Der Matchingprozess

Matchingprozesse laufen bei jedem ganz unterschiedlich ab. Manche skypen mit einer Familie in der ersten Woche und matchen sofort. Andere haben unendlich viele Skypegespräche und sind froh, wenn es mit irgendeiner Familie endlich passt.

Mein Matchingprozess verlief irgendwo dazwischen. Ich habe insgesamt mit 5 Familien geskyped. Witzigerweise immer genau in einem Abstand von einer Woche.
Nachdem ich in dem Matchingportal von der Organisation AIFS freigeschaltet wurde (man muss es sich wie Tinder für Familien und Au Pairs vorstellen, ohne swipen und mit mehr Informationen), hat sich für die ersten zwei/drei Wochen niemand gemeldet. Währenddessen habe ich hoch gespannt alle Profile angeklickt, durchgelesen und mir vorgestellt wie es in dieser Familie werden würde.
Die ersten Eindrücke können jedoch täuschen, positive genauso wie negative.

Eine gefühlte Unendlichkeit später hat sich dann die erste Familie gemeldet und wir haben direkt einen Skypecall vereinbart (Achtung Zeitverschiebung 😉 ).
Sie lebt in Auckland und ich hätte auf zwei kleine Jungs aufgepasst. Alles lief super, trotzdem ich mega nervös war. Leider kam ein paar Tage später die Absage: Ich wäre zwar super, aber sie haben sich für jemand anderen entschieden.

Natürlich kommen einem dann Gedanken in den Kopf wie: War ich nicht gut genug? Was hat ihnen denn an mir nicht gefallen? Kann ich beim nächsten Mal irgendwas besser machen?
Es ist wichtig sich zu reflektieren und evtl. Dinge zu verändern. Aber letztendlich passt es oder es passt nicht und es hat nichts damit zu tun, wie gut du als Au Pair sein wirst oder wie gut du Englisch sprichst, etc. Das musste ich aber auch erstmal lernen.

Wegen meiner Nervösität habe ich mir für das nächste Skype Gespräch Fragen an die Familie auf Post-Its geschrieben und an den Rand meines PC Bildschirms geklebt. So konnte ich relativ geradeaus gucken und nicht runter auf das Blatt auf dem Tisch, wie zuvor.
Sonst ist es wichtig einfach nur man selbst zu sein. Es hilft keinem sich zu verstellen oder eine Familie nur aus der Not heraus zu nehmen. Schließlich lebst und arbeitest du dort für einige Monate. Die Gastfamilie ist mit den Freunden vor Ort das wichtigste Standbein für einen erfolgreichen und glücklichen Aufenthalt.

Die nächsten 2 Familien waren auch in Auckland und eine auf einem Bauernhof in der Nähe von New Plymouth.
Bei Bildern nur von dem Interieur des Hauses und keinem Einzigen von der Familie oder den Kindern, wurde ich schon skeptisch und lehnte diese Familie ab.
Die anderen beiden fanden mich auch super, haben sich auch für ein Au Pair  entschieden, mit dem sie zuvor geskyped hatten.

Etwas entthäuscht war ich schon, und das geplante Abreisedatum rückte auch immer näher. Schließlich hat sich noch eine Gastfamilie aus Christchurch gemeldet. Wir haben mehrmals geskyped und es hat direkt gepasst. Wir haben uns super verstanden und die ganze Zeit Witze gemacht. Den Jungen, Nate, durfte ich schon bei einem Skype gespräch kennenlernen. Das Mädchen, Quinn, war noch zu jung und für die Zeit auch schon längst im Bett.

Als ich die Anfrage bekommen habe mit der Familie zu matchen, musste ich kurz zögern. Warum auch immer war ich mental eingestellt, auf die Nordinsel zu kommen und fand es irgendwie schade, dass es jetzt die Südinsel werden sollte.
Dann kam noch das Skype Gespräch mit Mara, dem damaligen Au Pair. Wir haben uns auch super verstanden und sie sagte „Es ist die beste Gastfamilie die man sich nur wünschen kann“. Für mich hat sich das voll und ganz bewahrheitet. Ich bin unendlich froh, dass ich nicht auf weitere Familien gewartet habe. Es ist egal an welchen Ort es geht, die Familie muss passen!

Erleichtert eine Familie zu haben und dann auch noch eine so tolle war großartig und ich konnte es garnicht mehr abwarten zu packen, loszufliegen und alle in Person kennen zu lernen.

Thank you to the Manson Family (Nate, Quinn, Jody and Darren). It was so lovely to stay with them and to become a part of their Family!

 

„Whānau means family. Family means nobody gets left behind or forgotten“

– Lilo and Stitch (angelent)

 

 

 

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