Diversität und Differenzierung im Fremdsprachenunterricht

Beispiele für den Französischunterricht

Les loisirs – Lernbehinderungen

https://1drv.ms/b/s!ApXMN8rs9dEXi2AsV6T3sfnbUZ0v

Die im Folgenden beschriebene Stunde könnte im Französischunterricht im 1. Lernjahr gehalten werden, also in der 7. Klasse. Es wäre die 2. Stunde, die zu dieser Unterrichtsreihe gehalten wird. Die grundlegenden Vokabeln wurden daher bereits in der ersten Stunde zu diesem Thema eingeführt. Dabei soll der Diversitätsaspekt der Lernbehinderungen eine Rolle spielen, der in den meisten Phasen in dieser Unterrichtsstunde berücksichtigt werden soll. Das Ziel dieser Unterrichtsstunde ist es, dass die SuS den Wortschatz zu Hobbys und Freizeitaktivitäten kennen und anwenden, indem sie ihre eigenen sowie Hobbys von ihren Familienmitgliedern präsentieren können. Außerdem sollten die SuS in der Lage sein, aus einem kurzen Lesetext gezielt Informationen entnehmen zu können.

Unter dem Begriff der Lernbehinderung ist die Diskrepanz zwischen den normativen Erwartungen an die Leistungen von SuS und deren tatsächlich erbrachten Leistungen gemeint. Betroffene SuS profitieren im Unterricht vor allen Dingen von Strukturierung und Ritualisierung. Am besten eignen sich dafür halboffene Aufgabenformate, bei denen das aufgabenorientierte Lernen im Vordergrund steht. Dafür muss die Aufgabe auf der einen Seite authentisch sein aber auf der anderen Seite auch thematische Grenzen beinhalten.

Der vorliegende Diversitätsaspekt ist in unserer Klasse nur vereinzelnd ausgeprägt. Durch verschiedene Nachteilsausgleiche wird den betroffenen SuS das Lernen erleichtert.

Zu Beginn der Stunde sollen die Vokabeln, welche in der Stunde zuvor eingeführt wurden, wiederholt werden, indem die SuS mit einer Wordcloud arbeiten. In dieser Wordcloud sind Begriffe zu dem aktuellen Thema, aber auch zu anderen Themen zu finden.Dabei sollen sie insgesamt 10 Wörter zum Thema finden ,,Hobbys und Freizeitaktivitäten“ und einkreisen. Anschließend sollen die Wörter in eine Tabelle eingetragen werden, wobei sie unterschieden sollen zwischen: Hobbys, die du magst und Hobbys, die du nicht magst. Für lerhnbehinderte SuS mit LRS oder Legasthenie wird die Aufgabe gekürzt, indem sie nur den ersten Teil der Aufgabe bzw. das Finden der Vokabeln erfüllen müssen. Gleichzeitig könnte man bei ihnen auch im Voraus schon die Wörter, welche zum Vokabular ,,Hobbys und Freizeitaktivitäten“ passen, andersfarbig hervorheben, so dass eine klarere Strukturierung in der Aufgabe vorhanden ist.

https://www.goethe.de/resources/files/pdf198/a1_freizeit-und-hobbys.pdf

In der folgenden Erarbeitungsphase arbeiten die SuS an einem Lückentext. Aufgabe der SuS ist es dabei, die Lücken mit den richtigen Teilungsartikel, zu füllen und anschließend ein paar inhaltliche Fragen anzukreuzen. Zuvor werden noch die Regeln des Teilungsartikels eingeführt. Auch in dieser Phase wird die Aufgabe für Sus mit Legasthenie/LRS differenziert gestellt. Sie bekommen zwar den gleichen Text, jedoch in größerer Schriftgröße und größerem Zeilenabstand. Außerdem werden für sie nochmals Beispiele zur Verdeutlichung der richtigen Verwendung des Teilungsartikels aufgeführt.

https://lehrerfortbildung-bw.de/u_sprachlit/franzoesisch/bs/6bg/fb2/5grammatik/01hobbies/doc/5_wiederholungsuebungen_artikelundteilungsartikel_hobbies_regeln.doc

Um das Thema „Les Loisirs“ zu festigen und dem Lernziel näher zu kommen, sollen SuS in der darauffolgenden Festigungsphase einen kurzen Steckbrief über sich und ihre Lieblingsaktivitäten schreiben sowie auch über die Aktivitäten ihrer Familie. Im Anschluss können sie den Steckbrief einem Partner ihrer Wahl vorstellen. Diese Aufgabe ist ein gutes Beispiel für die oben genannten ,,halboffenen Aufgabenformate“. Auf der einen Seite ist die Aufgabe authentisch, denn die SuS berichten aus ihrem privaten Leben und auf der anderen Seite sind ihnen dennoch thematische Grenzen vorgegeben, denn die SuS mit Lernbehinderungen haben schon vorgegebene Satzanfänge in ihrem Steckbrief. So können sie sich auch vorwiegend auf das mündliche Präsentieren konzentrieren. Zusätzlich können stärkere SuS mit schwächeren Schülern zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, sie zu unterstützen oder auch zu korrigieren. Hingegen sollten sich SuS mit Authismus nur auf den schriftlichen Teil dieser Aufgabe konzentrieren dürfen. Man könnte ihnen zusätzlich eine Liste mit inhaltlichen Vorgaben erstellen, welche immer abgehakt werden muss.

Um die Stunde für die Kinder interessant abzuschließen, wird ein Dominopuzzle in 4er-Gruppen gespielt.

https://lehrerfortbildung-bw.de/u_sprachlit/franzoesisch/bs/6bg/fb2/download/5_wiederholungsuebungen_artikelundteilungsartikel_hobbies_domino.pdf