sie dabei unterstützen, eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ob Sie Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung gegenüber Ihrem Arbeitgeber offenlegen möchten und soll aufzeigen, wo geeignete Ansprech- und Beratungspartner*innen auf diesem Weg für Sie zu Verfügung stehen.

Eine gute Entscheidung treffen

Als Entscheidungshilfe zu diesem Thema hat eine Projektgruppe der Universität zu Köln einen Selbsttest entwickelt. Sie werden darin beispielsweise dazu befragt, welche Auswirkungen Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung für Sie hat und welche Art von Hilfsmittel Ihnen helfen könnte. Sie werden gefragt, inwiefern Sie Unterstützung von Kolleg*innen erwarten können und welche Art von Risiko-Typ Sie sind. Am Ende bekommen Sie eine individuelle Auswertung. Diese Auswertung nimmt Ihnen die Entscheidung, ob Sie Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung offenlegen wollen, nicht ab. Aber Sie erhalten einige Informationen darüber, was in Ihrem ganz besonderen Fall Vor- und Nachteile einer Offenlegung sein können. Die Auswertung erhalten nur Sie selbst! Die MLU erfährt nichts von Ihrer Teilnahme am Test oder gar den Ergebnissen.

Auf der dazugehörigen Webseite erhalten Sie viele weitere Informationen zum Thema, zu Ihren Rechten und zu Ihren Möglichkeiten, mit diesem Thema umzugehen. Folgendes Video stellt Ihnen die Webseite vor. Der Selbst-Test ist kostenfrei und dauert ca. 20-30 Minuten.

Was kann die MLU für mich tun?

Wenn Sie auf uns zukommen und sich beraten lassen, kann sich die MLU auf Ihre individuellen Bedürfnisse einstellen. Es gibt, ähnlich wie im Betrieblichen Eingliederungsmanagement, Möglichkeiten für Maßnahmen, die es Ihnen erleichtern sollen, Ihre Tätigkeit trotz Ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu erbringen. Solche Maßnahmen können außerdem dafür sorgen, dass Ihre Gesundheit nicht durch Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtert wird.

Das können beispielweise folgende Arten von Maßnahmen sein:

  • Arbeitsplatzanpassungen: Vielleicht benötigen Sie, um weniger beeinträchtigt arbeiten zu können, einen anderen Tisch, einen anderen Stuhl, eine andere PC-Maus oder anderweitige Anpassungen bis hin zu baulichen Maßnahmen.
  • Arbeitszeitanpassungen im Sinne eines individuellen Arbeitszeitmodells, auch z. B. die Ermöglichung von Facharztbesuchen während der Arbeitszeit ist realisierbar.
  • Individuelle Homeoffice-Regelungen oder auch
  • Arbeitsvertragsverlängerungen bei befristeten Verträgen zur eigenen Qualifizierung im Wissenschaftsbereich können Maßnahmen darstellen.

Je nachdem, wie schwerwiegend Ihre Beeinträchtigung ist, wenn Sie z. B. eine offizielle Anerkennung als „schwerbehindert“ oder „gleichgestellt“ haben, können Sie auch noch weitere Unterstützungsmaßnahmen wie z. B. Zusatzurlaub oder Assistenz-Leistungen in Anspruch nehmen.

Jeder Fall ist anders. Daher ist ein Beratungsgespräch so wichtig, um gemeinsam herauszufinden, was Ihnen helfen könnte und entsprechende Maßnahmen dann in die Wege leiten zu können.

Wer kann mich in der MLU dazu beraten?

Wenn Sie für sich die Entscheidung getroffen haben, Ihre gesundheitliche Beeinträchtigung gegenüber Ihrem Arbeitgeber MLU offenzulegen oder wenn Sie noch mehr Informationen benötigen, um diese Entscheidung zu treffen, haben Sie an der MLU verschiedene Ansprechpartner*innen dafür. Entscheiden Sie am besten danach, bei wem es Ihnen am leichtesten fällt, über Ihre Belange und Ihre Gesundheit zu sprechen. Dabei müssen Sie niemandem Diagnosen mitteilen. Es reicht, wenn Sie die Auswirkungen beschreiben können. Es obliegt ganz Ihnen, wie offen Sie sein wollen.

Ein*e mögliche*r Ansprechpartner*in ist Ihr Vorgesetzte*r. Wenn Sie eine gute Vertrauensbasis im Team haben, ist das auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, auch über Ihre Belange zu sprechen. Ihr*e Vorgesetzte*r kann sich dann für weitere Schritte an die Personalabteilung wenden.

Sie können aber auch direkt und selbst auf die Personalabteilung zugehen. Dafür sprechen Sie am besten die*den jeweiligen für Ihren Bereich zuständigen Referatsleiter*in an.

Außerdem haben Sie natürlich die Möglichkeit, sich in der Schwerbehindertenvertretung, beim Betriebsärztlichen Dienst oder bei der Sozial- und Konfliktberatung zu diesem Thema beraten zu lassen. Auch der Personalrat und letztlich die Koordinatorin für BGM stehen Ihnen gern für Ihre Fragen und für eine Beratung zur Verfügung.

Ihre Gesundheit ist wichtig für die MLU. Wir unterstützen Sie gern.

Sag ich’s oder sag ich’s nicht? Chronisch krank im Job

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