So isses

So isses. Diese kleine Aussage hilft wirklich! Nur ein paar Beispiele dafür, wie ich das in letzter Zeit benutzt habe – und wenn ich nicht selbst dran denke, dann erinnert mich mein Mann daran. 🙂

Beispiel 1: Etwas geht schief, z.B. hat jemand schlecht kommuniziert oder es wurde eine falsche Info weitergegeben oder jemand hat was vergessen, und ich bin zwar nicht selbst verantwortlich, muss mich jetzt aber darum kümmern und das auslöffeln. Oder zumindest den Schaden begrenzen. Das ist dann ärgerlich, vielleicht kann ich auch etwas tun, um das in Zukunft zu verhindern, aber der Schaden ist da und ich muss damit umgehen. Da nützt der Ärger nichts, und da nützt es auch nichts, zu sagen „Wenn das und das anders gelaufen wäre und der oder die mehr mitgedacht hätte, dann…“. Ist jetzt egal. Die Haltung, die hilft, ist „So isses.“ Nach dem Motto: Es ist jetzt so, ich muss die Situation akzeptieren und kann nur gucken, was ich jetzt tun kann. Was kann ich beeinflussen, wo kann ich etwas geradebiegen, korrigieren, Nachteile ausgleichen? Bei wem muss ich mich entschuldigen, vielleicht stellvertretend?

Beispiel 2: Ich habe selbst einen Fehler gemacht. Falsche Info, irgendwo im Ton vergriffen, Fehler in der Vorlesung, sowas. In diesem Fall lohnt sich die Reflektion, was da passiert ist und warum, schließlich geht es um mich selbst und ich kann da was lernen. Aber der Ärger über eigene Fehler bringt mich nicht weiter bei der Aufgabe, den Schaden zu begrenzen. Also wieder: „So isses.“ Fehler ist passiert, das ist doof, ich muss daraus lernen, aber erst mal: Entschuldigen, korrigieren, ggf. Nachteile ausgleichen. Sich auf das konzentrieren, was jetzt gerade dran ist und was ich beeinflussen kann.

Beispiel 3: Unsicherheit. Wenn die Rahmenbedingungen unklar sind und mir das das Leben schwer macht, dann kann ich mich darüber beklagen, damit hadern, rumdiskutieren (und das ist manchmal angebracht), aber im Alltag hilft mir das nicht weiter. „So isses“ akzeptiert die Rahmenbedingungen und hilft dabei, sich auf das zu konzentrieren, was innerhalb meiner Wirkungsmöglichkeiten liegt. Unklar, wie das Wintersemester laufen wird? Doof, aber ich kann damit umgehen, wenn ich die Unsicherheit akzeptiere und mich so vorbereite, dass ich flexibel reagieren kann. Großes schwieriges Forschungsprojekt, das nur langsam vorangeht, Perspektive unklar? So isses, da kann ich mich nur auf kleine Fortschritte konzentrieren und dranbleiben. Vom Rumjammern lösen sich die Probleme ja auch nicht.

Mir gefällt am „So isses“, dass es mich ins Hier und Jetzt holt. Nur mit dieser Präsenz kann ich erkennen, wo ich handeln kann und wie. Um Fehler zu vermeiden, Unsicherheiten abzubauen oder an Missständen zu arbeiten, muss ich zwar auch nachdenken und die Vergangenheit bemühen, aber dieses Nachdenken bekommt dann eine andere Dynamik. Sich über eigene Fehler oder bestehende Rahmenbedingungen zu ärgern und rumzumeckern ist das eine. Die vorhandenen Handlungsspielräume zu erkennen und auszuschöpfen das andere.

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