1.2.3 Bedingte Sterbehäufigkeit

Während die Survivorfunktion G(τ), diejenigen Menschen angibt, die mindestens ein gewisses Alter überlebt haben, zeigt die Ratenfunktion r(τ) die relative Häufigkeit der Personen mit einer gewissen Lebensdauer P(τ) an, die mindestens diese Lebensdauer G(τ) erreicht haben. Die Ratenfunktion von den Personen mit dem Alter 25 würde angeben, wie viele Personen eine Lebensdauer von 25 Jahren hatten, von denen, die mindestens 25 geworden sind. Natürlich können wir auch die Verteilung auf andere Sterbealter errechnen, indem wir die relative Sterbehäufigkeit eines anderen Alters nehmen. Wichtig ist Ratenfunktion beispielsweise für Aussagen über Kindersterblichkeiten oder die genauere Betrachtung von Altersintervallen.

Beispiel:

Wir möchten wissen, wie hoch der Anteil derjenigen Personen mit einem Alter von 85 Jahren ist, an denen, die mindestens 85 Jahre geworden sind. Dazu berechnen wir aus der Gesamtzahl aller Verstorben Ω und der absoluten Sterbehäufigkeit d der Personen mit dem Alter 85 die relative Sterbehäufigkeit P in einem Alter 85, die Daten finden wir in Tabelle 3. Anschließend summieren wir für die Survivorfuntkion G die relativen Häufigkeiten ab dem betrachteten Mindestalter 85 bis zum Maximalalter 95 auf. Der Quotient aus beiden gibt Auskunft über den Anteil, der mit 85 Gestorbenen aus dem Altersabschnitt der 85 bis 95jährigen.

Wir wissen dadurch, dass knapp 19% der Personen, die mindestens 85 Jahre alt geworden sind, auch in diesem Alter starben.

Autor: Robert Nasarek

2 thoughts on “

  1. Pingback: Arbeitskreis Historische Demographie

  2. Pingback: Arbeitskreis Historische Demographie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.