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Neu im Stimmstark-Team

Marie Seeliger

Als studierte Sprechwissenschaftlerin bin ich mit großer Leidenschaft im Bereich Sprecherziehung, Therapie und Beratung tätig und freue mich sehr, seit Februar 2026 das LSQ-Team unterstützen zu dürfen. Seit meinem Studium fasziniert mich, wie gute Kommunikation gelingen kann und wir einander in alltäglichen Interaktionssituationen respektvoll begegnen können.

Von der Therapie zur Beratung

Nach meinem Masterabschluss 2022 an der MLU Halle habe ich zunächst als Sprachtherapeutin in einer logopädischen Praxis Kinder und Jugendliche in ihrer Sprach- und Sprechentwicklung gefördert. Bis heute berate ich in einer Erfurter HNO-Praxis Patient:innen bei Fragen zur Sprach- und Stimmentwicklung. Bei der Arbeit mit kleinen und großen Klient:innen ist es mir besonders wichtig, die Selbstwirksamkeit und Eigenwahrnehmung als kompetente Sprecher:innen zu stärken.

Seit 2024 bin ich als Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Sprecherziehung am Sprachenzentrum der Universität Erfurt tätig. Mit Lehramtsstudierenden gestalte, erprobe und schaue ich dabei auf kommunikative Prozesse im Kontext Schule.

Das Instrument Stimme: Keine Angst vor dem Stimmcheck!

Im Studienbegleitprogramm „Stimmcheck“ am ZLB der MLU begleite ich  Studierende von nun an dabei, ihre Stimme als zentrales Instrument des Lehrberufs zu entdecken. Einige Teilnehmer:innen erlebe ich dabei nervös und möchte ihnen hiermit die Aufregung vor dem Termin nehmen: Der Stimmcheck ist weder Prüfung noch Wettbewerb. Gemeinsam werfen einen Blick auf die individuellen Ressourcen und wie wir mit einfachen Tricks und Übungen die Stimme stärken, pflegen und gesund halten können.

Das Angebot beinhaltet eine genaue Analyse der persönlichen Stimme und eine daran anknüpfende Beratung. Dabei sind viele der Studierende auch ohne Stimmtraining oder Gesangserfahrungen positiv überrascht, wie breitgefächert ihre Stimme in Lautstärke und Tonhöhe tatsächlich ist. Um ein gutes Gespür für die eigene Stimme entwickeln zu können, lohnt sich der Stimmcheck ab Studienbeginn und zu jedem Zeitpunkt des Studiums – je früher, desto besser.

Wenn ich nicht an der Uni bin,

.. tanke ich neue Energie auf der Yogamatte, mit einem guten Podcast auf den Ohren oder beim – zugebenermaßen sehr zufriedenstellenden – Sortieren von Dingen nach Farben.

Ich freue mich auf meine Zeit im ZLB und auf viele Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Aha-Momente im Stimmcheck.

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Wer klingen will, muss fühlen – oder:

„Warum klingen wir eigentlich so, wie wir klingen?“ – diese Frage begleitete uns nicht nur in unseren Seminaren, sondern wird auch in einer Folge des Podcasts „Der Tag“ in der ARD Audiothek unter die Lupe genommen.

Für alle, die bei uns im Seminar waren: in dieser Folge taucht eine bekannte Stimme auf. Prof. Dr. Michael Fuchs (Leiter der Phoniatrie und Audiologie in Leipzig) kommt dort zu Wort. Er verknüpft leidenschaftlich medizinischen Fakten mit der lebendigen Praxis, alles verpackt mit einem wunderschönen Dialekt.

Zum Podcast

Im Podcast wird deutlich, was wir auch in unseren Übungen zum Körper- und Sprechausdruck immer wieder spüren: Unsere Stimme ist kein isoliertes Instrument, sondern ein Spiegel unserer Identität und unserer Emotionen. Ob wir nun vor einer unruhigen 8. Klasse stehen oder ein vertrauliches Gespräch führen – unser „Sound“ entscheidet darüber, wie unsere Botschaft ankommt.

Der Beitrag beleuchtet wunderbar, wie Anatomie, Psychologie und soziale Rollen zusammenspielen. Es geht um Präsenz, um Resonanz und darum, wie wir klingen, wenn wir Autorität ausstrahlen wollen, ohne dabei die Verbindung zu uns selbst zu verlieren.

Drei Impulse für die Praxis

Weil wir im Seminar so gute Erfahrungen mit dem direkten Ausprobieren gemacht haben, kommen hier drei kleine Impulse aus dem Podcast, die ihr direkt testen könnt:

  • Kurz bevor die Stunde beginnt: Einmal tief „ausseufzen“ oder locker summen. Das bringt den Kehlkopf in seine natürliche Lage zurück.
  • Stimme braucht Raum zum Schwingen. Nutzt bewusste Pausen nach wichtigen Ansagen. Das gibt nicht nur eurer Körper die nötige Luft, sondern lässt eure Worte bei den Schüler:innen erst richtig nachwirken.
  • Denkt an den „stabilen Stand“ aus unseren Übungen (und an eure Knie!). Nur wer stabil und locker steht, gibt der Stimme die Basis, um den Raum mühelos zu füllen, ohne zu pressen.

Hörtipp

Stimmtraining ist kein trockenes Handwerk, sondern gelebte Beziehungsarbeit. Wer verstehen will, wie das „Arbeitsgerät Stimme“ funktioniert, dem legen wir diese 25 Minuten ans Herz.

Hier geht’s zum Podcast: Wie wir ticken: Die menschliche Stimme – Wann sie gut klingt und wie sie schöner wird

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unSTIMMig?!

Unsere Stimme verändert sich. Ein Leben lang. Und so kann es manchmal sein, dass etwas unstimmig ist. Durch Krankheit, durch Überbelastung oder durch Stress beispielsweise. Häufig stellt sich dann die Frage: wann zum Arzt? Warum das knifflig sein kann und welche Fragen bei der Entscheidung helfen, darum soll es gehen.

Unsere Stimmlippen besitzen fast keine Schmerzrezeptoren, wir spüren auf den Stimmlippen selbst also keine Schmerzen. Bei Halsschmerzen ist es das umliegende Gewebe, welches den Schmerz sendet. Als Marker für die Entscheidung zum Arzt zu gehen, taugt ein Schmerzempfinden daher nur sehr bedingt. Selbst bei größeren Schäden an den Stimmlippen spüren wir keinen Schmerz.

Durchaus gibt es Zahlen und Normwerte, um eine Stimme als gesund und belastbar einzustufen. Diese Werte lassen sich für Lai*innen jedoch nur schwer erheben und richtig interpretieren.

„Dann bleibt es also beim Gefühl“ monierte ein Lehrer in einem meiner Workshops. Die Antwort lautet: ja und nein. Drei Kriterien können euch dennoch eine Richtung weisen.

  1. Heiserkeit oder andere klangliche Veränderungen deiner Stimme. Beispiel: du bist seit mehr als 3 Wochen heiser, deine Stimme klingt rau oder dünn und du erkennst sie nicht wieder.

2. subjektive Missempfindungen beim Sprechen. Beispiel: seit einigen Wochen räusperst du dich hochfrequent, hast ein Kloßgefühl im Hals oder ein starkes Trockenheitsgefühl.

3. Leistungseinschränkung. Beispiel: Du hast seit einiger Zeit zunehmend Schwierigkeiten den schulischen Alltag stimmlich zu meistern. Spätestens am Freitag ist deine Stimme matt und angestrengt.

Diese 3 Kritierien können erste Hinweise für dich sein, um einen Arzt zu konsultieren. Dabei reicht es aus, wenn eines der drei auf dich zutrifft.

Hier noch einmal ein Entscheidungsbaum für einen noch besseren Überblick:

Was dich in der HNO-Praxis erwartet und wie dein Weg in die Stimmtherapie aussehen könnte, erfährst du im nächsten Blogartikel im März.

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Wenn-dann-Pläne

Wir wünschen euch aus der LSQ-Zentrale heraus ein gesundes neues Jahr 2026!

Ein neues Jahr bringt häufig neue und alte Vorsätze: mehr Entspannungspausen, morgens ein Glas Wasser trinken, etwas für die eigene Stimme tun… Um (diesmal auch wirklich) dranzubleiben, möchte ich dich mit den Wenn-dann-Plänen bekanntmachen.

Wenn-dann-Pläne sind ein Strategie aus der modernen Motivationspsychologie, die die Selbstregulation fördert und die Wahrscheinlichkeit zur Durchführung einer Handlung erhöht. Dabei brauchst du neben deinem Ziel ein bis drei Wenn-dann-Sätze. Hier ein Beispiel: Mein Ziel ist es in diesem Jahr mehr für meine Stimme zu tun. Ohne Wenn-dann-Pläne bleibt die Umsetzung dieses Ziels sehr unkonkret und es ist wahrscheinlich, dass du diesen Vorsatz wieder fallen lässt.

Wenn-dann-Pläne unterstützen hier die Konkretisierung und bilden eine Art Handlungsanweisung. Wenn-dann-Pläne für unser Beispiel: Wenn ich morgens aufstehe, dann räkle ich mich und gähne oder seufze. Wenn ich beim Frühstück Radio höre, dann summe ich bei einem Lied mit. Wenn der Wasserkocher läuft, dann werde ich Lippenflattern. Schon viel konkreter, oder?

Einen Wenn-dann-Plan zu schreiben ist dabei ganz einfach und passt in einen Satz. „Wenn Situation x eintritt, dann werde ich Verhalten y ausführen.“ Dieser kleine Kniff kann helfen ein Ziel tatsächlich zu erreichen. Zusätzlich wirkt es unterstützend, wenn du dein Ziel samt Plänen einmal aufschreibst und Anderen davon berichtest. Wir wünschen dir viel Freude beim Pläne schmieden und Ziele erreichen!

Du willst mehr zu wenn-dann-Plänen erfahren? Hier geht es zu einem Artikel der Uni Konstanz:

https://kops.uni-konstanz.de/server/api/core/bitstreams/015e45b0-7875-43a1-bea5-f33b3e070d24/content

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Unterwegs

Drop-In Klasse „Body and Voice“

Montagmorgen. 8:15 bis 9:15 Uhr. Dein Körper, deine Stimme, dein Start in die Woche.

Dieses Semester gibt es im Lehrkraftprojekt ein neues Angebot, das genau hier ansetzt: die Drop-In-Klasse „Body & Voice“. Jeden Montagmorgen kommen Lehramtsstudierende zusammen, um gemeinsam in die Woche zu starten – mit Fokus auf Körper, Atem und Stimme. In jeder Einheit steht ein anderer Schwerpunkt im Mittelpunkt. So entsteht über die Wochen hinweg ein vielseitiges Übungsrepertoire – ein echter Schatz für deine eigene Körper-, Atem- und Stimmroutine als (zukünftige) Lehrkraft. Denn Präsenz, Stimme und ein gutes Körpergefühl sind im Klassenzimmer mindestens genauso wichtig wie Fachwissen.

Die Drop-In-Klasse findet in der Lernwerkstatt der Franckeschen Stiftungen statt und war in diesem Semester auch für Teilnehmende des WIR-Festivals geöffnet. Daraus hat sich eine feste Gruppe von bis zu 10 Personen entwickelt, die „Body & Voice“ mittlerweile als gemeinsames Wochenritual etabliert hat.

Wenn du einsteigen möchtest, schau gern im Studip nach „LEHRKRAFT: Body & Voice Drop-in Klasse“ oder hier im Lehrkraft-Programm.

Mach mit und starte deine Woche bewusst, präsent und mit Stimme. Ich freue mich, wenn du dabei bist.