Alles, was Du wissen musst, um die Entscheidung für Dich zu treffen!
Wie Ihr vielleicht schon über Eure Uni-Mail erfahren habt, finden im Mai, genauer vom 13 bis 21.5.2026 die Hochschulwahlen statt, in deren Rahmen auch die Promovierendenvertretung neu gewählt werden wird. Hier findet Ihr die Wahlbekanntmachung der Universität. Damit die Promovierendenvertretung auch in Zukunft funktioniert und keiner, der sich dafür entscheidet in Arbeit erstickt und das Handtuch wirft, ist es wichtig, dass sich so viele Personen wie möglich aufstellen lassen und die Arbeit dann untereinander aufteilen können. Das würde am besten passieren, wenn sich für jede Fakultät mindestens zwei (aber gerne auch mehr) Personen aufstellen lassen (Hauptamt plus Vertreterin bzw. Vertreter). Wir wissen, dass viele von Euch mit sich hadern, ob das etwas für sie ist bzw. ob es sich mit der Promotion vereinbaren lässt. Daher haben wir hier eine kurze FAQ erstellt. Da einige Dinge nicht „kurz“ zu behandeln sind und es für Euch eine wichtige Entscheidung darstellt, sich aufstellen zu lassen, fällt dieses etwas umfangreicher aus.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um aktives und passives Wahlrecht in der Promovierendenvertretung zu erlangen?
Damit Du Dich für das Amt der Promovierendenvertretung aufstellen lassen kannst, ist es wichtig, dass Deine Dissertation bei der Fakultät bereits angemeldet wurde und Du im sogenannten Hal-Doc-System angemeldet bist. Eine andere Möglichkeit ist es, als Promotionsstudent eingeschrieben zu sein (es ist möglich, dies mit einer Betreuungsbestätigung zu tun, ohne eine Dissertation direkt angemeldet zu haben). Da die Erstellung des Wählerverzeichnisses aufwendig ist und hier leicht Fehler passieren können, ist es wichtig sicherzugehen, ob Du aktives und passives Wahlrecht besitzt. Das geht am besten, wenn Du die Anmeldung persönlich abgibst und davor eine Einsicht ins Wählerverzeichnis beantragst.
Wie lasse ich mich aufstellen?
Du kannst den Antrag seit dem 1.4 einreichen, am 17.4 um 16 Uhr endet die Frist. Die Eingabe ist online und vor Ort möglich. Wir empfehlen die persönliche Abgabe. So kannst Du sicher gehen, dass alles fristgemäß und rechtens im Büro der Orgawahlen eingeht. Leider haben wir hier in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Online-Einreichungen gemacht.
Wie lange dauert denn nun die Legislatur? Zwei Jahre oder ein Jahr?
Ihr erinnert Euch sicher an unseren letzten Newsletter, in dem wir Euch von unserem „Sieg“ im Senat berichtet haben: Wir konnten die Legislatur der Promovierendenvertretung auf ein Jahr herabsenken. Allerdings hat der Wahlausschuss in seinen Informationen nun wieder zwei Jahre ausgegeben. Wie genau verhält es sich denn jetzt? Wir haben noch mal genau bei der Universität nachgefragt und das war die Antwort: Stand jetzt bleibt es bei zwei Jahren für die kommende Legislatur (bis 2028) und dann ab der nächsten Legislatur gilt dann ein Jahr (ab 2028). Das kann sich nur ändern, wenn das Wissenschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt in der nächsten Zeit diese Änderung der Grundordnung zustimmt und das dann auch für diese Wahl greift. Wir arbeiten hier fieberhaft an einer Lösung, können aber zu diesem Zeitpunkt nichts Genaues sagen, da wir auf die Bürokratie warten müssen.
Was aber, wenn es bei den zwei Jahren bleibt? Dann solltet Ihr wissen, dass Ihr die Möglichkeit nutzen solltet, wenn Ihr genug Personen seid, die Arbeit über die zwei Jahre so aufzuteilen, dass niemand mehr als ein Jahr macht bzw. erst Mal Zeit hat, sich mit dem Ehrenamt anzufreunden. Uns ist klar, dass das keine perfekte Lösung ist, aber wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Änderung der Grundordnung (die wir fristgerecht im Senat erreichen konnten) auch noch der Zustimmung des Ministeriums bedarf. Auch ist es so, dass Ihr natürlich in Absprache mit Euren Mitstreiterinnen und Mitstreitern Euch darauf einigen könnt, dass eine Person früher aufhört. Das haben wir auch schon so gemacht. Dann müsst ihr dementsprechend den Workload umverteilen oder bestimmte Aufgaben nicht mehr wahrnehmen.
Ich bin neu in der Hochschulpolitik? Wie gestaltet sich der Übergang ins Ehrenamt?
Die Wahl erfolgt im Mai vom 13. bis zum 21.5 und spätestens im Juni wisst Ihr, ob Ihr gewählt wurdet (Spoiler: Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr gewählt werdet, wenn Ihr Euch aufstellen lasst, ist sehr hoch). Wenn Ihr gewählt wurdet, werdet Ihr gebeten, Euch bis zum 1. September (Beginn der Legislatur) zusammen zu setzen, um die Personen zu bestimmen, die für Euch in den Senat gehen (das muss der Senatsverwaltung mitgeteilt werden). Auch müsst Ihr eine Sprecherin bzw. Sprecher der Promovierendenvertretung zu wählen.
Ihr merkt schon, zwischen den Wahlen und dem Amtsantritt liegen ein paar Monate. Diese können als Übergangszeit genutzt werden, um in das Amt hereinzukommen. Zunächst bekommt ihr Zugänge zum E-Mail-Postfach sowie zu unserer Webseite und dem Instragramm-Account. Dann bereiten wir noch für einige Vorgänge Anleitungen vor. Das Wichtigste ist aber: Wir stehen Euch für dringende Fragen in dieser Übergangszeit (und darüber hinaus) zur Verfügung. Auch stellen wir Euch unsere erarbeiteten Materialien und Kontakte zur Verfügung: „You’ll never walk alone“.
Welche Vorteile ergeben sich aus der Promovierendenvertretung? Bekomme ich eine Reduktion von Lehrdeputat oder Vorteile im Rahmen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG)?
Die Promovierendenvertretung ist ein noch junges Ehrenamt. Und es ist nicht direkt vergleichbar mit anderen Unigremien wie z. B. der Gleichstellung, die ja z. B. bei vielen Einstellungsverfahren vor Ort sein muss. Die Auskunft der Personalabteilung ist, dass es keine Vorteile in Bezug auf das WissZeitVG bzw. die dortigen Zeiten gibt. Wenn Du ein Stipendium hast, macht es Sinn, dort individuell nachzufragen, ob der Bezug durch ein Ehrenamt verlängert werden kann. In Bezug auf die LVVO (also die Lehrverpflichtungen) ist die Regelung unklarer. Hier geht es vor allem darum, ob Deine Vorgesetzte sich für Dich einsetzt. Leider können wir hier derzeit keine definitive Aussage treffen.
Abgesehen davon sind die Vorteile, dass Du in die Hochschulpolitik einsteigst und Deine Erfahrungen für eine zukünftige Beschäftigung an der Universität (ob hier oder woanders) ein wichtiger Punkt sind. Du lernst hier kennen, wie interne Abläufe funktionieren, wie man sich auf dem „hochschulpolitischen Parkett“ bewegt und wie wir Politik aktiv beeinflussen können bzw. die MLU inhaltlich-organisatorisch mitgestalten. Dafür bieten sich in diesem Ehrenamt sehr viele „Hebel“ und es ist für uns immer sehr motivierend, wenn wir kleine oder große Verbesserungen des Promovierens durchsetzen können.
Wie viel Zeit / Arbeit muss ich in die Promovierendenvertretung stecken? Welche Aufgaben erwarten mich?
Das hängt ganz von Dir ab. Es handelt sich um ein Ehrenamt und ein freiwilliges dazu. Es gibt streng genommen keine „Pflichtaufgaben“, aber gewählt wirst Du vor allem, um die Promovierenden auf der Ebene Deiner Fakultät zu vertreten.
Fakultätsrat
Dass heißt, dass Du einen Sitz im Fakultätsrat erhältst. Hier kannst Du für die Doktorandinnen und Doktoranden auch mit am besten erreichen (z. B. werden Promotionsordnungen und Angelegenheiten auf dieser Ebene geregelt). Die Arbeit im Fakultätsrat besteht aus der Teilnahme an den Sitzungen (ca. 1 ½ bis im Extremfall 3 Stunden 1x pro Monat) und eventuell der Arbeit an daran angeschlossene Gremien, die meistens auch 1x Mal im Monat tagen. Häufig ist der Mittwoch an der Universität der Sitzungstag für Gremien wie Fakultätsräte, andere Gremien können davon abweichen. Wenn es um Themen der Promovierenden geht, haben wir festgestellt, dass ein paar intensive Stunden der Vorbereitung sich meistens doppelt und dreifach auszahlen, z. B. in der Erarbeitung von Promotionsvereinbarungen oder Promotionsordnungen.
Hier wird es schon auffallen, wenn Du Dich nicht blicken lässt, aber Konsequenzen ergeben sich daraus nicht. Soll heißen: Wenn Du wegen einem wichtigen Termin in der Arbeitsgruppe einen Termin nicht wahrnehmen kannst, sag einfach Bescheid. Im besten Fall seid Ihr zwei Personen in der Fakultät und könnt Euch gegenseitig vertreten. So sinkt die Anzahl von Terminen für die Fakultät bereits auf einen alle zwei Monate.
Universitärer Senat und Uniebene
Die weiteren Aufgaben ergeben sich daraus, dass wir auch einen Sitz im universitären Senat haben, dem höchsten Gremium der MLU. Die Senatssitzungen sind leider bekannt dafür, etwas länger zu dauern. Hier musst Du einen ganzen Nachmittag bis zum Abend einplanen. Es ist hier sehr wichtig, zusammen zu entscheiden, ob die Tagesordnung (eine vorher herumgeschickte Liste) Punkte enthält, die ein langes Verweilen in der Sitzung rechtfertigen. Auch hier werden von der Promovierendenvertretung „aus ihrer Mitte“ zwei Personen bestimmt, die sich vertreten können. Auch auf der Ebene der Universität ergeben sich weitere Gremien, die meistens vom Rektorat aus (bzw. von einzelnen Mitgliedern) ins Leben gerufen werden, so z. B. die für uns wichtigen Gremien der Personalentwicklungskommission, der Internationalisierungskommission oder auch der AG Machtmissbrauch (in diesen Gremien waren oder sind wir in der Zeit tätig gewesen). Auch hier gilt: Wir werden (mittlerweile) eingeladen, aber die Entscheidung, wie Ihr Eure Kapazitäten aufteilt bzw. ob Ihr die Einladung annehmt, liegt bei Euch.
Bearbeitung von Anliegen der Promovierenden
Bis jetzt hatten wir nicht so viele Anliegen, dass wir diese nicht in kurzer Zeit hätten beantworten können. In der Regel haben alle Mitglieder der Promovierendenvertretung Zugang zum Postfach und können sich diese Arbeit dementsprechend gut aufteilen. In der Zukunft wird die Promovierendenvertretung jedoch durch ihre steigende Bekanntheit mehr mit solchen Anfragen konfrontiert sein. Die Bearbeitung von Anliegen gehört zu den absoluten Prioritäten und kann je nach Fall durchaus mal etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings helft Ihr dann Menschen in konkreten Notlagen und unterstützt Promovierende direkt bzw. vermittelt an die richtigen Beschwerede- und Hilfestellen (z. B. Personalrat, Ombudsstelle usw.).
Gemeinsame Treffen
Zuletzt sollte nicht verschwiegen werden, dass es Sinn macht, sich 1x pro Monat (das war unser Turnus) in der Gruppe aller Vertretungen zu treffen. Das ist nicht nur wichtig für den Erfahrungsaustausch, sondern da könnt Ihr Euch auch bezüglich gegenseitiger Vertretungen bzw. der Wahrnehmung bestimmter Termine absprechen, um für alle die Last der Aufgaben zu mindern. Diese Treffen dauerten bei uns ca. 1-2 Stunden. Hier ist es immer hilfreich, jemanden zu bestimmen, der die Sitzungen jeweils vorbereitet (Raum besorgen, Tagesordnung erstellen usw.), damit ihr schnell durchkommt.
Weitere Aktivitäten
Wie viel Zeit Ihr bzw. Du in weitere, über diese Kernaufgaben hinausgehenden Aktivitäten investiert, solltet Ihr von Eurer Arbeitslast und Eurer Motivation abhängig machen. Um Werbung für die Promovierendenvertretung zu machen und Euch einen Ort für einen Austausch über die Fachgrenzen hinweg zu geben, organisieren wir jedes Semester ein Get-Together, das mit wenig Aufwand viel bewirken kann. Mehr Zeit und Arbeit kostet ein Schreibretreat, wie wir es gerade entwickeln. Aber auch hier hat uns die positive Rückmeldung bestärkt, dies bereits ein zweites Mal anzubieten. In der ersten Legislatur hatten wir noch eine Vertreterin im Bundesverband der Promovierendenvertretungen.
Auf welche Ressourcen kann die Promovierendenvertretung zugreifen?
Wir besitzen als Promovierendenvertretung keine eigens verwalteten Gelder. Allerdings können wir z. B. bei der Einladung von Vortragenden, beim Kauf von Verpflegung für das Get-Together sowie z. B. dem Schreibretreat Gelder beim Kanzler der Universität beantragen, die meistens bewilligt werden. Es macht dazu Sinn, kurz eine Barauslage in der Finanzabteilung zu beantragen. In Sachen Fortbildung (z. B. dem Schreibretreat) bitten wir um eine Abstimmung mit der INGRA, die hier federführend ist. Solltet Ihr Euch dafür entscheiden, Euch auch auf Bundesebene zu organisieren, so werden diese Reisekosten (auch am besten vorher anfragen) ebenfalls übernommen. Bitte das immer mit etwas Vorlauf absprechen und auf die Hotelliste der Universität zurückgreifen.
Was, wenn ich noch weitere Fragen habe?
Dann kontaktiere uns bitte dringend unter promovierendenvertretung@uni-halle.de