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LektĂŒren: “Die EuropĂ€ische Union”

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Nicht erst seit den Tagen der EURO-Krise wird uns vor Augen gefĂŒhrt, welche zentrale Rolle die EuropĂ€ische Union in einzelnen Politikfeldern spielt, oder besser: spielen könnte. Nun ist die zweite Auflage von Werner Weidenfelds Buch: Die EuropĂ€ische Union erschienen, das systematisch Geschichte, Strukturen, Akteure und Politikfelder aus politikwissenschaftlicher Perspektive behandelt und doch leicht verstĂ€ndlich ist. Da es sich zudem um ein preisgĂŒnstiges Taschenbuch handelt: unbedingte Kaufempfehlung!
Details zum Buch gibt es hier.

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Neues Publikationsverzeichnis der BpB erschienen

LektĂŒren, Politikwissenschaft, Studium, Wintersemester 2011/12

Am vergangenen Samstag war es im Briefkasten, inzwischen steht es auch online: das neue Publikationsverzeichnis der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (Oktober 2011-MĂ€rz 2012) ist da. Auf der Frankfurter Buchmesse werden die wichtigsten Neuerscheinungen vorgestellt. FĂŒr alle Politikwissenschaftler noch zwei Hinweise: das Standardwerk von Manfred G. Schmidt zum politischen System der Bundesrepublik gibt es nun in 2011er Auflage. Ebenso lesenswert: eine Geschichte des Bundesverfassungsgerichts von SPIEGEL-Autor Rolf Lamprecht, das ich mir dummerweise soeben als (teurere) Buchhandelsausgabe gekauft habe.:(

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LektĂŒren: “ParteiendĂ€mmerung”

Innenpolitik, LektĂŒren

Seit geraumer Zeit wird in Deutschland ĂŒber die Zukunft der Volksparteien diskutiert, und zwar sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politikwissenschaft. Konnten Union und SPD bei der Bundestagswahl 1976 noch mehr als 90 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, so fiel dieser Wert bis zur Bundestagswahl 2009 auf etwas mehr als 56 Prozent. Wir sprechen heute vom “fluiden FĂŒnf-Parteiensystem”, in dem die kleinen Parteien grĂ¶ĂŸer werden und die großen Parteien an Zustimmung einbĂŒĂŸen. Passend zum Thema hat der Berliner Politikwissenschaftler Christoph Seils eine Analyse zum Thema vorgelegt. Alle relevanten Aspekte werden behandelt: der Aufstieg der Volksparteien, deren Krise, die erhöhte VolatilitĂ€t aufgrund der steigenden Zahl an WechselwĂ€hlern, zukĂŒnftige Koalitionsoptionen und die Rolle von Parteien in der modernen Mediendemokratie. Das Buch ist sicher hilfreich fĂŒr alle Studierenden, die derzeit an Hausarbeiten im Seminar “Parteien und Wahlkampf” sitzen. Aber auch alle anderen Interessierten werden das Buch mit Gewinn lesen.

Christoph Seils: ParteiendÀmmerung oder was kommt nach den Volksparteien?, wjs-Verlag, Berlin 2010, 196 Seiten, 16,90 Euro.

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LektĂŒren: “Inszenierung als Beruf”

Außenpolitik, Innenpolitik, LektĂŒren

In den letzten Tagen war Karl-Theodor zu Guttenberg, ein gutes halbes Jahr nach seinem RĂŒcktritt von allen politischen Ämtern, wieder in den Medien prĂ€sent: er zieht nun also fĂŒr die nĂ€chsten Jahre mit Familie an die amerikanische OstkĂŒste. Zum gleichen Zeitpunkt erscheint im Suhrkamp-Verlag ein Band, der sich bemĂŒht, das nachzuvollziehen, was damals geschehen ist, quasi das Buch zum Plagiat. Aber zugleich ist das Buch viel mehr: es stellt die Frage, wie Guttenberg im Laufe seiner kurzen bundespolitischen Karriere so schnell so populĂ€r werden konnte, analysiert seine ihm eigene Rhethorik und beleuchtet die Rolle des Internets in der Causa Guttenberg.
AusfĂŒhrliche Informationen zum Buch, das Inhaltsverzeichnis sowie eine Leseprobe finden Sie auf den Internetseiten des Verlages.

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LektĂŒren: “Home Style” von Richard Fenno

LektĂŒren, US-Politik

Wie nehmen ReprĂ€sentanten die von ihnen ReprĂ€sentierten wahr? Auf welche Weise interagieren Abgeordneten mit ihrer WĂ€hlerschaft? Diesen Fragen geht der amerikanische Politikwissenschaftler Richard Fenno in seinem Buch “Home Style – House Members in Their Districts” nach. Das Buch ist bis heute ein Meilenstein der amerikanischen Politikwissenschaft. Der Hallenser Politikstudent Markus Wegewitz hat das Buch gelesen.

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Wer ist “Merkels VerkĂ€uferin”?

Innenpolitik, LektĂŒren

Politiker und Politikerinnen stĂŒtzen sich heute auf die UnterstĂŒtzung vieler Mitarbeiter und Berater unterschiedlichster Couleur. Wer sich hinter dem öffentlichen Image eines Politikers eigentlich verbirgt und wie das das Ganze funktioniert, kann man in einem jĂŒngst veröffentlichten Artikel des Berliner Tagesspiegels nachlesen. In diesem konkreten Fall geht es um “Merkels VerkĂ€uferin” Eva Christiansen.

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LektĂŒren: “Joe Biden”

LektĂŒren, US-Politik

Joe Biden ist sicherlich einer der interessantesten Politiker der letzten Jahrzehnte, auch wenn er seit Januar 2009 als VizeprĂ€sident im Schatten von US-PrĂ€sident Barack Obama steht. Dabei war Bidens Leben von Hochs und Tiefs geprĂ€gt. 1972 als absoluter Underdog völlig ĂŒberraschend zum Senator von Delaware in Washington gewĂ€hlt (zu dem Zeitpunkt war er noch zwei Wochen von seinem dreißigsten Geburtstag, der offiziellen Altersgrenze des Senats, entfernt), verliert er wenige Wochen spĂ€ter Frau und Tochter bei einem Verkehrsunfall. Nur mĂŒhsam kann man ihn ĂŒberreden, zunĂ€chst sechs Monate auf Probe im Senat mitzuarbeiten, da er zunĂ€chst den Job hinwerfen wollte. Anschließend entwickelt er sich im Senat zu einer einflussreichen Stimme sowohl im AuswĂ€rtigen wie im Rechtsausschuss.
1987 bewirbt er sich um die PrĂ€sidentschaft – und muss doch seine Bewerbung vorzeitig beenden, denn er soll Reden beim britischen Labour-Politiker Neil Kinnock ĂŒbernommen und den Urheber nicht genannt haben. Unmittelbar darauf muss er sich einer lebensgefĂ€hrlichen Operation unterziehen. Wieder widmet er sich anschließend der tĂ€glichen KĂ€rrnerarbeit im Senat, wird als Vorsitzender des Rechtsausschusses durch eine Reihe von öffentlich beachteten Richteranhörungen bekannt. Als Mitglied des AuswĂ€rtigen Ausschusses bereist er die Welt und gewinnt ein GespĂŒr fĂŒr internationale Entwicklungen und die Partner der Vereinigten Staaten sowohl wĂ€hrend als auch nach dem Ende des Kalten Krieges.
2008 bewirbt er sich erneut um die PrĂ€sidentschaft und scheitert doch gleich im ersten Bundesstaat Iowa, wo er mit einem (!) Prozent der Stimmen weit hinter den Erwartungen zurĂŒckbleibt. Doch dieses Mal gibt es ein Happy End: als VizeprĂ€sidentschaftskandidat Obamas gewinnt er mit ihm zusammen die Wahl und zieht (endlich) ins Weiße Haus ein.
Der langjĂ€hrige amerikanische Journalist Jules Witcover hat eine sehr solide, lesenswerte Biografie von Joe Biden geschrieben, gefĂŒllt mit zahlreichen Geschichten und Anekdoten. Zugleich gelingt es ihm, anhand der Person Biden die letzten vierzig Jahre amerikanischer Geschichte lebendig werden zu lassen. Insgesamt entsteht so ein PortrĂ€t der US-Politik zwischen Vietnamkrieg und dem Gewinn der PrĂ€sidentschaft durch Obama im Jahre 2008.

Jules Witcover: “Joe Biden. A Life of Trial and Redemption”, New York 2010, 538 Seiten, $27,99.

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LektĂŒren: “Sanftes Monster BrĂŒssel”

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Hans Magnus Enzensberger ist wohl einer der bekanntesten Intellektuellen dieser Republik und bislang meines Wissens der einzige, der sogar seine Flops als Buch publiziert hat.
Nun hat er sich in einem eher lang ausgefallenen Essay der europĂ€ischen Integrationspolitik gewidmet, und entstanden ist eine Ă€ußerst kluge und durchaus kritische Auseinandersetzung mit europĂ€ischen Institutionen, Politikern und Politikfeldern. Enzensberger unternimmt eine Reise ins Innere dieser EU, spricht in BrĂŒssel mit deren Vertretern, bemĂŒht sich Licht in die europĂ€ische AbkĂŒrzungssuppe (FAC, ECOFIN, JHA, COMP, ENVI, EXC, TTW, CAP und viele mehr, vgl. S. 24, mehr AbkĂŒrzungen folgen auf S. 25 und 26, ebenso auf S. 53) zu bringen und vergisst auch nicht, auf die VorzĂŒge dieser Einrichtung hinzuweisen, auf ein ganzes Menschenalter ohne Krieg zum Beispiel, “eine Anomalie, auf die dieser Kontinent stolz sein kann” (S. 7).
NatĂŒrlich kommen auch die “Pionierleistungen” der europĂ€ischen Institutionen nicht zu kurz, so etwa die EinfĂŒhrung neuer, internationaler Kontonummern (27- bis 32-stellig), so dass zum Beispiel fĂŒr 414000 Malteser insgesamt 3100000000000000000000000000000 verschiedene Kontonummern zur VerfĂŒgung stehen, die durch weitere 10000000000 BIC-Nummern prĂ€zisiert werden könnten (S. 21). Und natĂŒrlich die legendĂ€re Gurkenrichtlinie oder die Verordnung Nr. 2396/2001, die festlegt, dass “bei Lauch und Porree der GĂŒteklasse I mindestens ein Drittel der GesamtlĂ€nge oder die HĂ€lfte des umhĂŒllten Teils von weißer bis grĂŒnlich-weißer FĂ€rbung sein muss”, es sei denn es handelt sich um FrĂŒhporree oder FrĂŒhlauch, denn dann “muss der weiße oder grĂŒnlich-weiße Teil mindestens ein Viertel der GesamtlĂ€nge oder ein Drittel des umhĂŒllten Teils ausmachen” (vgl. S. 19).
Insgesamt ist ein Ă€ußerst lesenswerter Essay entstanden, gewissermaßen eine tour d’horizon durch europĂ€ische politische Landschaften. Unbedingte Kaufempfehlung!

Hans Magnus Enzensberger: “Sanftes Monster BrĂŒssel oder die EntmĂŒndigung Europas”, Edition Suhrkamp, Frankfurt/Main 2011, 70 Seiten, €7,00.

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LektĂŒren: “Geschichte des Irakkriegs”

Außenpolitik, LektĂŒren

Heute erscheint offiziell der zweite Memoirenband von Ex-Außenminister Joschka Fischer (“I am not convinced”, Kiepenheuer und Witsch), gestern hat er sein Buch in Berlin offiziell vorgestellt. Bereits in der letzten Woche hat der frĂŒhere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld seine Autobiografie vorgestellt. Einer der Schwerpunkte beider BĂ€nde ist der jĂŒngste Irakkrieg. FĂŒr Leser, die sich nicht durch diese WĂ€lzer lesen wollen, sondern ein kompaktes, gut verstĂ€ndliches und zudem aktuelles Werk zum Irakkrieg suchen, sei der Band von Stephan Bierling, einem Politologen der UniversitĂ€t Regensburg, empfohlen. Publiziert hat er sein Werk in der beck’schen Reihe des C.H. Beck Verlages, in der er bereits eine “Geschichte der amerikanischen Außenpolitik” sowie eine “Kleine Geschichte Kaliforniens” vorgelegt hat.
AusfĂŒhrlich beschreibt Bierling die Vorgeschichte des Konflikts. Besonderes Augenmerk legt er auf den inneramerikanischen Entscheidungsprozess sowie die bi- und multilaterale Abstimmung mit anderen Staaten. Auch die Rolle Deutschlands unter Bundeskanzler Schröder und Außenminister Fischer kommt nicht zu kurz. Detailliert beschreibt Bierling die Nachkriegssituation im Irak und beleuchtet die mehrfachen Wechsel in der amerikanischen Strategie. Das Buch endet mit den neuen AnsĂ€tzen unter PrĂ€sident Obama. Jederzeit gut lesbar und im Urteil stets abwĂ€gend, aber doch pointiert und nachvollziehbar, ist Bierling ein außerordentlich gutes Buch zum Irakkrieg gelungen, das hoffentlich viele Leser findet.

Stephan Bierling: Geschichte des Irakkriegs. Der Sturz Saddams und Amerikas Albtraum im Mittleren Osten, MĂŒnchen: C. H. Beck Verlag, 2010, 256 Seiten, €12,95. Mehr hier.

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Ronald Reagan zum 100. Geburtstag

LektĂŒren, US-Politik

Am heutigem Sonntag wĂ€re Ronald Reagan, von 1981 bis 1989 40. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, 100 Jahre alt geworden. Lange Zeit als Kalter Krieger und Hardcore-Republikaner verschrien (oder als Hollywood-Schauspieler belĂ€chelt, der er vor seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien und PrĂ€sident war), wandelt sich das Bild Reagans, der im Juni 2004 verstarb, seit einigen Jahren. Inzwischen beruft sich auch US-PrĂ€sident Barack Obama auf Reagan, der seinerseits zu Beginn seiner Karriere registrierter Demokrat war. Die HintergrĂŒnde haben die SĂŒddeutsche Zeitung, der Tagesspiegel und die FAZ.
Wer sich nĂ€her mit Reagan beschĂ€ftigen will, kann seine Presidential Library besuchen oder zu diesen sehr lesenswerten BĂŒchern greifen:
Gil Troy: The Reagan Revolution. A Very Short Introduction, Oxford University Press 2009 (kurz und intensiv).
Lou Cannon: President Reagan. The Role of a Lifetime, New York 2000 (sehr fundiert und detailliert: dieses Buch hat fast 900 Seiten!! Obama hatte das Werk ĂŒber Weihnachten auf seiner reading list).

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