Heute ist (zumindest in digitaler Form) die neue Ausgabe der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)“ erschienen. Gegenstand des Heftes ist der thematische Schwerpunkt „250 Jahre USA“. In gleich mehreren Beiträgen werden historische, politische und gesellschaftliche Aspekte dieses Themas behandelt. Abzurufen ist das Heft, das als Printausgabe mit der nächsten Ausgabe der Zeitung „Das Parlament“ erscheint, hier.
Außenpolitik
10. Juni 2026
Lektüretipp: „Dear Britain“
Die Journalistin Annette Dittert war von 1999 bis Ende 2025 Auslandskorrespondentin der ARD. Zunächst war sie als Studioleiterin und Korrespondentin in Warschau tätig, bevor sie nach New York und im Jahre 2008 nach London ging. In ihrem neuen Buch „Dear Britain“ berichtet sie über ihr neues Heimatland (sie hat kürzlich auch die britische Staatsbürgerschaft angenommen). Sie tut dies kurzweilig, unterfüttert mit zahlreichen Anekdoten und Geschichten und immer im Kontakt mit den Menschen vor Ort. So erläutert sie den Brexit-Prozess (und fokussiert sich hierbei insbesondere auf das komplexe Verhältnis von Regierung und Parlament), beleuchtet die Rolle der Königin bzw. des König im politischen System, trifft sich auf einen Tee mit dem Vorsitzenden des Oberhauses (einem „verrückten Relikt vergangener Zeiten“) und reist nach Wales und Schottland, um die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen näher kennenzulernen. Entstanden ist auf diese Weise eine interessante und spannend zu lesende Liebeserklärung an Land und Leute Großbritanniens.
Eine Leseprobe gibt es hier.

9. Juni 2026
Info-Veranstaltung: „Das Auswärtige Amt – Dein Weg in die Diplomatie“
Am 1. Juli 2026 kommt Dr. Peter Kettner, Referatsleiter Strategie und Planung Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Auswärtigen Amt in Berlin, an die Martin-Luther-Universität, um unter dem Motto „Das Auswärtige Amt – Dein Weg in die Diplomatie“ über Praktika und Berufseinstiegsmöglichkeiten beim Auswärtigen Amt zu berichten. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Natascha Ueckmann vom Institut für Romanistik der MLU.
Die Info-Veranstaltung beginnt am 1. Juli um 18.30 Uhr im Hörsaal III
(Steintor-Campus).
Herzliche Einladung!
25. März 2026
US-Stipendien für Studierende der Geisteswissenschaften
Uns erreichte kürzlich die Ausschreibung neuer „Arnold Heidsieck Scholarships“. Mit diesem Programm unterstützt die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein- bis zweisemestrige Studienaufenthalte an US-amerikanischen Universitäten. Die Stipendien richten sich an Bachelor-Studierende der Geisteswissenschaften, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind und den Schwerpunkt auf deutsche Kultur, Sprache, Geschichte, Musik oder Kunst legen. Bewerbungsfrist ist dieses Mal der 4. Mai 2026. Alle wichtigen Informationen rund um diese Stipendien sind hier zu finden.
23. März 2026
TV-Tipp: „Die Diplomaten“
Ein Jahr lang haben Marisa Uphoff und Fabian Herriger für das ZDF zentrale Akteure der bundesdeutschen Außenpolitik begleitet und dabei Macht und Ohnmacht der Bundesrepublik in diesem Politikfeld miterleben können. Entstanden ist eine vierteilige Serie mit dem Titel „Die Diplomaten – Inside Auswärtiges Amt“, die ein außenpolitisch sehr bewegtes Jahr in den Fokus nimmt.
Hier gibt es nähere Informationen zur Serie. Abrufbar ist sie ab dem 24. März 2026 um 19:00 Uhr im ZDF-Streamingportal.
12. Jan. 2026
TV-Tipp: „Trump & us“
In einer dreiteiligen Serie blickt der Journalist Tim Evers auf das erste Jahr von Trump II zurück – und fragt nach den Konsequenzen für die USA, Deutschland und die Welt.
Folge eins (sowie Teil zwei und drei) ist in der ARD-Mediathek unter diesem Link abrufbar.
12. Jan. 2026
Buch der Stunde: „Ohnmacht des Völkerrechts“
Als höchst aktuell erweist sich mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen eine Neuerscheinung des Rechtswissenschaftlers Christoph Safferling, auf das die Süddeutsche Zeitung heute hinweist. In „“Ohnmacht des Völkerrechts“ thematisiert der Autor die „Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen“ (so der Untertitel.
Die Rezension in der SZ findet sich hier. Details zum Buch (einschließlich einer Leseprobe) sind auf der entsprechenden Seite des Verlags abrufbar.
5. Jan. 2026
150. Geburtstag Konrad Adenauers
Am heutigen 5. Januar 2026 wäre Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sind gleich drei neue Biografien erschienen. Neben der Geschichtswissenschaft (und anderen Nachbardisziplinen) sind Leben und Wirken Adenauers auch politikwissenschaftlich interessant. Mit Blick auf dessen Amtszeit hat Karlheinz Niclauß etwa das Konzept der „Kanzlerdemokratie“ für die Bundesrepublik Deutschland entwickelt (auch wenn heute diskutiert werden könnte, ob man mit dem Fokus auf eine einzelne Figur der grundsätzlichen Funktionslogik des politischen Systems der Bundesrepublik als Koordinations- bzw. Konsensdemokratie gerecht werden kann). So oder so lässt sich an Adenauers Beispiel unterschiedlichste Aspekte des „Political Leaderships“ studieren und eine ganze Ära darstellen („Im Anfang war Adenauer“ betitelte der Berliner Zeithistoriker Arnulf Baring sein Buch über Adenauer).
Als einen guten Einstieg in Leben und Werk Adenauers ist – neben den monumentalen Biografien von Hans-Peter Schwarz und Henning Köhler, die allerdings bereits einige Jahrzehnte alt sind – das neu erschienene Buch von Friedrich Kießling zu empfehlen. Kießling lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Der Untertitel „Dreieinhalb Leben“ weist darauf hin, dass die Kanzlerschaft Adenauers in diesem Buch nicht (alleine) im Mittelpunkt steht. Vielmehr wird auch Adenauers Wirken im Kaiserreich, als langjähriger Kölner Oberbürgermeister sowie als Präsident des Preußischen Staatsrates berücksichtigt.
Eine umfangreiche Website zu Leben und Wirken Adenauers ist hier zu finden. Hintergründe (und eine Leseprobe) zum Buch von Kießling sind hier abrufbar. Und bei SpringerLink kann das erwähnte Buch von Niclauß abgerufen werden.

6. Okt. 2025
Neuerscheinung: „107 Days“
Vor wenigen Tagen ist das Buch „107 Days“ der früheren US-Vizepräsidentin Kamala Harris erschienen. Der Titel des Werkes nimmt Bezug auf die Zeitspanne, die ihr nach dem Rückzug Joe Bidens von der Kandidatur der Demokratischen Partei am 21. Juli 2024 bis zum Termin der Präsidentschaftswahl am 5. November 2024 blieb – am Ende, das ist die Hauptaussage des Buches, war die Zeit zu kurz, um eine erfolgversprechende Kampagne ins Werk zu setzen. Was das Buch jedoch höchst interessant macht, sind die Schilderungen des Wahlkampfes hinter den Kulissen: wieviel Zeit in dessen Organisation fließt, etwa in die Vorbereitung einer TV-Debatte, wie man auf Angriffe des Gegners reagiert, wie man die eigene inhaltliche Message trotz Kaltstarts in den Wahlkampf zu schärfen versucht und wo innerhalb des Teams zentrale Strategien diskutiert und entschieden werden. Lesenswert ist das Buch nicht zuletzt deshalb, weil Harris an vielen Stellen auf vorherige Erfahrungen, etwa aus ihrer Zeit als Vizepräsidentin oder als kalifornische Justizministerin, zurückblickt.
Am Ende unterlag Kamala Harris am 5. November 2024 ihrem Republikanischen Gegenkandidaten Donald Trump – „107 Days“ bietet zahlreiche Gründe für diese Niederlage und bleibt nicht zuletzt deshalb auch heute noch von großem Interesse für politische wie für politikwissenschaftliche Beobachter.

