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Willkommen auf dem Demopfad. Hier lernen Sie die Methoden der historischen Demographie kennen. Dargestellt wird hier der Umgang mit den grundlegenden Methoden zur Berechnung von Bevölkerungsbewegungen, der Fertilität und der Mortalität. Aber auch die Bedeutungen der wichtigsten Begriffe werden hier erklärt. Diese Begriffe sind z.B. Kohorten und Perioden. Hier werden Buchführungsgleichungen einer Population aufgestellt. Hier werden Nettoreproduktionsraten und Lebenserwartungen berechnet. Zu jedem Themenpunkt finden Sie eine ausführliche Erklärung in Worten und mathematischer Notation mit einem jeweils ausführlichen Beispiel.

Allgemein

Zum Allgemeinen zählen die mathematische Notation, Zeitstellen und Alter, Kohorten und Perioden und außerdem die Bevölkerung. Zum Verständnis von Bevölkerungsberechnungen ist ein wenig Vorwissen von Vorteil. So ist es von Nutzen zu wissen, wie eine mathematische Formel gelesen wird und außerdem in welche Gesamtheiten sich eine Bevölkerung aufteilt. Eine der berühmtesten Unterscheidungen der Demographie stellt die Zerlegung der Population in Kohorten und Perioden dar. Selbst simpel erscheinende Begriffe, wie Zeit und Alter, entpuppen sich bei näherer Betrachtung als trickreich und verlangen somit nach einer genaueren Festlegung.

Autor: Robert Nasarek

„Quellen und Methoden der historischen Bevölkerungsforschung (historische Demographie)“ von Rolf Gehrmann

1. Quellengattung

Da sich historische Demographie mit historischen Bevölkerungen, Familien und letzten Endes sogar mit Individuen befasst, könnte man zunächst annehmen, dass die Arten von Quellen, mit denen die historisch-demographische Forschung zu tun hat, kaum zu überschauen sind. Das ist aber nicht der Fall, wenn man das Kriterium der Quantifizierbarkeit zugrunde legt. Denn selbst wenn Aussagen beispielsweise zum Verhalten auf familiärer Ebene getroffen werden sollen, ergeben sie demographisch nur im Rahmen eines überprüfbaren statistischen Kontextes einen Sinn. Dieses statistische Element, das in den Hintergrund treten kann, wenn der Fokus aus einem bestimmten Grund gerade auf ein ungewöhnliches Verhalten gerichtet wird, bleibt bestimmend. Denn die historische Demographie versucht gerade, einerseits durch die Verbindung von Makro- und Mikroebene eine größere Tiefenschärfe zu erreichen als die klassische, relativ abstrakte Bevölkerungsgeschichte, andererseits aber mit sozialwissenschaftlichen Methoden nicht nur hermeneutisch nachvollziehbare, sondern auch im eigentlichen Sinne des Wortes berechenbare Ergebnisse zu erzielen. Continue reading

„Mortalität“ von Jörg Vögele

Die Lebenserwartung in Westeuropa hat sich in den letzten 150 Jahren mehr als verdoppelt. Dieser enorme Anstieg der Lebenserwartung in Westeuropa und Nordamerika während der Neuzeit war von einem grundlegenden Wandel des Todesursachenpanoramas begleitet. Zahlreiche Krankheiten sind aus den Industrienationen verschwunden, andere haben ihren Charakter verändert oder sind beherrschbar geworden, und wiederum andere befinden sich auf dem Vormarsch. Die Mechanismen dieses Wandels sind nach wie vor unklar. Der folgende kurze Beitrag soll die Diskussion und den Forschungsstand kurz referieren. Dazu ist ebenfalls eine knappe Klärung zentraler Begriffe sowie ein Blick auf Quellen und Methoden notwendig. Continue reading