Nach jeder Bundestagswahl erscheint im VS-Springer Verlag ein umfangreicher Sammelband mit Analysen zur Wahl-, Parteien- Regierungs- und Kommunikationsforschung. Dauerte die Publizierung früher mehrere Jahre, so ist der aktuelle Band (Hrsg.: Maximilian Schiffers, Arno von Schuckmann und Karl-Rudolf Korte) zur Wahl von 2025 weniger als anderthalb Jahre nach der Wahl erschienen.
In vielfältigen Beiträgen werden zahlreiche Themen rund um die damalige Bundestagswahl (einschließlich diverser Rückblicke auf die Ampel-Koalition sowie Vorausschauen auf die Bestimmungsfaktoren des Regierungshandelns der aktuellen Merz-Regierung) präsentiert. Im Volltext abrufbar ist der Sammelband über unsere Universitätsbibliothek hier.
Am 6. August 2026 um 11:30 Uhr geht der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt online. Entlang eines Fragenkatalogs können Nutzerinnen und Nutzer prüfen, mit welcher der zur Wahl antretenden Parteien die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht (auch wenn im konkreten Fall bei der Stimmabgabe weitere Aspekte wie langjährige Parteiidentifikation oder ein besonderer Fokus auf einige wenige Themen eine Rolle spielen).
Wie ein Wahl-O-Mat entsteht, kann beispielhaft hier nachgelesen werden. Weitere Hintergründe zu diesem Instrument finden sich auf einer informativen Seite der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (hier).
Abzurufen wird der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt dann hier sein (in Kürze folgen dann die Ausgaben für die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern).
Vincent Rau, der am Institut für Politikwissenschaft der MLU studiert, war an der Erarbeitung des Wahl-O-Mat dabei und berichtet hier einige Hintergründe: „Im ersten Schritt fand vom 29. bis 31. Mai der dreitägige Redaktionsworkshop in Wittenberg statt, an dem ich als Teil der Jugendredaktion in der Themengruppe „Inneres, Justiz, Europa, Demokratie und Föderalismus“ teilgenommen habe. Dort haben wir nach Analyse der Wahlprogramme insgesamt 80 Thesen entwickelt, die anschließend an die Parteivorstände zur Positionierung gingen. Im digitalen Auswahlworkshop im Juli haben wir dann aus diesen 80 Thesen die finalen 38 Thesen für den Wahl-O-Mat ausgewählt.
Gestern wurde der Wahl-O-Mat im Rahmen einer Pressekonferenz in Magdeburg offiziell vorgestellt und ist seitdem online. Wir waren vor Ort dabei, als Politiker von Linke, Grüne, SPD, FDP und CDU den Wahl-O-Mat dort erstmals live getestet haben, begleitet von Mitgliedern der Jugendredaktion. Im Anschluss gab es Interviewmöglichkeiten für die Presse. Bereits am gestrigen Tage haben über 150.000 Personen den Wahl-O-Mat genutzt.“
Haustürwahlkampf erscheint im digitalen Zeitalter ein anachronistisches Wahlkampfinstrument zu sein. Trotzdem spielt er in den bevorstehenden Wahlkämpfen, etwa auch in Sachsen-Anhalt, eine wichtige Rolle. David Muschenich von der TAZ hat in einem kürzlich erschienenen Beitrag den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt näher beleuchtet. Im Artikel finden sich auch einige Einschätzungen aus der politikwissenschaftlichen Forschung. Nachzulesen ist der Beitrag hier.
Welchen Herausforderungen sieht man sich gegenüber, wenn man erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt wird? Und welche Unterstützungsleistungen gibt es, um den Einstieg in die parlamentarische Arbeit zu erleichtern? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer neuen Studie der „Better Politics Foundation“, die kürzlich dank einer Finanzierung durch die Robert-Bosch-Stiftung erschienen ist. Basis der Untersuchung sind unter anderem Gespräche mit mehr als 50 Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie ihren MItarbeiterstäben.
Die Studie steht im Volltext auf dieser Seite zur Verfügung. Ein Bericht über die Vorstellung der Studie ist auf den Seiten der Wochenzeitung Das Parlament zu finden.
Am Dienstag, den 30. Juni 2026 findet von 16 bis 18 Uhr an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in Hörsaal XVI (MEL) die Veranstaltung „Abgeordnete unter Druck“ statt. Zu Gastsind Dr. Karamba Diaby (SPD), MdB a.D. aus Halle (Saale) sowie Christian Ignorek, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Parlamentarismusforschung (IParl) und Mitherausgeber der Abgeordnetenstudie „ReParl“. Gemeinsam soll über Rollenverständnisse und -erwartungen von Abgeordneten und den wachsenden Druck auf Abgeordnete gesprochen werden. Christian Ignorek wird Inhalte aus der Abgeordnetenstudie und die Bevölkerungsstudie vorstellen, die dann im Gespräch mit Dr. Karamba Diaby kontextualisiert werden sollen. Organisiert und moderiert wird die Diskussion von Björn Fiebelkorn vom Institut für Politikwissenschaft.
Das Bundeskanzleramt dient der Koordinierung des exekutiven Politikprozesses in Deutschland und verzeichnet in der Politikwissenschaft im Rahmen der Regierungszentralenforschung seit vielen Jahren ein stetig wachsendes Interesse. Insbesondere die Vermittlung zwischen den Fachministerien sowie die Kommunikation in das Parlament, genauer: in die Parlamentsmehrheit hinein, zählen dabei zu den wichtigsten Ausgaben. In einer groß angelegten Reportage thematisieren in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung Daniel Brössler und Henrike Roßbach die Frage, ob bzw. inwiefern das Kanzleramt in der aktuellen schwarz-roten Bundesregierung diese Aufgaben (noch) erfüllen kann. Zu finden ist der Artikel hier, über unsere Universitätsbibliothek ist der Beitrag frei zugänglich.
Die „Plattform Wahlen“ – eine Gruppe internationaler OSZE Wahlbeobachter:innen – verfolgt mit Sorge die Versuche antidemokratischer Kräfte, deutschlandweit eine vorgeblich unabhängige, tatsächlich aber parteiliche Wahlbeobachtung zu etablieren und Zweifel an der Unabhängigkeit unserer Wahlverwaltungen zu streuen.
Die Organisation lädt zusammen mit der Initiative „In Verteidigung der Demokratie“ interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Sachsen-Anhalt ein, ehrenamtliche Wahlbeobachter nach international anerkannten Standards (OSZE/ODIHR, Europarat, UN) zu werden. Ziel der Wahlbeobachtung ist es, den Wahlverlauf kritisch und unabhängig zu beobachten und Wahlverwaltung und politisch Verantwortlichen Empfehlungen zu ihrer Verbesserung zu geben.
Am Mittwoch, 10. Juni 2026, findet von 18 – 20 Uhr in Hörsaal 3 auf dem Steintor Campus der Martin-Luther-Universität in Halle eine von OSZE-Wahlexperte Thomas Leszke geleitete Einführungsveranstaltung statt. Ende August besteht die Möglichkeit, an zwei Online-Abendkursen teilzunehmen. Herzliche Einladung!
Im Lehrbereich Politische Theorie unseres Instituts ist die Stelle einer studentischen Hilfskraft (m/w/d) ausgeschrieben. Die detaillierte Ausschreibung ist hier zu finden.
Am vergangenen Wochenende fand zum 53. Mal die Europameisterschaft der Parlamentsmannschaften statt. Alle zwei Jahre treffen sich dazu Mannschaften verschiedener Parlamente, in diesem Jahr fand das Turnier in Lübeck statt. Nach einem hart erkämpften Unentschieden im entscheidenden Spiel gegen die Mannschaft aus Österreich konnte sich der FC Bundestag, in dem sich Abgeordnete aus den verschiedenen Fraktionen sowie ihre Mitarbeitende zusammengetan haben und der eigenen Angaben zufolge als „Botschafter des Parlaments“ fungiert, nach dem Jahr 2022 erneut den Titel erringen. Mit im Team war auch ein Absolvent der Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität (MLU).
Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Einige Hintergründe zum Turnier sind hier nachzulesen, die Mannschaft des FC Bundestag ist hier zu finden.
In dieser Woche ist das Buch „Straße, Platz, Palast. Zur Architektur demokratischer Räume“ von Jan-Werner Müller erschienen. Im Klappentext heißt es: „Menschen gehen auf die Straße. Die Öffentlichkeit wird als Marktplatz der Ideen beschrieben. Parlamente aus Glas verheißen politische Transparenz: Im Sprechen über Politik greifen wir häufig auf Metaphern aus und Bezüge zu Architektur und Städtebau zurück…Aber gibt es wirklich so etwas wie eine demokratische Architektur?“
Nähere Informationen zum Buch einschließlich einer Leseprobe gibt es hier.