Rezension: Assassin’s Creed Odyssee Discovery Tour

In die Vergangenheit eintauchen und die griechische Antike erleben – damit wirbt das Spiel Assassin’s Creed Odyssee, das die Spielfirma Ubisoft gemeinsam mit einem multinationalen Team, bestehend aus vielen einzelnen Personen und z.T. wissenschaftlichen Beratern, entwickelt hat. Eine Ergänzung zum Hauptspiel ist der Entdeckungsmodus, der mithilfe von Führungen die damalige Welt anschaulich machen soll.

Trailer zur Assassin’s Creed Odyssee Discovery Tour

Ziel dieser Entdeckungstouren ist es, wie es im Trailer heißt, eine Verbindung aus Museum, Archäologie und Videospiel zu schaffen. Demnach können nicht nur Gamer und Erwachsene, sondern auch Interessierte verschiedener Altersklassen, die nicht bewandert im Videospielen sind, von diesem Modus profitieren, da die Steuerung und Funktionsweise leicht erlernbar sind. Weiterhin wird die Möglichkeit aufgetan, die Entdeckungstouren als didaktische Erweiterung des eigentlichen Spiels für Bildungszwecke einzusetzen, wie beispielsweise im Geschichtsunterricht, um das Thema des antiken Griechenlands greifbarer und interessanter darstellen zu können.

Allgemein wird in den Entdeckungstouren ein Querschnitt des antiken Lebens aufgemacht. Aufgegliedert wird in die Themen „Berühmte Städte“, „Alltag“, „Politik und Philosophie“, „Kunst“, „Religion und Mythen“ sowie „Schlachten und Kriege“ (Abb. 1), innerhalb derer verschiedene Führungen angeboten werden. Im Schnitt sind die einzelnen Führungen ca. 10-20 Minuten lang.

Abb. 1, Das Menü mit Auswahlmöglichkeiten der Touren nach einzelnen Themen und weiteren Optionen.

Mit moderner Technologie, dem Videospiel, soll die Geschichte möglichst getreu nachempfunden werden. Präsentiert wird hier die griechische Antike in einer freibegehbaren Miniaturwelt (Abb. 2), wenn sie auch geographisch begrenzt ist und nicht die gesamte antike Welt abbildet. Die Spielwelt wird hierbei zum Ausstellungsobjekt, die durch eine Führung mit verschiedenen Stationen eben wie ein reales Museum betreten werden kann. Eingesprochene Texte, Bilder und Darstellung der Objekte sowie ein Quiz am Ende einer jeden Führung fördern die Interaktion zwischen Spieler und Spielwelt. Belohnungen wie neue für die Führungen verwendbare Avatare und Reittiere motivieren zusätzlich, möglichst viele Besichtigungen zu absolvieren.

Abb. 2, Dreidimensionale Darstellung der Akropolis in Athen

Bei all dem liegt im Fokus, beim Erleben der virtuellen griechischen Antike Schwellen oder Grenzen so weit es geht abzubauen. So besteht unter anderem die Option im Menü ganz einfach zu bestimmten Führungen zu springen, die räumlich und zeitlich an ganz verschiedenen Punkten angesiedelt sind. Einzig die technischen Voraussetzungen stecken Barrieren ab: Die Sprachauswahl, die Steuerungsmöglichkeiten und der Umfang der Spielwelt sind an die vorhandene Technologie gebunden und dadurch begrenzt.

Besonders aus der erwähnten gesprochenen Sprache in den Führungen ergibt sich auch ein weiterer Aspekt: Die Entdeckungstouren sind angepasst an die Rezeptionsgewohnheiten und Konventionen der heutigen Zeit. Allerdings wird dadurch auch erst eine geringe Übersetzungsleistung zwischen Interpretation und Inhalt ermöglicht.

Trotzdem werden alle multimedialen Ebenen bedient und so gut wie möglich ausgeschöpft. Der entscheidende Unterschied zu einem richtigen Museum ist die fehlende Haptik, die physische Nähe zu den Ausstellungsobjekten. Der belebende Simulationscharakter versucht dies auszugleichen.

Insgesamt ist der Entdeckungsmodus von Assassin’s Creed Odyssee in seiner Art einzigartig, vor allem was den Umfang, Inhalt und die technische Qualität betrifft. Allerdings lebt er auch sehr von dem Effekt, der um ihn generiert wird. Im Trailer und in der Werbung wird durch einen Anspruch auf Vollständigkeit, die aufgrund von Wissenslücken über die Antike eigentlich gar nicht gegeben werden kann, eine vorteilhafte Wirkung erzeugt. Die Unterhaltungsindustrie stellt die Entdeckungstouren als umfassende Veranschaulichung der antiken Welt dar, obwohl nicht alle Aspekte stimmig sind. Zum Beispiel tragen einige abgebildete Statuen, anders als in ihren originalen Ausführungen, Kleidung. Ebenfalls finden die Führungen in modernen Sprachen statt und nicht im damals gesprochenen Altgriechisch. Ein wenig kritisch zu betrachten ist ebenfalls die Qualität der Informationen, die durch Texte vermittelt werden. Es gibt weder konkrete Angaben zu verwendeten Quellen oder Literatur, noch wird der Verfasser der Texte genannt. Dadurch kann das Wissen nicht direkt nachgeschlagen werden.

Dessen ungeachtet bietet Assassin’s Creed Odyssee zahlreiche Entdeckungstouren, die die griechische Antike anschaulicher machen können; sei es nun im Unterricht oder aus Interesse im eigenen Wohnzimmer. Besonders zu einer Zeit, in der Museumsbesuche teilweise nicht so einfach zu bewerkstelligen sind, kann diese virtuelle Welt gute Abhilfe und Abwechslung schaffen.

Beispiel einer Führung zum Thema „Götter und Liebe“

Quellen und Literatur:

Bernhardt, Markus: Das Spiel im Geschichtsunterricht. Wochenschau. Fulda 2003.

Weiterführende Links:

https://assassinscreed.ubisoft.com/game/de-de/news-updates/355000/discovery-tour-ancient-greece-now-available

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/wie-assassin-s-creed-antike-geschichte-lehrt-16593637.html

Rezension: Virtuelles Museum Digital Humanities

Wenn wir an ein Museum denken, kommt den meisten von uns zunächst ein physischer Raum mit dreidimensionalen Gegenständen, die hinter Glasscheiben in Vitrinen verwahrt werden, in den Sinn. Heutzutage, mit zunehmender Digitalisierung, können allerdings nicht nur einzelne Teile von Museen virtuell zugänglich gemacht werden, sondern es gibt einzelne Projekte, die sich auf das bloße Online-Format stützen wollen und somit eine neue, unkonventionelle Richtung im Gegensatz zum „veralteten“ Bild des Museums einschlagen. Zu diesen gehört auch das Virtuelle Museum Digital Humanities der Universität Trier (Abb. 1), das sich – wie der Name schon sagt – thematisch mit den digitalen Geisteswissenschaften auseinandersetzt.

Abb. 1, Virtuelles Museum Digital Humanities (Screenshot vom 05.08.2020)

Das ab 2015 eingerichtete Online-Museum basiert auf einer Website, ist aber vom Grundsatz her wie ein reales Museum aufgebaut. Überschriften einzelner Seiten wie Eingang, mehrere Räume mit Stationen und ein Ausgang orientieren sich an der Struktur physischer Museen und spiegeln eine solche auf diese Art wider. Ein Lageplan am Eingang (Abb. 2) illustriert die Vorstellung der virtuellen Konstruktion.

Abb. 2, Ausstellungskonzept (Screenshot vom 05.08.2020)

Am Eingang (Abb. 3) wird das Projekt bzw. das Digitale Museum vorgestellt. Als Zielgruppen werden Studierende der Universität Trier, Studienanfänger der Digitalen Geisteswissenschaften, aber auch an der Thematik Interessierte benannt. Neben der Entwicklung des Projekts, dem oben bereits genannten Ausstellungskonzept und den Themenräumen werden auch verschiedene Möglichkeiten des virtuellen Museumsbesuchs nach drei Besuchertypen skizziert. Demnach wäre ein vollständiger Rundgang für den Bildungstypen gedacht, der alles an Informationen mitnehmen möchte, der Stöbertyp entdeckt in dem riesigen Pool an Wissen das, was ihn an verschiedenen Themen interessiert, während der Strukturtyp nach konkreten Informationen sucht. Diese Einteilung kann dem Museumsbesucher helfen, sich selbst besser zu verorten und herauszufinden, wie er den persönlichen Aufenthalt gestalten will. Ein freies Bewegen ist somit auch in diesem virtuellen Museum möglich.

Unten auf der Seite besteht nun die Option, sich durch alle kommenden Räume durchzuklicken.

Abb. 3, Eingang (Screenshot vom 05.08.2020)

Schließlich folgen mehrere Abschnitte zu DH-Definitionen, u.a. zu Begriffsklärung, Vorgeschichte, Geisteswissenschaften und Benennung von Verbänden. Direkt daran anschließend folgt Raum 1 mit dem Thema der Digitalen Wörterbücher, Raum 2 zur Digitalisierung von Kulturgütern und Raum 3 zu Unentschlüsselten historischen Gegenständen. Jeder dieser Räume hat einen Einführungstext und verschiedene Stationen (Abb. 4), die ganz unten auf der Seite eingesehen und angeklickt werden können.

Auf allen Seiten wird mit verschiedenen Medien gearbeitet, sei es Bild, Text oder Video. Unter Anwendung dieses breiten Spektrums an Angeboten werden viele Personen gleichermaßen angesprochen. Vereinzelt gibt es sogar kleine Übungen bzw. Aufgaben (Abb. 5), die erledigt werden können, wie z.B. Suchaufträge. Alle Informationen werden stets mit Quellen und Literatur belegt.

Abb. 4, Überblick der Stationen von Raum 1 (Screenshot vom 05.08.2020)
Abb. 5, Eine ausgewählte Übungsaufgabe (Screenshot vom 05.08.2020)

Im Anschluss an die drei Räume folgen Informationen zu Social Media rund um die Digital Humanities und ein Kontaktformular. Weiterhin behandelt werden die Themen Digitale Editionen, Maschinen und Manuskripte (Digitale Kodikologie), sowie Schreiben und Diskutieren über digitale Geisteswissenschaften. Am Ende gibt es einen Ausgang mit einem Ausblick.

Zusammengefasst ist das Virtuelle Museum Digital Humanities ein Projekt, das dem modernen Zeitgeist entspricht und auf diesem Wege Wissen an eine breitere Masse vermitteln kann. Mag das Thema auch sehr speziell sein, so ist das Museum meines Erachtens nach dennoch nicht nur für Studierende der Universität Trier oder der Fachrichtung der Digital Humanities, sondern auch für Geisteswissenschaftler aller Art interessant, da die Kombination dieser Fächer mit der Informatik immer relevanter und künftig ganze Generationen von Studierenden prägen wird. Angebote verschiedener Medien und Interaktion durch Übungsaufgaben runden den gesamten Online-Auftritt ab. Nicht vorhanden, aber ergänzend hilfreich wäre vielleicht noch eine Gesamtübersicht über alle Themen, Räume und deren untergeordnete Stationen, sodass alles auf einen Blick ersichtlich ist und der Besucher leichter den Überblick behalten und ggf. zu bestimmten Punkten springen kann. Abgesehen davon ist das Virtuelle Museum Digital Humanities eine sehr gute Möglichkeit, sich zum Thema der digitalen Geisteswissenschaften einzulesen und auch weiterzubilden.

Link zum Virtuellen Museum Digital Humanities:

http://dhmuseum.uni-trier.de/

Rezension der Online-Ausstellung über die Höhle von Lascaux in Frankreich

Hört man den Namen der Höhle von Lascaux, denkt man sofort an die Steinzeit und alte und verwitterte Felszeichnungen. Was man vielleicht nicht erwartet, was einem aber dennoch auf der Internetseite dieses Höhlenschatzes in der Gascogne unweit von Bordeaux in Frankreich
begegnet, ist eine bemerkenswerte Kombination aus steinzeitlicher und moderner Technik. Obwohl seit den 1980er Jahren die originalen Zeichnungen nicht mehr für Besucher zugänglich sind, gibt es seit 2014 die Möglichkeit, sie vom Schreibtisch, Sofa oder Bett aus virtuell zu besuchen, ohne sich die Mühe machen zu müssen, nach Frankreich zu fahren. In dieser Rezension werde ich Sie durch den Onlineauftritt und die 3D-animierte Tour der Höhle von Lascaux führen, um Sie anzuregen, sich doch einmal selbst auf diese virtuelle Reise zu begeben.

Da wir uns in diesem Seminar überwiegend mit Geschichts- oder Kunstmuseen beschäftigen, habe ich mir überlegt, eine andere Art von Museum anzusehen. Nun ist die Höhle von Lascaux ein besonderes Museum, denn sein Ausstellungsort ist auch gleichzeitig das Hauptaus-stellungsstück. Daher kann es nicht einfach wie andere Archäologie-, Geschichts- oder Kunstmuseen seine Exponate mit relativ geringem Aufwand abfotografieren und auf einer Internetseite präsentieren. Das verhindert allein schon die natürliche Lage, Größe und Struktur der Höhle. Was haben nun die Verantwortlichen von Lascaux daraus gemacht?

Die Kapitel des Onlineauftritts der Höhle von Lascaux

Mit einer Höhle verbinden wir häufig Dunkelheit sowie Schwierigkeiten beim Zugang und mit der Orientierung. Dieses Problem hat das Musée d’Archéologie Nationale, das neben dem französischen Kulturministerium das Projekt unterstützt, jedoch beeindruckend gut gelöst, denn wenn man die viersprachige Webseite aufruft (https://archeologie.culture.fr/lascaux/fr), empfängt einen gleich auf der Auftaktseite ein Video, das alle Zeichnungen aus nächster Nähe zeigt. Diese seit 2014 existierende 3D-Modellierung der Wandmalereien ist eine virtuelle Tour durch die Höhle, bei der man die aus der Jungsteinzeit stammenden Zeichnungen aus unter-schiedlichen Perspektiven betrachten kann. Darüber hinaus gibt es, über die Startseite oder das Menü erreichbar, sechs bzw. fünf (je nach Sprache) thematisch geordnete Kapitel verschiedener wissenschaftlicher Fachbereiche, die sich unter anderem mit der Geologie, den Maltechniken, der Fundgeschichte und der modernen Forschung beschäftigen. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass vor allem die französische und englische Version ausführlicher sind als die deutsche und spanische. Diese thematisch angeordneten Kapitel erfassen sehr detailliert den geographischen, geologischen, archäologischen und kunsthistorischen Kontext der Malereien und nutzen Bilder, Karten, Fotos und Animationen zur Veranschaulichung. Dieser Aufbau entspricht den Bereichen, deren Wissen und Methoden Archäologen bei der Untersuchung eines Fundes heranziehen. Der Besucher erhält auf diese Weise nicht nur Informationen, sondern auch einen faszinierenden Einblick in deren Arbeitswelt. Neben den Erklärungen zu Lascaux verweisen diese Kapitel noch auf ähnliche Museen und Höhlen in der Umgebung, die zum größten Teil auch online besucht werden können.

Wie man schon am Aufbau und am Detailreichtum der Kapitel erkennen kann, hat der Internetauftritt einen betont informativ-wissenschaftlichen und damit bewusst keinen sensationsorientierten Charakter. In jeder der vier Sprachen werden die Wissensbereiche kurz und präzise eingeführt, sodass der Besucher keine Vorkenntnisse benötigt, um den Inhalt zu verstehen. Dennoch gibt es nur im Französischen Erklärungshilfen, die bestimmte Fachwörter für Laien verständlich erläutern. Die Online-Ausstellung ist an Archäologie interessierte Jugendliche oder Erwachsene gerichtet, die sich Zeit für den Besuch nehmen, da man viel lesen muss und sich nicht schnell durch verschiedene, abfotografierte Objekte klicken kann. Die vielen unterschiedlichen Medien, die in jedem Kapitel eingesetzt werden, helfen einem jedoch gut dabei, sich das eben erklärte bildlich vorzustellen. Man kann, z.B. dank einer Animation, in der Schritt für Schritt die Zeichnungen entstehen, sehen und verstehen, wie die Menschen in der Steinzeit ihre Umwelt, ihren Alltag und ihre Glaubensvorstellungen in Bilder verwandelt haben.

Die Internetseite lässt sich technisch sehr einfach bedienen, und auch für die virtuelle Höhlenführung benötigt man keine spezielle Software. Zusätzlich zu den verschiedenen Bildmedien in den Kapiteln gibt es noch eine Materialsammlung, in der unterschiedliche Objekte und Medien ausgewählt und vergrößert betrachtet werden können.

Es ist eindrucksvoll zu erfahren, was heutzutage dank moderner Digitalisierungs- und Dokumentierungstechniken alles möglich ist. Am Beispiel der Höhle von Lascaux zeigt sich, dass man nicht mehr nur einzelne kleine Objekte, sondern eben auch ganze Höhlen digitalisieren kann. Auf diese Weise lässt sich die Steinzeit auf neuartige und bequeme Weise entdecken. Das einzige Manko ist der betont wissenschaftliche Onlineauftritt, der ungeduldige jüngere aber auch ältere Besuchergruppen mit seiner Vielfalt und Struktur eventuell überfordert. Dennoch sei jedem empfohlen, diese Internetseite zu besuchen, denn so schnell und leicht kann man sich sonst keine jungsteinzeitlichen Malereien nicht nur ansehen, sondern auch gut nachvollziehbar erklären lassen – vor allem nicht, wenn sie fast 1500 Kilometer vom eigenen Wohnort entfernt liegen und noch dazu in einer Höhle versteckt sind.

Hier geht es zur Webseite der Höhle von Lascaux: https://archeologie.culture.fr/lascaux/fr

Die Albertina in Wien – Museum online erleben

Das Museum von außen

Gerade zu Zeiten von Corona mussten Museumsfans kreativ werden, da der normale Besuch im Museum nicht möglich war. So legte sich das Augenmerk plötzlich auf die Onlinepräsenzen der Museen. Tatsächlich haben viele Museen schon vor Corona in eine ausführliche Onlinepräsenz investiert. Gerade interessant sind Museen, welche nicht in der direkten Nähe liegen.

Die Albertina ist ein Kunstmuseum im 1. Wiener Gemeindebezirk, der Inneren Stadt. Sie beherbergt unter anderem eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt. Das Museum ist im Palais Erzherzog Albrecht untergebracht, einer historischen Residenz der Habsburger. Der Name Albertina bezieht sich auf Albert Casimir Herzog von Sachsen-Teschen, Schwiegersohn von Kaiserin Maria Theresia, der die Sammlung 1776 in Pressburg gründete, wo er als Vertreter von Maria Theresia für das Königreich Ungarn residierte.

Doch wie steht es um die Onlinepräsenz eines so altehrwürdigen Museums?

Die Albertina hat eine sehr ausergwöhnliche, trotz allem sehr moderne Art einer Onlinepräsenz. Unter dem Menüpunkt „Austellungen“ auf der Hauptseite kommt man zu den aktuellen Austellungen, welche das Haus zu bieten hat. Hier erwartet einen jedoch keine 3D-Führung durch das Gebäude, sondern eine kleine Aufklärung über die Austellung und daneben werden die dazugehörigen Gemälde mit Kurzbeschreibung aufgezeigt. Hier kann man sich durch die Bilder klicken und sie in sehr guter Auflösung, jedoch losgelöst vom Austellungsraum und Zusammenhang, betrachten. Einen kleine einblick in die Räumlichkeiten bekommt man jedoch ganz am Ende der jeweiligen Bildersammlung doch. Dort wird einen ein einzelnes Foto eines Austellungsraumes gezeigt, um sich gegebenenfalls besser vorstellen zu können in welchen Räumlichkeiten die Bilder sich befinden und um zukünftige Besucher in Haus zu locken, ihnen so zu sagen die Ausstellungen schmackhaft zu machen ohne zu viel zu verraten.

Bilder Sammlung zur Austellung „Mesiterwerke der Moderne“

Aber die Albertina umfasst nicht nur Gemälde, Skulpturen und Fotographien, welche man Online betrachten kann. Nein auch Prunkräume gehören mit zur Sammlung welche man auch Online in einer Bildershow betrachten kann. Auch hier bekommt man nur eine Perspektive des jeweiligen raumes gezeigt. Mit einem 3D oder 360º konzept Arbeitet die Albertina nicht. Dies ist jedoch keineswegs ein Mangel. Das konzept, welches die Albertina sich für ihre Online Präsens gewählt hat pass sehr gut zu Ihrem erscheinungsbild.

Zudem wird die Website in vielen verschiedenen Sprachen angeboten, sogar chinesisch und koreanisch. Trotz das man hier nicht viele Informationen zu den gezeigten Objekten bekommt, ist dies lobenswert und auch ein heraustellungsmerkmal der Albertina. Zudem bietet die Albertina auch einen Newsletter an, welchen man Abonnieren kann und immer über die neusten Austellungen, Angebote usw. Infomiert wird.

Doch hat die Albertina noch ein sehr interessantes Feature. Auf der Website unter „Sammlungen Online“ findet man Bilder von Staturen, Gemälden usw., welche nicht Platz in den zurzeit gezeigten Austellungen finden, sondern welche hinter den Kulissen gelagert werden. So wird der Onlineauftritt der Albertina mit diesem Feature aufgewertet und sogar einzigartig gemacht. Die Suche kann nach Künstler oder Jahr geordnet werden und man bekommt sogar eine kleine Karteikarte mit Randinformationen zu den gezeigten Objekten.

Albertina Sammlungen Online

Zum weiteren sind auf der Website auch die anderen Medienkanäle, welche die Albertina besitzt, verlinkt. So Instagram und Youtube, welche gegebenenfalls als Zugänge für jüngere Zielgruppen gedacht sind. Trotz allem bleibt die Albertina ein eher klassisches Museum. Ihre Zielgruppe sind dementsprechend vorwiegend Erwachsene, welche sich auch wirklich für die dort präsentierten Objekte interessieren und weniger für Teenager und Kinder. Jedoch auch für Studenten ist die Website der Albertina sehr interessant da sie eine Recherche Funktion in ihren Sammlungen bietet, in denen man sehr gut Forschen kann. Auch für Lehrer könnte diese Art der online Präsens eine gute Form zur Unterstützung für Online Unterricht bieten, da es Interaktiver ist und so zum Lernen anregen kann.

Zu beachten ist auch das dies sich auf die Website der Albertina bezieht, denn seit neusten hat die Albertina einen zweiten Standort und zwar die ALBERTINA MODERN. Die ALBERTINA MODERN zählt zu den größten Museen für die Kunst der Moderne und der Gegenwart. Am 27. Mai 2020 eröffnete der zweite Standort der ALBERTINA, der über eine Sammlung von über 60.000 Werken von 5.000 Künstlerinnen und Künstlern verfügt. Auf über 2.000 Quadratmeter präsentiert die ALBERTINA MODERN umfassende Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst, deren Ausgangspunkt die eigenen Bestände und vor allem Hauptwerke der seit 2017 in der ALBERTINA beheimateten Sammlung Essl sind.

Natürlich hat auch die Albertina Modern einen Online Auftritt, welcher jedoch nicht so umfangreich gestaltet ist wie der, der Albertina. Aber trotz allem bekommt man auch hier unter Austellungen einen kleinen einblick in die Momentanen Austellungen. Jedoch ist das Museum noch sehr Jung und es wird sicherlich noch einiges, auch für die Online Pärsens des Museums getan werden.

Jedoch um so länger man sich auf der Website der Albertina aufhält, umso mehr Lust bekommt man, sich dieses große und prunkvolle Museum in seinem ganzen einmal in Persona anzuschauen. Aber auch die Online Präsens, gerade in Zeiten von Corona bietet eine gute Alternative.

Hier gehts zur Website: https://www.albertina.at/home
Hier gehts zur Online Sammlung: https://sammlungenonline.albertina.at/?language=de#/query/03238534-eb02-4045-94ec-ecb943bd296c

Nasjonalmuseet.no

Online Eindrücke vor Fertigstellung des Gebäudes

Wer kann behaupten, bereits Ausstellungsstücke aus einem Museum gesehen zu haben, das noch nicht existiert? Das Nationalmuseum Oslo befindet sich gerade noch im Bau. Es soll das größte Kunstmuseums Oslos werden und wird Kunst, Architektur und Design miteinander verbinden. Das Gebäude, direkt zwischen der Akerhus Festung, dem Rathaus und dem Friedensnobelpreis Zentrum gelegen, wird erst im Frühjahr 2021 fertig gebaut und eröffnet. Bis dahin kann man allerdings schon viele Eindrücke online sammeln. Der Online-Zugang ist über Norwegisch oder Englisch möglich. Dabei zeigen sich Unterschiede im Aufbau und den Inhalten, so dass sich ein Wechsel zwischen den Sprachen lohnt. So wird deutlich, welche Inhalte, welchem Publikum besonders ans Herz gelegt bzw. präsentiert werden sollen. Die norwegische Startseite verweist eher auf aktuelle Projekte vor Ort in Oslo oder  auf Partizipationsmöglichkeiten in der Stadt. Im englischsprachigen Bereich soll das internationale Publikum besonders durch herausragende Ausstellungsstücke gelockt werden. So werden bereits auf der Startseite Werke von Vincent van Gogh und Edward Munch besonders hervorgehoben. 

Ein Beispiel für eine Online-Ausstellung ist die über  „Wilhelm von Hanno“. Die „reale“ Ausstellung wird erst im August in einem der Aktuell noch genutzten Gebäude eröffnet. Allerdings hat man bereits jetzt online einen Zugang. Es werden viele Skizzen, Zeichnungen und Gemälde des Architekten in hochaufgelösten Bilder mit ausführlichen Texten zu allen Bereichen seines Lebens gezeigt. Dabei schwingt auch immer wieder der Stolz über Gebäude, die Hanno in Oslo errichtete, die von ihm gegründete Schule oder auch die von ihm gestaltete Briefmarke, mit. Da die Seite sehr ausführlich das Leben betrachtet, kann der Besucher auch durch ein Menü auswählen, welche Bereiche ihn interessieren und er springt direkt dorthin. 

Besonders spannend sind die „Stories from the museum“, da diese doch im normalen Besucheralltag des Museums nicht zugänglich sind .  Der Online-Auftritt hingegen gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Dabei geht es beispielsweise um die Aufarbeitung bzw. Konservierung von Objekten oder um die Lagerung der wertvollen Stücke. So werden vor allem Arbeitsprozesse von Mitarbeitern des Museums transparent . Von der Entstehung einer Ausstellung über  spezielle Objekte, die das Museum verwahrt, bis hin zu Geschichten, die einzelne Künstler miteinander verbinden, kann man hier einiges entdecken.

Zwei Features des Online-Auftritts vom Osloer Nationalmuseum sind besonders hervorzuheben. Zunächst findet man auf der Startseite die Mitmach-Aktion „Create your own Collection“. Dabei haben Besucher der Website die Möglichkeit, eigene „Ausstellungen“ zu gestalten, in dem Kunstwerke aus der 44 000 Stück starken Museums Kollektion ausgesucht werden und unter einem selbstgewählten Thema präsentiert werden. So werden die Besucher herausgefordert aktiv zu werden und sich mit dem Fundus des Museums direkt auseinanderzusetzen. Auf diese Weise entsteht eine Vielzahl an „Ausstellungen, wodurch mehr Verlinkungen zwischen den Ausstellungsstücken entstehen und Kuratoren in Interessensgebiete der Besuchenden einen Einblick erhalten. Durch die Vielfalt der Objekte, kann man sich dabei austoben und den Bereich auswählen, der einen am meisten interessiert. Die Ausstellungen werden öffentlich angezeigt, können mit Beschriftungen versehen oder in den sozialen Medien geteilt werden. Die einzelnen Objekt sind vom Museum beschriftet und mit Informationen versehen. Immer wieder werden ähnliche Objekte angezeigt oder ein Download des Stückes angeboten.

Diese Form der Auseinandersetzung mit Museumsobjekten ist besonders auch im pädagogischen Kontext spannend. Im Klassenverband können in Gruppen oder auch allein Ausstellungen konzipiert werden, die anschließend durch die anderen Schüler entdeckt und besprochen werden kann.

Das zweite besondere Feature ist die Integration von ausgewählten Objekten in das Videospiel „Animal Crossing“ . Dieses Spiel hatte durch die Corona-Pandemie noch einmal einen deutlichen Schub erhalten und besonders jüngere Zielgruppen zwischen 10 und 40 Jahren werden dabei angesprochen. Das Nationalmuseum Oslo bietet dabei die Möglichkeit, Bilder als Einrichtungsgegenstände im Spiel zu integrieren oder auch als Puzzle zusammensetzen zu können. Die „Originale“ sind jeweils unter den QR-Codes verlinkt, so dass Informationen dazu eingeholt werden können. Inwiefern diese im Spiel einbezogen sind, ist nicht ersichtlich. 

Dem Nationalmuseum Oslo ist es gelungen, mit dieser ansprechenden und anregenden Website ein breites Publikum anzusprechen, deren Handhabung einfach ist und durch ein schlichtes Design übersichtlich bleibt. Zudem ist es ein Beispiel für die verschiedenen Möglichkeiten der Eingliederung der Besucher in den Alltag des Museum bzw. die Integrierung des Museums in die Lebenswelt der Besucher. Sie werden durch unterschiedliche Medien auf der Website angesprochen, so dass für alle Rezeptionskanäle Zugänge möglich sind. Durch Videos, Texte, Bilder, Soziale Medien, die Integration in Videospiele sind ansprechende Herangehensweisen geschaffen, die durch die Vielfalt auch eine Auswahl durch den Besucher zu lassen und damit eine aktive Partizipation ermöglichen. Das wird verstärkt durch die Möglichkeit, zu allen Inhalten und Seiten Feedback zu hinterlassen und somit ein direkter Draht und Interaktion mit den Kuratoren erwünscht wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Website weiterentwickelt, wenn das Museum eröffnet wird und wie die digitalen Möglichkeiten weiter mit einbezogen werden oder eben zurückgefahren werden. Ein Besuch ist es auf jeden Fall wert.

Hier gehts zum Museum: nasjonalmuseet.no

Das Kunstkraftwerk Leipzig – Offline und Online

Multimedialer Raum des Kunstkraftwerks

Das Kunstkraftwerk in Leipzig ist Kunst einmal ganz anders erlebt. Allein schon das Gebäude, in welchem man das Kunstkraftwerk findet, ist ein ganz besonderes. Das über 100 Jahre alte Areal in Leipzig-Lindenau verfiel nach der Wende in einen tiefen Dornröschenschlaf und geriet in Vergessenheit.

Erst 2012 wurde es von Markus Löffler, Professor für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie an der Universität Leipzig, und Ulrich Maldinger, Architekt und Designer, wiederentdeckt. Die beiden verliebten sich in den rauen Charme des ehemaligen Heizkraftwerkes und trafen spontan die Entscheidung, der Industriebrache neues Leben einzuhauchen. Was ihnen vorschwebte: im ursprünglichen Ambiente der industriellen Ästhetik ein internationales und interdisziplinäres Kunstzentrum zu schaffen. Und dies ist Ihnen gelungen! Mit ihrem digitalen aber auch interaktiven Museum schaffen die Besitzer des Kunstkraftwerkes ein Museum für Groß und Klein, für Jung und Alt. Herzstück des Museums sind die immersiven Videoinstallationen, 360 Grad Projektionen, die den gesamten Raum ausfüllen. Der Betrachter taucht in die Werke ein, bewegt sich im Raum und erlebt die Shows multimedial. (z.b. mit Bildern von Van Gogh). Immersive Kunst ist eine neue Form des Kunstexperiments, die zum Ziel hat, Kunstwerke ganzheitlich zu erleben. Mit Projektionen, Bildern und Musik wird der Betrachter Teil des Werkes.

Das Kunstkraftwerk von außen

So entsteht ein neuer Zugang und es wird einem breiten Publikum ermöglicht, sich Kunst zu nähern. Neben den Videoinstallationen versteht sich das Kunstkraftwerk auch als offener Raum für Ausstellungen und Installationen auch für junge Künstler. Der Austausch über die Kunst hinaus geschieht über wissenschaftliche Vorträge und interaktive Vermittlungsangebote. So bietet es eben auch zwei rein Interaktive ebenen. In dem man im Bezug auf Kunst verschiedenste Experimente durchführen kann und so, gerade Kinder, spielerisch an Kunst herangeführt wird.

Nun stellt sich eben die Frage, in wie weit kann man dies online wieder geben?

Ich muss sagen, dass sich das Kunstkraftwerk sehr viel Mühe mit ihrer Online-Präsens gibt. Man kann in einer 360o-Ausstellung einmal durch das ganze Museum wandern und es sogar von Außen betrachten, so das man das Museum in seiner Ganzheit sehr gut verstehen kann. Da das Kunstkraftwerk sich gerade durch den Ort seiner Ausstellung, das alte Industriegebäude auszeichnet.

Besonderen Wert legt das Museum auch in seiner Online-Präsens auf ihren großen multimedialen Raum. Hier bekommt man sogar mehr Infos über die momentane Ausstellung als vor Ort im Museum. Klickt man auf das kleine i, so kann man sich über die Ausstellung belesen und Informieren. Man steht wie im Raum selbst und kann sich einmal 360o um sich selbst drehen und so den Raum von allen Seiten und in seiner Vollkommenheit betrachten. Jedoch fehlen die musikalische Untermalung und die Bewegung in der Online Ausstellung, welche für das volle Erlebniss dieses Multimedialen Raumes von Wichtigkeit sind. Ein Pluspunkt ist es jedoch dafür das man sich hier mehrere Ausstellungen anschauen, nicht so wie vor Ort, wo man sich nur das aktuelle Programm ansieht.

YouTube Auftritt des Kunstkraftwerks Leipzig

Wandert man durch das restliche Museum Online so ist zu betrachten, das man sonst sehr wenig Informationen zu den ausgestellten Bildern bekommt. Aber auch hier findet man ab und an das kleine i welches Informationen für einen bereit hält. Auch die Interaktiven Ebenen kann man in der Online- Ausstellung natürlich nicht benutzen. Trotz allem kann man sich die Bilder und das Gebäude auch hier in der 360º Perspektive frei ansehen.

Teil des Virtuellen Rundganges mit Erklärung

Trotz allem finde ich, dass die Online-Ausstellung gut gelungen ist. Zudem findet man auch Videos zu den Ausstellungen auf Youtube, auch auf Instagram und Facebook ist das Kunstkraftwerk präsent. Mit seiner großen und Umfangreichen Online Präsens bietet das Museum, gerade in Corona Zeiten eine gute alternative für Museumsgänger. Auch für Online Unterricht als eine Art Virtuelle Exkursion eignet sich das Kunstkraftwerk damit sehr gut und kann den Unterricht aufwerten. Ebenfalls im Präsensunterricht ist das Museum vielleicht eine Alternative zum normalen „Filme“ schauen.

Aber es gibt nunmal Dinge, die man in einer Online-Ausstellung noch nicht wieder geben kann, vielleicht auch nicht will.Gerade der Multimediale Raum entfaltet seine gigantische Wirkung erst in einem Präsensbesuch. Wenn man in die Kunstwerke mit der Musikalischen Bekleidung eintaucht. Jedoch macht der Online-Auftritt des Kunstkraftwerkes Lust auf mehr. Er reizt einen und zieht einen in das Museum. Alles in allem ist der Onlineauftritt eines solchen Multimedialen Museums sehr gelungen und steht für das Kunstkraftwerk.

Hier gehts zur Online-Ausstelung: https://360.goterest.com/sphere/kunstkraftwerk-leipzig-virtual-tour

Das Smartphone. Ein Kommunikationsmittel in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat nicht nur weitreichende globale Auswirkungen, wie z.B. auf politischer Ebene, sondern auch auf jeden einzelnen von uns einen starken Einfluss auf das alltägliche Leben. Besonders die auferlegten Ausgangsbeschränkungen trafen die Menschen – den einen mehr, den anderen weniger – tief und schränkten persönliche Kontakte immens ein. Zwischenzeitlich durfte in Deutschland jeder Bürger nur mit einer anderen Person außerhalb des eigenen Hausstandes nach draußen, eine Mindestabstandsregelung wurde eingeführt. Das führte unweigerlich dazu, dass jegliche Kontakte und die direkte Kommunikation mit der Außenwelt nicht mehr wie gewohnt stattfinden konnten. Es mussten also neue Möglichkeiten her, und diese gab es dank der fortschreitenden Digitalisierung bereits: Der Griff zum Smartphone (Abb.1) liegt nahe.

Abb. 1, Frontansicht eines Smartphones

Smartphones gibt es, wie heutzutage allgemein bekannt, in den verschiedensten Variationen und von unterschiedlichen Anbietern. Allen gemein ist, dass sie ein möglichst komprimierter, handlicher Alltagsgegenstand sein sollen, der ursprünglich vor allem der Kommunikation dienen sollte, mittlerweile aber auch mit schnell voranschreitender Entwicklung als Plattform für Spiele, zur Information und Suche im Internet etc. genutzt wird. Diese technische Innovation ist aus unserem Leben kaum noch wegzudenken.

Gerade weil das Smartphone so einen hohen Stellenwert für unser Alltagsleben hat, konnte es in der Zeit der verschärften Ausgangsbeschränkungen helfen, sich mit den Leuten, die sich nicht im unmittelbaren Umfeld befanden, ganz einfach auszutauschen. Das beginnt schon mit einem kurzen Telefonat (Abb.3) oder dem Versenden von SMS (Abb. 2). Diese simplen, unaufwendigen und in den meisten Altersschichten (noch) bekannten Methoden wurden in letzter Zeit vermehrt genutzt, wie auch Nachrichtenseiten im Internet beschrieben. Aber auch Videochats, populäre Messenger-Apps wie Whatsapp und soziale Netzwerke (verwiesen sei hier u.a. auf Instagram, Facebook oder Twitter) fanden großen Anklang in der privaten Kommunikation. Es war vielen von uns auf diese Weise möglich, mit Familie, Freunden und Bekannten zu schreiben, zu sprechen oder sie sogar aus der Ferne zu sehen. Und das alles mithilfe eines einzigen Geräts.

Aber heute verwenden viele Leute ihr Smartphone längst nicht mehr nur für private Kommunikation, sondern auch für geschäftliche bzw. betriebliche, wie auch schulische oder universitäre Korrespondenzen. E-Mails werden schnell eingetippt und versendet, ohne einmal den PC oder Laptop hochfahren zu müssen; diese Möglichkeit habe auch ich häufig genutzt. Ebenfalls konnte und kann das Smartphone für die Online-Lehre zum Einsatz kommen – wer es mag, lädt sich PDFs und andere Dateien auf sein Gerät herunter oder schaut damit Lehrvideos an.

Auch im größeren Rahmen erfolgt eine Form der Kommunikation mittels des Smartphones: Zwischen Menschen und Medien. Immer weniger wird zur analogen Zeitung gegriffen, um sich zu informieren, stattdessen wird googelt oder man erhält Nachrichten durch Abonnements ausgewählter Seiten auf sozialen Netzwerken (Abb. 4).

Abb. 4, Internetauftritt der Mitteldeutschen Zeitung auf Instagram

In den letzten Tagen ist das Smartphone noch einmal auf eine andere Art und Weise relevant in den Medien geworden: Die Corona-Tracking-App (Abb. 5) ist erschienen und wurde bereits von Millionen von Deutschen auf dem Gerät installiert. Diese App soll möglichst flächendeckend und anonym jedem individuell anzeigen können, wo Coronafälle in der Nähe des Standorts seines oder ihres Smartphones auftraten. Dadurch könnte das Risiko von unbekannten Infektionsketten minimiert werden. So bleibt das Smartphone, trotz derzeit gelockerter Ausgangsregelungen, wohl einer der wichtigsten Gegenstände während der Corona-Pandemie.

Abb. 5, Die Corona-Warn-App ist aktuell auf Platz 1 der häufigsten Downloads im Google Play Store (Stand: 19.06.2020)

Weiterführende Weblinks:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/corona-krise-deutsche-entdecken-das-telefon-wieder-a-312e8736-6646-4544-a463-5475922d9282

https://www.tagesschau.de/inland/faq-corona-tracing-app-101.html

Das Klopapier als Erinnerungsstück an die Corona-Krise

Klopapier

Was bleibt in Erinnerung, wenn die Corona-Krise irgendwann vorbei ist? Vieler Orts sammeln Museen nun so genannte „Corona-Objekte“. Eines der Wichtigsten dieser Objekte, welches nicht fehlen darf, ist natürlich das Klopapier. Lustig, wenn man bedenkt, dass eigentlich eben dessen mangelndes Vorhandensein und nicht dessen Wichtigkeit es zu einem so wertvollen Erinnerungsobjekt dieser Krise gemacht hat.

Leere Klopapierregale im Supermarkt

Es war aufgerufen worden, sich gegebenenfalls für eine Ausgangsbeschränkung ein paar Essensvorräte anzulegen, um nicht so oft vor die Tür gehen zu müssen. Aus unerfindlichen Gründen wurde neben Lebensmitteln, Seife, und Desinfektionsmittel auch Klopapier in rauen Massen gehortet.

Das Klopapier wurde monatelang zur Mangelware. Die Regale standen leer. Gab es Klopapier, so wurde es auf eine Packung pro Haushalt beschränkt. Die Firmen kamen mit der Produktion und der neuen gestiegenen Nachfrage einfach nicht hinterher.

Online-Verkauf von Klopapier

Manche Personen verkauften sogar auf Plattformen wie z.B. Ebay ihr Klopapier für viel zu überteuerte Preise und versuchten, aus der ganzen Sache Profit zu schlagen. Aber dies blieb nicht das einzige absurde Bild, welches mit dem Klopapiermangel in der Krise einherging.

Mitteilung an einem mobilen Toilettenhäuschen

So wurde versucht, auf allen möglichen Wegen an Klopapier zu kommen. Sogar vor kleineren Einbrüchen wurde nicht zurückgeschreckt.

Auch die Läden versuchten, auf allen möglichen Wegen an Klopapier zu kommen. Bald fand man in den Regalen Klopapierpackungen in allen möglichen Sprachen. So rar war es, dass die Läden es sogar aus dem Ausland importieren mussten.

Klopapierkuchen in Konditoreien

So wurde das Klopapier auch zum Kultobjekt und Aushängeschild der Krise. Ob wir in ein paar Jahren immer noch lieber eine Klopapierpackung mehr kaufen oder ob sich der Verkauf wieder normalisiert, werden wir sehen. Beruhigend jedoch ist, dass es nun wieder genug Klopapier für alle gibt. Aufjedenfall ist klar das uns das Klopapier bald in vielen Museen über den weg laufen wird.