Diversität und Differenzierung im Fremdsprachenunterricht

Descripciones y estereotipos – Gender

           Diese Doppelstunde zur Personenbeschreibung in Verbindung mit Genderstereotypen findet im Rahmen eines kurzen Moduls aus dem Lehrbuch Encuentros hoy 1 (Cornelsen, 2018) statt. Im Modul geht es um Kleidung, Farben und die allgemeine Beschreibung einer Person. Dadurch wiederholen die Lernenden Adjektivendungen und wichtige Verben wie ser (sein), tener (haben) und hay (es gibt). Des Weiteren üben sie mit dieser Lernaufgabe (s. AB1) neue Vokabeln, die schon in der letzten Stunde eingeführt wurden. Kleidung und Mode gehören explizit zum Lehrplan des ersten Lernjahres, aber dazu kann man weitere im Lehrplan vorkommende Kompetenzen wie das Verfassen einfacher Texte, die Äußerung eigener Meinungen und die Anfertigung eigener Texte mit Hilfe von Wortgerüsten und Notizen üben (Amberg et al. 2022: 14–16). Diese Lernaufgabe dient zur Übung der neuen Vokabeln und zur Einführung eines wichtigen kommunikativen Inhalts – Gender –, welchen für SuS in der 7. Klasse zur Bildung der eigenen Identität von hohem Stellenwert ist. In der darauffolgenden Stunde könnte man das Thema weiter behandeln, indem man Sprachmittlungstexte bearbeitet, z.B. entgegengesetzte Meinungen zum Aussehen einer der vorgestellten Personen. Damit wäre das kurze Modul zu Ende.

            Da SuS in der 7. Klasse oft am Anfang der Pubertät sind, machen sie einen wichtigen Wechsel durch. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses ist die Genderidentität: sie müssen sich alle in Bezug auf Gender (und sexuelle Orientierung) definieren, ob männlich, weiblich oder divers. Diese Stunde soll die Gendergerechtigkeit fördern und eine offenere Atmosphäre schaffen. Eine Diskussion über Stereotype könnte den SuS in ihrem Identitätsbildungsprozess helfen, indem sie ihre eigenen Meinungen zum Thema Gender entwickeln und über ihre eigene Genderidentität nachdenken. Außerdem könnte die Vorstellung von Personen, die diesen Stereotypen nicht entsprechen, neue, offenere Perspektiven zu männlichen, weiblichen und evtl. auch nichtbinären Identitäten eröffnen (vgl. Reich 2012: 64; König et al. 2015: 5) und die Identität von SuS, welche selbst die untersuchten Stereotype ablehnen, fördern und bestätigen.

            Das Hauptziel der Stunde ist folglich die Beschreibung einer Person in Zusammenhang mit Genderstereotypen. Wir beginnen mit einem Comic, der das Thema Genderstereotype einführt und die SuS zur Benennung solcher Stereotype ermutigt, dann bearbeiten wir das Thema anhand von Bildern berühmter Personen. Die SuS müssen diese in kurzen Vorträgen beschreiben und nach einer kurzen Feedbackphase, während derer die SuS ihre eigenen sprachlichen Fehler identifizieren und die fehlerhaften Sätze umformulieren, setzen sie die Beschreibungen in Beziehung zu den vorher besprochenen Stereotypen. Bei Teil 2 der Hausaufgaben (s. AB2) haben die SuS dann die Gelegenheit, ihre Reflexionen zum Thema in einem schriftlichen Text zusammenzufassen. Obwohl das Modul sehr kurz ist, wird das Thema Gender immer wieder im Spanischunterricht sowie in anderen Fächern wie Englisch behandelt werden, also dient die Stunde als Einführung in ein wichtiges, immer wiederkehrendes Thema.

Autor: Shaydon Ramey

Materialien:

Literatur:

Amberg, Frauek et al. (2022): Fachlehrplan Gymnasium: Spanisch, Magdeburg: Sachsen-Anhalt Ministerium für Bildung.

König, Lotta et al. (2015): Negotiating Gender: Aushandlungs- und Reflexionsprozesse über Geschlechtervorstellungen im Fremdsprachenunterricht anstoßen. Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, 135, S. 2–9.

Reich, Kersten (2012): Inklusion und Bildungsgerechtigkeit, Weinheim und Basel: Beltz.

Lehrwerk:

Goreczka-Hehl, Carolina et al. (2018): Encuentros Hoy 1, Berlin: Cornelsen.