Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Forum Bachelor“ hatten wir Mitte Januar 2026 Dr. Eike-Christian Hornig von der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg zu Gast. Herr Hornig leitet seit gut zwei Jahren das Referat Grundsatzfragen und Regierungsplanung und gab in seinem Vortrag spannende und teilweise amüsante Einblicke in den Maschinenraum der Politik. Er erläuterte Aufbau und Funktionsweise der Staatskanzlei, beschrieb das Zusammenwirken der Regierungszentrale mit anderen Akteuren wie den Ministerien und dem Landtag und diskutierte mit mehreren Dutzend Studierenden vom Institut für Politikwissenschaft aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen Sachsen-Anhalts.
Herzlichen Dank für den Besuch an der MLU und die interessanten Perspektiven auf Sachsen-Anhalter Landespolitik!
In einer dreiteiligen Serie blickt der Journalist Tim Evers auf das erste Jahr von Trump II zurück – und fragt nach den Konsequenzen für die USA, Deutschland und die Welt.
Folge eins (sowie Teil zwei und drei) ist in der ARD-Mediathek unter diesem Link abrufbar.
Was macht man eigentlich mit einem Abschluss in Politikwissenschaft? Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Einige Antworten auf diese Frage wird Dr. Eike-Christian Hornig, Referatsleiter Regierungsplanung in der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, am 14. Januar 2026 um 10:15 Uhr im MEL Hörsaal A geben.
Wie sieht der Arbeitsalltag in der Staatskanzlei aus?
Wie bekommt man in der Staatskanzlei und in Ministerien als Politikwissenschaftler*in einen Job?
Wie gestaltet sich die Regierungsarbeit kurz vor der Wahl in Sachsen-Anhalt?
Kommen Sie und finden Sie heraus, ob ein Job in einem Ministerium oder der Staatskanzlei etwas für Sie sein könnte – unabhängig von allen aktuellen Einblicken in die Arbeit einer Landesregierung, die sich aus diesem Gespräch ebenfalls ergeben.
Als höchst aktuell erweist sich mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen eine Neuerscheinung des Rechtswissenschaftlers Christoph Safferling, auf das die Süddeutsche Zeitung heute hinweist. In „“Ohnmacht des Völkerrechts“ thematisiert der Autor die „Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen“ (so der Untertitel.
Die Rezension in der SZ findet sich hier. Details zum Buch (einschließlich einer Leseprobe) sind auf der entsprechenden Seite des Verlags abrufbar.
Anfang Januar 2026 durften wir im Rahmen der Lehrveranstaltung „Forum Bachelor“ Sonja Eichwede MdB zu einem virtuellen Gespräch begrüßen. Frau Eichwede vertritt im Deutschen Bundestag den Wahlkreis Brandenburg an der Havel und Umgebung, war in der vergangenen Wahlperiode als rechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion aktiv und fungiert derzeit als stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. In dieser Funktion ist sie für die Bereiche Inneres und Recht zuständig. Von Haus ist sie Richterin, hat Rechtswissenschaft in Tübingen und Oslo studiert und war im Rahmen ihres Referendariats u. a. in der Vertretung der Bundesrepublik bei den Vereinten Nationen in New York beschäftigt. Neben einer Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Dagmar Ziegler MdB war sie auch als Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Brandenburg/Havel und Havelland im Einsatz und hat u. a. den damaligen Wahlkampf für Frank-Walter Steinmeier MdB organisiert.
im Gespräch berichtete Frau Eichwede von ihrem Abgeordnetenalltag, erläuterte die Arbeit innerhalb der Fraktion zwischen „Teamgeist und Solidarität“ und begründete, warum die Arbeit im Wahlkreis unverzichtbar für die parlamentarische Arbeit in Berlin ist. Im Gesprächsteil standen Fragen des Verhältnisses von nationalem und europäischem Recht, eine Reform des deutschen Gerichtswesens, Verbesserungsmöglichkeiten der Wissenschaftskommunikation in Richtung Politik, die bevorstehenden Landtagswahlen in der Bundesrepublik sowie konkrete rechtliche Themen der aktuellen politischen Diskussion im Fokus.
Herzlichen Dank für den Besuch und die spannenden Einblicke in die Bundestagsarbeit in Berlin und darüber hinaus!
Am heutigen 5. Januar 2026 wäre Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sind gleich drei neue Biografien erschienen. Neben der Geschichtswissenschaft (und anderen Nachbardisziplinen) sind Leben und Wirken Adenauers auch politikwissenschaftlich interessant. Mit Blick auf dessen Amtszeit hat Karlheinz Niclauß etwa das Konzept der „Kanzlerdemokratie“ für die Bundesrepublik Deutschland entwickelt (auch wenn heute diskutiert werden könnte, ob man mit dem Fokus auf eine einzelne Figur der grundsätzlichen Funktionslogik des politischen Systems der Bundesrepublik als Koordinations- bzw. Konsensdemokratie gerecht werden kann). So oder so lässt sich an Adenauers Beispiel unterschiedlichste Aspekte des „Political Leaderships“ studieren und eine ganze Ära darstellen („Im Anfang war Adenauer“ betitelte der Berliner Zeithistoriker Arnulf Baring sein Buch über Adenauer).
Als einen guten Einstieg in Leben und Werk Adenauers ist – neben den monumentalen Biografien von Hans-Peter Schwarz und Henning Köhler, die allerdings bereits einige Jahrzehnte alt sind – das neu erschienene Buch von Friedrich Kießling zu empfehlen. Kießling lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Der Untertitel „Dreieinhalb Leben“ weist darauf hin, dass die Kanzlerschaft Adenauers in diesem Buch nicht (alleine) im Mittelpunkt steht. Vielmehr wird auch Adenauers Wirken im Kaiserreich, als langjähriger Kölner Oberbürgermeister sowie als Präsident des Preußischen Staatsrates berücksichtigt.
Eine umfangreiche Website zu Leben und Wirken Adenauers ist hier zu finden. Hintergründe (und eine Leseprobe) zum Buch von Kießling sind hier abrufbar. Und bei SpringerLink kann das erwähnte Buch von Niclauß abgerufen werden.
August Modersohn arbeitet seit geraumer Zeit als stellvertretender Leiter der Leipziger Redaktion der ZEIT und hat vor wenigen Tagen mit „In einem neuen Land“ ein lesenswertes Reportagebuch veröffentlicht. Im Frühjahr und Frühsommer 2025 war er zwischen Duisburg und Görlitz sowie zwischen Rügen und Freiburg unterwegs, um herauszufinden, welchen Herausforderungen Politik und Gesellschaft in der Bundesrepublik gegenüberstehen und wie die Menschen an diesen unterschiedlichen Orten damit umgehen.
Ausgehend von der Beobachtung, „dass sich derzeit ziemlich viel tut auf dieser Welt“, thematisiert Modersohn folgende Fragen: „Was verändert sich gerade? Was ist neu? Was ist zu alt? Was kennen wir schon, und wovon denken wir, es nicht zu kennen, obwohl es uns bekannt vorkommen müsste?“ (S. 15). Entstanden ist am Ende „eine Vermessung unseres Landes zu einer vermessenen Zeit“ (ebd): „ich werde der Frage hinterherreisen, wohin wir uns entwickelt haben seit 1990, als es neu losging in Deutschland – und wohin wir uns nun bewegen, da sich wieder vieles neu sortiert“ (ebd.).
Vielfach thematisiert er Aspekte von ganz unterschiedlichen Transformationsprozessen, die wir heute beobachten können, etwa im Braunkohletagebau in Südbrandenburg oder im Ruhrgebiet, die Veränderung der transatlantischen Beziehungen in der Ära Trump II oder die Veränderungen im Wahlverhalten bzw. im Parteiensystem. Auch Halle (Saale) besuchte Modersohn, um mit dem langjährigen Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby über seine Erfahrungen in der Politik zu sprechen (S. 123ff.).
Nähere Informationen zum Buch einschließlich einer Leseprobe sind hier zu finden.
August Modersohn: In einem neuen Land. Eine deutsche Reportage, Propyläen-Verlag, Berlin 2025, 24,00 Euro, ISBN: 978-3–549-11014-0.
Am 10. Dezember 2025 zwischen 10 und 12 Uhr findet in Hörsaal A im MEL die diesjährige Erasmus-Informationsveranstaltung statt. Frau Richter vom International Office und Herr Finkeldey vom Institut für Politikwissenschaft werden über die Möglichkeiten sprechen, im Fach Politikwissenschaft im Ausland zu studieren. Fragen, die auf der Agenda stehen, sind etwa die folgenden:
– Wie ist der Bewerbungsprozess? – Wo kann ich im Ausland studieren? – Welche anderen Förderinstrumente gibt es für Auslandsaufenthalte? – Welche finanzielle Unterstützung bekomme ich? – Welches Sprachniveau wird verlangt?
Mit dem Erasmus-Programm haben Sie die Möglichkeit eine andere Universität sowie eine neue Kultur bzw. ein neues Land kennenzulernen. Nutzen Sie diese einmalige Chance!
Mitte November hatten knapp zwei Dutzende Studierende im ersten Semester Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) die Gelegenheit, im Rahmen einer Exkursion in die Landeshauptstadt Magdeburg hinter die Kulissen der Politik Sachsen-Anhalts zu schauen.
In der Staatskanzlei, der Regierungszentrale des Landes, wurde im Rahmen einer Hausführung in die Arbeit der Landesregierung eingeführt. Das „Palais am Fürstenwall“ (1889-1993 erbaut) war ursprünglich das Gästehaus der kaiserlichen Familie und Dienstgebäude der preußischen Generalkommandantur des 4. Armeekorps. Mit Gründung des Landes Sachsen-Anhalt im Jahre 1990 diente das Gebäude für einige Jahre als Sitz des Ministerpräsidenten. Nach einem zwischenzeitlichen Umzug sowie langjähriger Renovierung ist der Regierungschef seit 2005 wieder der Hausherr am Fürstenwall. Der aktuelle Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra, ist zugleich Staatsminister für Kultur und Medien.
Anschließend bestand im Landtag von Sachsen-Anhalt am Domplatz die Gelegenheit, neben einer Führung durch das Gebäudeensemble an einer Plenarsitzung teilzunehmen. Im Gespräch mit dem Abgeordneten Konstantin Pott, Absolvent der Politikwissenschaft an der MLU, wurden neben aktuellen politischen Themen auch der Arbeitsalltag eines Landtagsmitglieds, die Arbeitsweise des Landesparlamentes sowie die Verbindung von Parlaments- und Wahlkreisarbeit thematisiert.
Schließlich stand ein Besuch der Landeszentrale für politische Bildung auf dem Programm. Neben Informationen über Arbeitsschwerpunkte und Förderungsangebote der Einrichtung durch deren stellvertretenden Direktor bestand die Möglichkeit, sich am weitreichenden Publikationsangebot der Landeszentrale zu bedienen.
Nachfolgend sind einige ausgewählte Impressionen der Exkursion zu sehen.
Blick auf das Gebäude des Palais am Fürstenwall, Sitz des Ministerpräsidenten.Der Magdeburger Reiter in der Eingangshalle der Staatskanzlei.Treppenhaus im Palais am Fürstenwall.Im Festsaal der Staatskanzlei.Blick auf die Fassade des Landtags am Domplatz 6-9.Gruppenbild im Landtag Sachsen-Anhalt.Gespräch mit Konstantin Pott MdL.Zu Besuch in der Landeszentreale für politische Bildung.
In den vergangenen Tagen ist die Ausgabe 3/2025 der Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl) erschienen. Im aktuellen Heft finden sich gleich mehrere Analysen der vergangenen Bundestagswahl 2025, etwa zum vorzeitigen Ende von Koalitionen, zum Einfluss der Kanzlerdebatten auf den Wahlkampf und zum konkreten Wahlergebnis („Atempause in einer politisierten Gesellschaft“), sowie zur sich anschließenden Regierungsbildung bis hin zum Start der „Arbeitskoalition“ aus CDU/CSU und SPD.
Weitere Artikel thematisieren die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft aus dem Frühjahr 2025 sowie die jüngsten Wahlen in Österreich und die dortigen Koalitionsverhandlungen im Herbst 2024. In einem umfangreichen Aufsatz fragt der Politikwissenschaftler Oscar W. Gabriel, ob die politische Mitte in den europäischen Parteiensystemen zerfällt und schaut dabei auf Länder von Deutschland und die Niederlande über Belgien, Finnland, Österreich und Polen bis hin zu Spanien und Ungarn.
Ergänzt wird das inhaltliche Portfolio der aktuellen Ausgabe der ZParl durch eine Reihe von Rezensionen aktueller Bücher rund um Parlamentarismus, Parteien und Demokratie, etwa zur Bundestagswahl 2025, zur Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz, zur Debattenkultur in Deutschland sowie Untersuchungen zum Parlamentsrecht in Großbritannien und Deutschland.
Online ist das Heft über die Nomos eLibrary verfügbar (kostenloser Zugang über unsere Universitätsbibliothek).