31. Mai 2010
Jan Hodel: Historische Online-Kompetenz
Das von Jan Hodel [1] vorgestellte Modell der Historischen Online-Kompetenz [2] entstand aus der Frage, mit welchen Kriterien die Einsatzmöglichkeiten von E-Learning-Angeboten in der universitären Ausbildung der Geschichtswissen-schaften bewertet werden könnten. Dabei sollten für den Einsatz solcher Angebote vor allem die Bedürfnisse des Faches ausschlaggebend sein. Außerdem stellen sich die Fragen, wie die Geschichtswissenschaften die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) handhaben sollen und welche Auswirkungen diese auf den wissenschaftlichen Alltag in Lehre und Forschung haben.
Um diese Fragen beantworten zu können, setzt sich Hodel zunächst mit verschiedenen Ansätzen zur historischen Kompetenz aus der Geschichtsdidaktik (u. a. Rüsen, Jeismann, Schreiber, Pandel) auseinander. Dabei fasst er die Arbeitsbereiche/Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft in drei Kompetenz-Dimensionen zusammen:
- Analyse = Informationsbeschaffung, Interpretation und Quellenkritik
- Synthese = „in Form bringen“ der bei der Analyse gewonnenen Erkenntnisse und ihre deutende und erklärende Darstellung
- Reflexion (kritisch) über das eigene Tun und die Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs
In einem weiteren Abschnitt untersucht Hodel den Begriff der Medienkompetenz aus der Medienpädagogik (u. a. Baacke, Pöttinger, Röll) und versucht, die Definitionen der Medienkompetenz mit den Dimensionen der Historischen Kompetenz in Verbindung zu bringen. Es wird jedoch deutlich, dass dies äußerst schwierig ist.
Schließlich geht er auf die Funktionen der Informations- und Kommunikations- technologien ein. So können ICT sowohl Gegenstand als auch Hilfsmittel oder Werkzeug der geschichtswissenschaftlichen Arbeit sein. Daher bezieht sich die Historische Online-Kompetenz jeweils auf diese drei Aspekte.
Aufgrund dieser verschiedenen Verwendungsebenen von ICT scheint für Hodel eine Anpassung bei der Benennung der Kompetenz-Dimensionen sinnvoll zu sein, und er vereinfacht die Historische Online-Kompetenz auf die Dimensionen der Grundoperationen der Kommunikation, nämlich „Lesen“, „Schreiben“ und „Reden“. Hodel betont jedoch, dass es „immer um ICT verwendendes, geschichtswissenschaftliche Ziele verfolgendes ‚Lesen’, ‚Schreiben’ und ‚Reden’ [geht]“. [3] Diese Gliederung ist konsistent im Vergleich mit den Kompetenzen, welche die Geschichtsdidaktik bezeichnet. Sie lässt sich auch in Verbindung bringen mit den Gliederungs- vorschlägen der Informationskompetenz und der Medienkompetenz.
Allerdings ist eine klare theoretische Unterscheidung der drei Dimensionen nicht möglich. Die Kompetenzdimensionen der Historischen Online-Kompetenz beeinflussen sich nicht nur wechselseitig, sondern überlappen sich auch in einer unscharfen Art.
Zusammenfassend kann man also festhalten, dass die Historische Online-Kompetenz ein Versuch ist, allgemeine Kompetenzbereiche der Geschichtswissenschaften zu bezeichnen und diese mit den Ausprägungen der Medien- bzw. Informationskompetenz zu kombinieren. Daraus werden Anforderungen für den Einsatz von ICT beim Arbeiten und Forschen oder Lehren und Lernen in den Geschichtswissenschaften abgeleitet.
„Historische Online-Kompetenz soll dazu befähigen, die Konsequenzen des Umgangs mit Informations- und Kommunikationstechnologie für die Arbeit in den Geschichtswissenschaften besser in ihrer ganzen Bandbreite beurteilen zu können […] Vor allem aber soll sie dazu beitragen, dass die Historikerinnen und Historiker die Informations- und Kommunikationstechnologien in ihren Möglichkeiten erkennen und gezielt nutzen können.“ [4]
[1] Jan Hodel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nord- westschweiz.
[2] Jan Hodel, Historische Online-Kompetenz. Informations- und Kommunikations- technologie in den Geschichtswissenschaften. In: Rainer Pöppinghege (Hg.), Geschichte lehren an der Hochschule. Bestandesaufnahme, methodische Ansätze, Perspektiven. Schwalbach: Wochenschau Verlag 2007, S. 194-210.
http://histnet.ch/hodel/person/docs/JanHodel_HOK2006_PrePrint.pdf
[3] Jan Hodel, a. a. O., S. 201.
[4] Ebd., S. 210.
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