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Wissen

Wenn-dann-Pläne

Wir wünschen euch aus der LSQ-Zentrale heraus ein gesundes neues Jahr 2026!

Ein neues Jahr bringt häufig neue und alte Vorsätze: mehr Entspannungspausen, morgens ein Glas Wasser trinken, etwas für die eigene Stimme tun… Um (diesmal auch wirklich) dranzubleiben, möchte ich dich mit den Wenn-dann-Plänen bekanntmachen.

Wenn-dann-Pläne sind ein Strategie aus der modernen Motivationspsychologie, die die Selbstregulation fördert und die Wahrscheinlichkeit zur Durchführung einer Handlung erhöht. Dabei brauchst du neben deinem Ziel ein bis drei Wenn-dann-Sätze. Hier ein Beispiel: Mein Ziel ist es in diesem Jahr mehr für meine Stimme zu tun. Ohne Wenn-dann-Pläne bleibt die Umsetzung dieses Ziels sehr unkonkret und es ist wahrscheinlich, dass du diesen Vorsatz wieder fallen lässt.

Wenn-dann-Pläne unterstützen hier die Konkretisierung und bilden eine Art Handlungsanweisung. Wenn-dann-Pläne für unser Beispiel: Wenn ich morgens aufstehe, dann räkle ich mich und gähne oder seufze. Wenn ich beim Frühstück Radio höre, dann summe ich bei einem Lied mit. Wenn der Wasserkocher läuft, dann werde ich Lippenflattern. Schon viel konkreter, oder?

Einen Wenn-dann-Plan zu schreiben ist dabei ganz einfach und passt in einen Satz. „Wenn Situation x eintritt, dann werde ich Verhalten y ausführen.“ Dieser kleine Kniff kann helfen ein Ziel tatsächlich zu erreichen. Zusätzlich wirkt es unterstützend, wenn du dein Ziel samt Plänen einmal aufschreibst und Anderen davon berichtest. Wir wünschen dir viel Freude beim Pläne schmieden und Ziele erreichen!

Du willst mehr zu wenn-dann-Plänen erfahren? Hier geht es zu einem Artikel der Uni Konstanz:

https://kops.uni-konstanz.de/server/api/core/bitstreams/015e45b0-7875-43a1-bea5-f33b3e070d24/content

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Unterwegs

Drop-In Klasse „Body and Voice“

Montagmorgen. 8:15 bis 9:15 Uhr. Dein Körper, deine Stimme, dein Start in die Woche.

Dieses Semester gibt es im Lehrkraftprojekt ein neues Angebot, das genau hier ansetzt: die Drop-In-Klasse „Body & Voice“. Jeden Montagmorgen kommen Lehramtsstudierende zusammen, um gemeinsam in die Woche zu starten – mit Fokus auf Körper, Atem und Stimme. In jeder Einheit steht ein anderer Schwerpunkt im Mittelpunkt. So entsteht über die Wochen hinweg ein vielseitiges Übungsrepertoire – ein echter Schatz für deine eigene Körper-, Atem- und Stimmroutine als (zukünftige) Lehrkraft. Denn Präsenz, Stimme und ein gutes Körpergefühl sind im Klassenzimmer mindestens genauso wichtig wie Fachwissen.

Die Drop-In-Klasse findet in der Lernwerkstatt der Franckeschen Stiftungen statt und war in diesem Semester auch für Teilnehmende des WIR-Festivals geöffnet. Daraus hat sich eine feste Gruppe von bis zu 10 Personen entwickelt, die „Body & Voice“ mittlerweile als gemeinsames Wochenritual etabliert hat.

Wenn du einsteigen möchtest, schau gern im Studip nach „LEHRKRAFT: Body & Voice Drop-in Klasse“ oder hier im Lehrkraft-Programm.

Mach mit und starte deine Woche bewusst, präsent und mit Stimme. Ich freue mich, wenn du dabei bist.

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Fundstücke

Sprechpause

Wie du Schüler*innen mit Stottern stark machst!

Ich habe gerade meine Mails aufgeräumt und dabei diese wertvollen Informationen zum und über das Stottern wiedergefunden. Merke: Aufräumen lohnt sich! Jetzt kann ich mit euch weiter Angebote teilen, die von mir auf jeden Fall das Prädikat „Muss ich mir merken!“ erhalten.

Wie gehen wir in der Schule eigentlich mit Redeflussstörungen um? Stottern betrifft das Sprechen, nicht das Denken. Trotzdem kann es das Selbstbild und die sozialen Erfahrungen junger Menschen massiv beeinflussen. Dieser Beitrag soll euch Impulse geben, wie ihr eure Schüler*innen unterstützen könnt.

Der Podcast „Sprechpause“

Am besten werden die Betroffenen gehört und berichten selbst von ihren Erfahrungen. Das passiert im Videopodcast „Sprechpause – Der Talk mit Stottern“ auf YouTube. Hier kommen ausschließlich stotternde Menschen zu Wort. In den ersten Folgen geht es unter anderem um die frustrierende Suche nach Heilung, die schmerzhaften Erfahrungen mit Mobbing in der Schule – ein Thema, bei dem ihr als Lehrkraft dringend gefordert seid. Meine klare Empfehlung!

Selbsthilfe für junge Menschen

Stottern kann isolieren. Darum ist der Kontakt und Austausch mit anderen Stotternden so unglaublich hilfreich – in jedem Lebensalter. Für junge Menschen ist die Selbsthilfe oft eine wichtige Ergänzung zur logopädischen Therapie. Hier gibt es tolle Angebote, die ihr weitergeben könnt:

Flow – Die junge Sprechgruppe der BVSS“ – richtet sich an junge Erwachsene. Die Gemeinschaft trifft sich in über 20 Städten und auch online. https://www.bvss.de/selbsthilfe/junge-selbsthilfe

Speziell für die 12- bis 17-Jährigen wird gerade eine neue Online-Gruppe aufgebaut. Im Fokus steht hier das Stärken von Selbstvertrauen und Mut. Die zentrale Botschaft: „So wie ich bin, bin ich okay – und ich bin nicht allein!“ Solche Gruppen sind wichtige Ankerpunkte für Jugendliche, die oft unter großem Kommunikationsdruck stehen. Die Kontaktaufnahme läuft unkompliziert per E-Mail an die BVSS (info@bvss.de).

Behaltet diese Angebote im Hinterkopf! Als Lehrkraft seid ihr Vorbild. Geduld, Akzeptanz und eine entspannte Gesprächsatmosphäre sind das A und O. Gebt euren Schüler*innen Zeit.

Weitere Informationen erhaltet ihr auch über unser Lehrkraft-Programm Umgang mit stotternden Schülerinnen und Schülern

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Fundstücke Tipps

Genderklischees?! – Gar nicht haltbar.

© Sarah Richer // unsplash

Gerade entdeckt: Im Podcast Sprechwissenschaft. Sprechen schafft Wissen reden Expert:innen über Stimme, Sprache und Kommunikation – wissenschaftlich fundiert und allgemeinverständlich erklärt. In Folge 1 räumt Prof. Melanie Weirich (Uni Jena) mit Genderklischees auf. Männer nuscheln? Frauen reden immer mehr? Bullshit!
Melanie Weirich zeigt, was biologische Faktoren, Sozialisation und auditive Wahrnehmung über die Stimme und Geschlecht verraten – und warum die Forschung viele verbreitete Überzeugungen infrage stellt.

Unterhaltsam und perfekt für dich, wenn du Sprache und Gender aus einer neuen Perspektive kennenlernen willst. Unbedingt reinhören!

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Wissen

Radikale Höflichkeit

KI generiertes Bild
KI generiertes Bild

Die Radikale Höflichkeit entstand als bewusste Gegenbewegung zu einer zunehmend rauen und polarisierten Kommunikationskultur. Sie wurzelt in der Idee, dass echte Verbindung und konstruktive Auseinandersetzung nur auf einem Fundament tiefen Respekts und Empathie möglich sind. Ihr Ziel ist es, auch in schwierigen Situationen eine wertschätzende Haltung zu bewahren, das Gegenüber in seiner Menschlichkeit anzuerkennen und so Eskalationen zu vermeiden oder zu deeskalieren. Radikal höflich zu sein bedeutet aber auch, Hass und Ausgrenzung aktiv entgegenzutreten.

Auf der Seite https://www.kleinerfuenf.de/gespraechstips-und-argumentationsleitfaeden findest du viele Beispiele und weitere Informationen. Dort werden unter anderem diese fünf praktische Tipps gegeben, um in hitzigen Gesprächen einen kühlen Kopf zu bewahren:

  • Bleib cool
  • Stell offene Fragen
  • Hör zu
  • Kritisiere höflich
  • Agiere selbst

Die Radikale Höflichkeit besteht aus Methoden, die wir auch in unserem Seminar behandeln: Bleib cool, Stell offene Fragen und Hör zu – All das steckt in der Methode des Aktives Zuhöres: Hierbei geht es darum, die Perspektive des Anderen wirklich zu verstehen, ohne sofort zu urteilen. Das bedeutet, dem Gesprächspartner volle Aufmerksamkeit zu schenken, neugierig nachzufragen und das Gesagte mit eigenen Worten wiederzugeben.

Kritisiere höflich – wird durch Feedback als Haltung ermöglicht. Dieser Ansatz unterstützt wertschätzenden Aussagen. In dem man den Fokus auf konkrete Beobachtungen und Beschreibungen legt. Sich dessen Bewusst ist, dass Meinungen keine Allgemeingültigkeit haben sonder subjektiv sind und lernt zu ergründen, woher die wahrgenommene Wirkungen/Meinungen kommen.

Die Radikale Höflichkeit ist keine Garantie für konfliktfreie Kommunikation. Aber sie ermöglicht es, schwierige Gespräche zu führen, ohne die Beziehung zu belasten, und fördert ein Klima des Vertrauens und der Wertschätzung.

Wie so oft ist es eine Frage der Übung und des Ausprobierens. Versuch es doch gleich im nächsten Gespräch – sei neugierig, frage nach und formuliere deine Meinung!