Der britische Historiker Timothy Garton Ash befasst sich seit mehreren Jahrzehnten mit europäischer Geschichte und Politik und hat dazu zahlreiche Publikationen veröffentlicht (zum Beispiel dieses kluge Buch), beginnend in den 1980er Jahren, als er als Student nach Ost-Berlin kam und Zeitzeuge der Umbrüche in Mittel- und Osteuropa wurde. Noch heute lesenswert sind seine damaligen Beobachtungen unter dem Titel „Ein Jahrhundert wird abgewählt“. Nun hat er einen verhältnismäßig schmalen Band mit dem Titel „Europa in siebeneinhalb Kapiteln“ geschrieben, in dem er in essayistischem Ton Erfolgsgeschichten und Herausforderungen der europäischen Integration thematisiert.
Im Gespräch mit dem SPIEGEL hat Garton Ash in der vergangenen Woche über die großen Themen seines Buches gesprochen. Eine Rezension des Werkes findet sich hier, Und hier kann eine Leseprobe abgerufen werden.
Heute ist (zumindest in digitaler Form) die neue Ausgabe der Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)“ erschienen. Gegenstand des Heftes ist der thematische Schwerpunkt „250 Jahre USA“. In gleich mehreren Beiträgen werden historische, politische und gesellschaftliche Aspekte dieses Themas behandelt. Abzurufen ist das Heft, das als Printausgabe mit der nächsten Ausgabe der Zeitung „Das Parlament“ erscheint, hier.
Die Journalistin Annette Dittert war von 1999 bis Ende 2025 Auslandskorrespondentin der ARD. Zunächst war sie als Studioleiterin und Korrespondentin in Warschau tätig, bevor sie nach New York und im Jahre 2008 nach London ging. In ihrem neuen Buch „Dear Britain“ berichtet sie über ihr neues Heimatland (sie hat kürzlich auch die britische Staatsbürgerschaft angenommen). Sie tut dies kurzweilig, unterfüttert mit zahlreichen Anekdoten und Geschichten und immer im Kontakt mit den Menschen vor Ort. So erläutert sie den Brexit-Prozess (und fokussiert sich hierbei insbesondere auf das komplexe Verhältnis von Regierung und Parlament), beleuchtet die Rolle der Königin bzw. des König im politischen System, trifft sich auf einen Tee mit dem Vorsitzenden des Oberhauses (einem „verrückten Relikt vergangener Zeiten“) und reist nach Wales und Schottland, um die dortigen Unabhängigkeitsbestrebungen näher kennenzulernen. Entstanden ist auf diese Weise eine interessante und spannend zu lesende Liebeserklärung an Land und Leute Großbritanniens.
Am 1. Juli 2026 kommt Dr. Peter Kettner, Referatsleiter Strategie und Planung Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik im Auswärtigen Amt in Berlin, an die Martin-Luther-Universität, um unter dem Motto „Das Auswärtige Amt – Dein Weg in die Diplomatie“ über Praktika und Berufseinstiegsmöglichkeiten beim Auswärtigen Amt zu berichten. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Natascha Ueckmann vom Institut für Romanistik der MLU.
Die Info-Veranstaltung beginnt am 1. Juli um 18.30 Uhr im Hörsaal III (Steintor-Campus).
Uns erreichte kürzlich die Ausschreibung neuer „Arnold Heidsieck Scholarships“. Mit diesem Programm unterstützt die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein- bis zweisemestrige Studienaufenthalte an US-amerikanischen Universitäten. Die Stipendien richten sich an Bachelor-Studierende der Geisteswissenschaften, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind und den Schwerpunkt auf deutsche Kultur, Sprache, Geschichte, Musik oder Kunst legen. Bewerbungsfrist ist dieses Mal der 4. Mai 2026. Alle wichtigen Informationen rund um diese Stipendien sind hier zu finden.
Ein Jahr lang haben Marisa Uphoff und Fabian Herriger für das ZDF zentrale Akteure der bundesdeutschen Außenpolitik begleitet und dabei Macht und Ohnmacht der Bundesrepublik in diesem Politikfeld miterleben können. Entstanden ist eine vierteilige Serie mit dem Titel „Die Diplomaten – Inside Auswärtiges Amt“, die ein außenpolitisch sehr bewegtes Jahr in den Fokus nimmt.
Hier gibt es nähere Informationen zur Serie. Abrufbar ist sie ab dem 24. März 2026 um 19:00 Uhr im ZDF-Streamingportal.
Eine interessante und lesenswerte Langzeitreportage bietet das heutige Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ein Jahr lang wurden fünf Abgeordnete unterschiedlicher Fraktionen begleitet. Entstanden ist ein spannender Blick in den Maschinenraum der Politik. Wie gestaltet sich Politik im 21. Deutschen Bundestag? Wie gehen die Abgeordneten mit den großen Krisen dieses Jahres um? Und wie verändert sich die alltägliche Beschäftigung mit den großen und kleinen Themen der Politik ? Gegenstand der Reportage ist auch das Verhältnis von Parlament und Regierung, die Krisen und Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie diverse Herausforderungen auf wirtschaftspolitischem Gebiet.
Online zu finden ist der Beitrag hier. Über unsere Universitätsbibliothek ist das Heft kostenfrei zu lesen.
In einer dreiteiligen Serie blickt der Journalist Tim Evers auf das erste Jahr von Trump II zurück – und fragt nach den Konsequenzen für die USA, Deutschland und die Welt.
Folge eins (sowie Teil zwei und drei) ist in der ARD-Mediathek unter diesem Link abrufbar.
Als höchst aktuell erweist sich mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen eine Neuerscheinung des Rechtswissenschaftlers Christoph Safferling, auf das die Süddeutsche Zeitung heute hinweist. In „“Ohnmacht des Völkerrechts“ thematisiert der Autor die „Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen“ (so der Untertitel.
Die Rezension in der SZ findet sich hier. Details zum Buch (einschließlich einer Leseprobe) sind auf der entsprechenden Seite des Verlags abrufbar.
Am heutigen 5. Januar 2026 wäre Konrad Adenauer 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass sind gleich drei neue Biografien erschienen. Neben der Geschichtswissenschaft (und anderen Nachbardisziplinen) sind Leben und Wirken Adenauers auch politikwissenschaftlich interessant. Mit Blick auf dessen Amtszeit hat Karlheinz Niclauß etwa das Konzept der „Kanzlerdemokratie“ für die Bundesrepublik Deutschland entwickelt (auch wenn heute diskutiert werden könnte, ob man mit dem Fokus auf eine einzelne Figur der grundsätzlichen Funktionslogik des politischen Systems der Bundesrepublik als Koordinations- bzw. Konsensdemokratie gerecht werden kann). So oder so lässt sich an Adenauers Beispiel unterschiedlichste Aspekte des „Political Leaderships“ studieren und eine ganze Ära darstellen („Im Anfang war Adenauer“ betitelte der Berliner Zeithistoriker Arnulf Baring sein Buch über Adenauer).
Als einen guten Einstieg in Leben und Werk Adenauers ist – neben den monumentalen Biografien von Hans-Peter Schwarz und Henning Köhler, die allerdings bereits einige Jahrzehnte alt sind – das neu erschienene Buch von Friedrich Kießling zu empfehlen. Kießling lehrt Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bonn. Der Untertitel „Dreieinhalb Leben“ weist darauf hin, dass die Kanzlerschaft Adenauers in diesem Buch nicht (alleine) im Mittelpunkt steht. Vielmehr wird auch Adenauers Wirken im Kaiserreich, als langjähriger Kölner Oberbürgermeister sowie als Präsident des Preußischen Staatsrates berücksichtigt.
Eine umfangreiche Website zu Leben und Wirken Adenauers ist hier zu finden. Hintergründe (und eine Leseprobe) zum Buch von Kießling sind hier abrufbar. Und bei SpringerLink kann das erwähnte Buch von Niclauß abgerufen werden.