Diversität und Differenzierung im Fremdsprachenunterricht

Diversitätsmerkmal: ethnische Herkunft / Rassismus

Racismo en los cómics – Mafalda

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Beschreibung:

Zu sehen ist ein typisch argentinischer Comic aus der Mafalda-Reihe. Durch seine Beliebtheit ist er jedoch mittlerweile weltweit bekannt und wird in 26 Sprachen übersetzt. Der Hauptcharakter Mafalda, welche sich durch ihre Offenheit und Bemühung um Frieden und Menschenrechte auszeichnet, steht Susanita entgegen. Diese verkörpert eine typisch bürgerlich-konservative Schicht und zeigt in den Comics ihre rassistische Haltung und Verächtlichkeit gegenüber der armen Bevölkerung.

Der Comic beschreibt eine Situation des Aufeinandertreffens der beiden Charaktere, wobei Mafalda Susanita ein Geschenk ihrer Mutter zeigt: eine schwarze Puppe. Die Farbe der Puppe ist dabei das erste Merkmal, welches Susanita auffällt. Dies gibt Mafalda zum Anlass nach rassistischen Vorurteilen Susanitas zu fragen, welche die Puppe berührt und behauptet, dass sie keine habe, da alle Menschen gleich seien. Im selben Moment kehrt Susanita Mafalda den Rücken mit ausgestreckter Hand zu und ist im Begriff zu gehen. Mafalda fragt sie wohin sie gehen möchte, worauf Susanita antwortet, dass sie sich den Finger waschen wolle.

Lernjahr und Thema laut Lehrplan:

3. Lernjahr (9. Klasse)

Oberthema: Aktuelle Gesellschaftliche Probleme in der Welt; Unterpunkt: Umgang mit anderen Medien – Analyse von Comics

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Die Schüler*innen werden mit verschiedenen Mafalda Comics konfrontiert, welche sie nach vorher eingeführten Analyseaspekten in Gruppen analysieren und deren gesellschaftlichen Probleme herausfiltern sollen. Diese Aspekte der Gestaltungs- und Strukturmerkmale der Comics und die spezifischen Themen sollen in eine eigene kreative Arbeit in den Gruppen zielsprachlich umgesetzt und präsentiert werden.

Autoren: Julia Rothe & Chiara Osgart

uso de los medios de comunicación – los peligros de internet (podcast)

YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=t_zDMKBt3_I&t=62s
Instagram: https://www.instagram.com/tv/CGaKovVj8zf/?igshid=YmMyMTA2M2Y=

Beschreibung:

Als Medium werden eine öffentliche Instagram-Seite, welche man durch ein Profil abrufen kann und als Alternative das im Instagram-Profil veröffentlichte identische Video, welches frei verfügbar ist bereitgestellt. Schüler*innen, welche das soziale Netzwerk Instagram nutzen, können so im Unterricht individuell und authentisch durch ihr Profil auf ein Video zugreifen, welches den anderen Schüler*innen auf YouTube öffentlich zugänglich ist. Das Video ist Teil einer Podcast-Reihe von Alma Montessori. Im Video wird das Thema „racismo“, der Begriff, sowie verschiedene Bereiche des Rassismus innerhalb von ca. sechs Minuten in einem verständlichen, vom Tempo her angemessenen Spanisch erläutert.

Lernjahr und Thema laut Lehrplan:

2. Lernjahr (8. Klasse)

Oberthema: Mediennutzung (YouTube/Instagram); auditiven Medien explizite Informationen entnehmen

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Die Schüler*innen sollen sich durch ihre auditive Wahrnehmung mit Teilen des Podcast in Gruppen vertraut machen. Dabei wird der Podcast zuvor durch den/die Lehrer*in in sinnvolle Abschnitte aufgeteilt. Die Schüler*innen sollen mithilfe des Mediums eine aussagekräftige Überschrift für ihren Teil in Expertengruppen finden und mithilfe einer Vokabelentlastung wichtige Punkte des Inhaltes herausarbeiten. Nachdem dies in den Expertengruppen erarbeitet wurde, sollen die Schüler*innen sich in Stammgruppen einfinden und die verschiedenen Erkenntnisse zu ihrem Podcast-Teil vor der Stammgruppe präsentieren.

Autoren: Julia Rothe & Chiara Osgart

Inmersión en el mundo de la lengua española – Emigración/Inmigración en una película

Trailer Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=Rxr0UjpjtM0
Trailer Spanisch: https://www.youtube.com/watch?v=cvNJCBNBPOU

Beschreibung:

Es werden Teile/ der Trailer eines spanischen Films namens „Seis días corrientes“ zu deutsch „Sechs Tage unter Strom“ im Unterricht verwendet. Im deutschen und spanischen Trailer wird der Film näher beleuchtet. Es werden schon deutliche Aspekte der Handlung, jedoch auch des Alltagsrassismus, welcher einen großen Teil des Filmes bildet, deutlich. Der Probearbeiter Moha hat dabei mit rassistischen Vorurteilen und Bemerkungen seiner Chefs zu kämpfen. Es wird dabei die Geschichte einer Woche im Leben von Valero, Moha und Pep erzählt, die in einem kleinen Sanitär- und Elektrizitätsunternehmen Barcelonas arbeiten. Der Film besteht aus sechs Kapiteln, welche Situationen schildern, die entstehen, wenn die Protagonisten mit einer Reparatur konfrontiert werden. Jedes Kapitel entspricht einem Tag ihrer Arbeitswoche und dreht sich um die Beziehung zwischen den Protagonisten und den Kunden, die ihre Dienste in Anspruch nehmen.

Lernjahr und Thema laut Lehrplan:

4. Lernjahr (10. Klasse)

Oberthema: wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte (Emigration/Immigration); Werte, Haltungen und Einstellungen erkennen; Verständnis für andere Kulturen entwickeln; Unterpunkt: Medienkritik

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Es wird mehrere Stunden an diesem Thema und dem vorliegenden Film gearbeitet. Dieser wird von der Lehrkraft bereitgestellt. Der Trailer und markante Filmszenen sollen genutzt werden um die Problematik des Rassismus im Zusammenhang mit der Einwanderung in andere Länder zu thematisieren. Im Anschluss soll mündlich über den Inhalt und die Aufbereitung des Films diskutiert und unter jenem Gesichtspunkt und am Beispiel von Artikeln wie z.B. von El País eine Art Filmkritik angefertigt werden. 

Autoren: Julia Rothe & Chiara Osgart

YouTube-Video: La familia Madrigal

https://www.youtube.com/watch?v=JWe_smmkgrw

Beschreibung:

Das Lied „La Familia Madrigal“ aus dem Disney-Film Encanto (2021) stellt die Familie der Protagonisten dar. Man sieht jedes Mitglied der Familie und hört, welche besonderen Fähigkeiten sie alle haben. Explizit geht es im Lied um die Familie, aber dadurch macht man sich ein besonderes Bild von Kolumbien: die Familienmitglieder sind sehr vielfältig. Viele verschiedene Hautfarben sind vertreten, dazu auch viele Körperformen. Der Onkel ist dick, seine Frau dünn, die eine Schwester der Protagonistin ist sehr stark und hat einen stereotypisch „männlichen“ Körper.

Lernjahr und Thema laut Lehrplan:

Dieser Hörsehtext passt gut zum Thema Familie in der 7. Klasse.

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Als Lehrkraft könnte man viele Familienbegriffe mit dem Lied entweder einführen oder üben (z.B. durch ein Transkript mit Lücken bei Familienbegriffen). Besonders vorteilhaft ist, dass einige SuS den Film und die Figuren wahrscheinlich kennen werden, also kann von ihrem Vorwissen profitiert werden. Obwohl der Film aus den USA stammt, waren viele Kolumbianer an dem Film aktiv beteiligt, und die spanische Version wird von kolumbianischen Interpretinnen gesungen.

Autor: Shaydon Ramey

Podcast: No soy tu chiste

El Soldado Micolta – eine Figur aus der kolumbianischen Fernsehsendung „Sábados Felices“

Podcast: https://www.npr.org/2018/04/24/605006461/no-soy-tu-chiste?t=1655148955177
Transkription: https://www.npr.org/2018/04/24/605006461/no-soy-tu-chiste

Beschreibung:

Der Soldat Micolta ist eine der bekanntesten Figuren in der beliebten kolumbianischen Fernsehsendung „Sábados Felices“. Er ist eine Karikatur aller negativen Klischees gegenüber Afro-Kolumbianern: tollpatschig, faul, naiv und ignorant. Er spricht auch mit einem übertriebenen Akzent, der typisch für die Pazifikküste ist, die Region mit den meisten Afro-Nachkommen des Landes. Jahrelang wurde Micolta von einem weißen Schauspieler gespielt, der sein Gesicht schwarz anmalte – bis 2015 eine Gruppe afrokolumbianischer Aktivisten entschied, dass genug genug ist. In der Folge „No soy tu chiste“ des Podcasts „Radio Ambulante“ (Staffel 2, Episode 31) wird die Geschichte erzählt, wie die Figur entstand und warum sich im Jahr 2015 heftige Proteste dagegen entwickelten. Dabei werden verschiedene Seiten beleuchtet: es kommt sowohl der Schöpfer der Figur – Roberto Lozano – als auch ein Teilnehmer der Protestaktionen zu Wort.

Zusätzlich zum Podcast wird auch eine Transkription angeboten.

Lernjahr und Thema laut Lernplan:

Der Podcast/die Transkription passt beispielsweise zum Thema „Medien und Medienkritik“ in der 10. Klasse. Je nachdem welche Passage man auswählt lässt sich das variieren.

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Da in dem Podcast sowohl auf die Ansichten des Schöpfers der Figur eingegangen wird, als auch auf die Ansichten mehrerer Prostest-Teilnehmer, könnte man als Lehrkraft z.B. in zwei Gruppen arbeiten lassen und die verschiedenen Ansichten gegenüberstellen – möglicherweise in einer simulierten Debatte zu dem Thema.

Autor: Elias Kindl

„Rotundamente negra“: Kulturelle Identität in Dichtung

Me niego rotundamente
A negar mi voz,
Mi sangre y mi piel.  

Y me niego rotundamente
A dejar de ser yo,
A dejar de sentirme bien
Cuando miro mi rostro en el espejo
Con mi boca
Rotundamente grande,
Y mi nariz
Rotundamente hermosa,
Y mis dientes Rotundamente blancos, Y
mi piel valientemente negra.  

Y me niego categóricamente
A dejar de hablar
Mi lengua, mi acento y mi historia.  

Y me niego absolutamente
A ser parte de los que se callan,
De los que temen,
De los que lloran.  

Porque me acepto
Rotundamente libre,
Rotundamente negra,
Rotundamente hermosa.

Text: https://lyricstranslate.com/en/shirley-campbell-barr-rotundamente-negra-lyrics.html
vorgelesen als Video: https://memoriadigitalafro.org/poema-rotundamente-negra/

Beschreibung:

Shirley Campbell Barr ist eine Schriftstellerin und Aktivistin aus Costa Rica. Sie möchte schwarze Frauen stärken und sie ermutigen ihren Platz in der Geschichte zu etablieren. Das Gedicht „Rotundamente negra“ spricht unter anderem über die Akzeptanz der eigenen Herkunft, Identität und Kultur. 

Lernjahr und Thema im Lehrplan:

  • ab dem 3. Lernjahr (mit Vorentlastung einiger Vokabeln, wie z. B.: rotundamente, el rostrot): „roles de género, diversidad cultural y lingüística“ (LP Gym LSA)
  • ab dem 1./2. Lernjahr: Thema Körperteile

Idee zur Einbettung in den Unterricht:

Einsetzten könnte man das Gedicht im Thema Körperteile ab dem 1./2. Lernjahr. Vorstellbar wäre hier Lücken im Gedicht zu lassen, die SuS nach dem Hören/Schauen des Videos ausfüllen. Außerdem können Themen wie Intersektionalität diskutiert werden. Denn das Gedicht weist auf eine Diskriminierung auf mehreren Ebenen hin, die Diskriminierung von nicht-weißen Kulturen und von Frauen im Patriarchat.

Autoren: Sarah Poppe und Sophie Pohle