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Wer ist John Boehner?

US-Politik, US-Wahl 2010

Er ist der neue starke Mann in Washington: der Republikaner John Boehner aus Ohio wird im Januar 2011, wenn der soeben neu gewählte US-Kongress erstmals zusammentritt, wohl zum Speaker, d.h. Parlamentspräsidenten des Repräsentantenhauses gewählt werden. Doch wer ist John Boehner, der bislang außerhalb des Zirkels der Polit-Experten in Washington nur wenigen ein Begriff ist?

Dietmar Ostermann portr√§tiert John Boehner in einem Artikel f√ľr die Franfurter Rundschau hier. F√ľr Boehner k√∂nnte sich herausstellen, dass das Amt des Speakers angesichts der heterogenen Zusammensetzung der neuen republikanischen Fraktion vielleicht doch nicht so viel Spa√ü machen wird wie erwartet. Politico.com erkl√§rt warum.

Nach nur vier Jahren scheidet damit die Parlamentspr√§sidentin Nancy Pelosi aus dem Amt, auch wenn sie ihren Wahlkreis mit mehr als 80 Prozent der Stimmen erneut gewinnen konnte. Politico.com blickt hier auf den Aufstieg und Fall Pelosis zur√ľck.

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US-Kongresswahl live

US-Politik, US-Wahl 2010

Sie finden hier ab sofort und in unregelm√§√üigen Abst√§nden News und Updates aus den weiten Welten der medialen Berichterstattung √ľber die US-Kongresswahl.

21:37h: Das nennt man wohl Mega-Ebene: die Nachrichtenagentur AP berichtet dar√ľber, wie sie in der Nacht √ľber die US-Kongresswahl berichtet.

21:39h: Ein interessantes Ph√§nomen in dieser Wahlkampfsaison: in mehreren Bundesstaaten sind in den Senatswahlen unabh√§ngige Kandidaten (die so genannten Independents) so stark, dass sie gleich mehrfach den Einzug eines republikanischen Kandidaten in den Senat verhindern k√∂nnten und so eventuell den Demokraten ihre Mehrheit im Senat sichern helfen k√∂nnten. Lesen Sie hier, f√ľr welche Bundesstaaten das zutrifft.

21:43h: Morgen wird sich die ganze Welt fragen: who the hell is John Boehner? Lesen Sie morgen hier im Blog, wer John Boehner wirklich ist.:)

21:49h: Zu den Gewinnern der Wahl d√ľrfte wohl auch die Tea Party Bewegung z√§hlen. In einem Artikel der Zeitschrift politik+kommunikation beschreibt Georg Schmitt Entstehung und (potentielle) Bedeutung dieser Bewegung.

21:51h: F√ľr alle F√§lle: hier ist nochmal der Spot von Pr√§sident Obama, in dem er zur Wahlteilnahme aufruft.

21:59h: Falls Sie sich fragen, was denn wohl die drei teuersten Wahlk√§mpfe f√ľr einen Sitz im Repr√§sentantenhaus sind, dann hat Politico die Antwort.

22:01: Nicht nur ein Teil des Senats und das Repräsentantenhaus werden heute neu gewählt, sondern auch etwa drei Viertel der Gouverneure (vergleichbar mit deutschen Ministerpräsidenten). Hier lohnt sich vor allem ein Blick auf die Wahlen in Ohio und Florida Рzum einen, weil diese Bundesstaaten im Präsidentschaftswahlkampf 2012 eine herausragende Rolle spielen werden, und zum anderen, um abschätzen zu können, wie stark wirklich die Welle der Tea Party in der heutigen Wahl ausfällt.

22:20h: Nancy Pelosi, Noch-Parlamentspr√§sidentin des Repr√§sentantenhauses, hat soeben gegen√ľber Journalisten erkl√§rt: “We’re on pace to maintain the majority in the House of Representatives.” Man darf gespannt sein.:)

22:26h: Tom Buhrow erkl√§rt soeben in den Tagesthemen, dass der Verlust der Mehrheit im Repr√§sentantenhaus f√ľr die Demokraten “sicher” sei. Hm, wer hat denn nun Recht?? Die Wahllokale sind jedenfalls noch ge√∂ffnet…

22:40h: Zwischendurch mal etwas anderes: im Tagesthemen-Beitrag √ľber die Linkspartei kommt ein bekannter Hallenser Politikprofessor zu Wort.:)

22:56h: CNN hat die ersten Exit Polls. Demnach ist die wirtschaftliche Lage f√ľr viele W√§hler mit gro√üem Abstand Thema Nummer Eins.

23:19h: Eines der spannendsten Duelle gibt es in Nevada, wo Senator und Mehrheitsf√ľhrer Harry Reid von den Demokraten um sein politisches √úberleben k√§mpft. In den Umfragen lag er zuletzt zweieinhalb Prozentpunkte hinter seiner von der Tea Party unterst√ľtzten Gegnerin Sharron Angle. Die ersten Exit Polls zeigen das Duell in “dead heat”.

23:29h: NBC berichtet von einer Umfrage, nach der 56 Prozent der Befragten das Land “on the wrong track” sehen.

23:34h: In den n√§chsten Tagen erscheint √ľbrigens die Autobiografie von Ex-Pr√§sident George W. Bush. Die New York Times hat offensichtlich eine Vorab-Kopie ergattern k√∂nnen. In dem Buch berichtet Bush augenscheinlich, dass er 2004 tats√§chlich √ľber das Angebot Cheneys nachgedacht hatte, ihn vom “Ticket” zu nehmen und mit einem neuen, j√ľngeren Vizepr√§sidentschaftskandidaten anzutreten. Peter Baker hat die Story.

23:40h: Soeben im Interview auf Phoenix: der Kongressexperte der Brookings Institution in Washington namens Thomas Mann (der hei√üt wirklich so…).

23:50h: MSNBC berichtet von automatischen Anrufen (sog. “Robocalls”), die einige potentielle spanisch sprechende W√§hler in Los Angeles daran erinnern, am 3. November w√§hlen zu gehen. Das w√§re dann einen Tag zu sp√§t…

23:54h: Der erste Abgeordnete, dessen Wiederwahl in das Repräsentantenhaus feststeht, ist Rep. Dan Burton, Republikaner aus Indiana.

23:57h: Auch der SPIEGEL ist nunmehr mit einem Live-Ticker am Start.

00:01: In einigen Wahllokalen in Connecticut sind die Wahlzettel ausgegangen.

00:07h: Die erste(n) Entscheidung(en) f√ľr den Senat ist/sind gefallen: in Indiana gewinnt der fr√ľhere Senator Dan Coats, der von 2001 bis 2005 als US-Botschafter in Deutschland fungierte, gegen den ehemaligen Sheriff Brad Ellsworth, Mitglied im Repr√§sentantenhaus. Nicht wieder angetreten war der demokratische Senator Evan Bayh. Dies ist das erste “Pick-up”-Mandat f√ľr die Republikaner. In Kentucky scheint Rand Paul (R) gegen√ľber Jack Conway (D) zu f√ľhren. Das w√§re ein erster gro√üer Triumph f√ľr die Tea Party.

00:16h: Inzwischen hat sich das Weiße Haus zu Wort gemeldet Рmit einer Presseerklärung anlässlich des zehnten Jahrestags der ersten Mannschaft, die die Raumstation ISS erreichte.

00:20h: In Vermont ist Senator Patrick Leahy zu seiner 7. (!) sechsjährigen Amtszeit wieder gewählt worden.

00:23h: Endlich on air: Wolf Blitzer auf CNN Europe mit der Wahlanalyse einschlie√ülich John King und seiner “Magic Wall”.

00:30h: Bei den Demokraten hat die Debatte √ľber die Gr√ľnde der Wahlniederlage bereits begonnen.

00:41h: Der nächste Kaffee ist fertig.:)

00:44h: Die Senatswahl in West Virginia k√∂nnte eine wichtige Entscheidung sein (hier steht der Sitz des legend√§ren und im Sommer verstorbenen Senators Robert Byrd zur Wahl): gewinnt der Demokrat Manchin knapp, so haben die Umfragen richtig gelegen. Gewinnt er deutlich, k√∂nnten die Demokraten landesweit etwas positiver gestimmt auf die n√§chsten Ergebnisse warten. Verliert er jedoch, s√§he es wohl nicht allzu gut f√ľr die Demokraten aus – und pl√∂tzlich k√∂nnte die Mehrheit im Senat f√ľr die Republikaner erreichbar sein. Gegen 01:00h dann die Entscheidung in Delaware – mit oder ohne Christine O’Donell!

00:56h: Gegen 01:00h schließen die Wahllokale in 19 Bundesstaaten. Danach sollten wir etwas klarer sehen.

01:00h: Der n√§chste Senat muss ohne Hexen auskommen: Christine O’Donnell verliert in Delaware gegen den Demokraten Chris Coons. Das ist Joe Bidens alter Senatssitz.

01:04h: Was bei aller Aufregung um Senat und Repr√§sentantenhaus nicht vergessen werden sollte: wichtig sind auch die Ergebnisse der Wahl der Parlamente der einzelnen Bundesstaaten, denn sie entscheiden zu Beginn des n√§chsten Jahres √ľber potentielle Ver√§nderungen bei den Grenzen der Kongresswahlbezirke. Alle zehn Jahre findet in den USA ein Census statt, eine Art Volksz√§hlung. Dabei werden Bev√∂lkerungswanderungen ber√ľcksichtigt. Zum Beispiel verlieren die gro√üen Staaten im Nordosten (New York, Pennsylvania) seit Jahren an Einwohnern, die warmen Staaten im S√ľden gewinnen hinzu (Texas, Florida, Georgia, Arizona), was dazu f√ľhrt, dass auch Wahlm√§nnerstimmen f√ľr die Pr√§sidentschaftswahl 2012 im Nordosten abwandern. Die Neuzeichnung der Kongresswahlkreisgrenzen d√ľrfte sich ebenso auf die n√§chsten Wahlergebnisse auswirken.

01:12h: Vielleicht t√§uscht der Eindruck, aber k√∂nnte es sein, dass die Niederlage f√ľr die Demokraten vielleicht doch nicht so hoch ausf√§llt wie im Vorfeld bef√ľrchtet?? HuffingtonPost: “No Signs of Tsunami…Yet”.

01:15h: Marco Rubio (R) scheint die Senatswahl in Florida zu gewinnen – und zwar gegen den Demokraten UND gegen seinen fr√ľheren Parteifreund Charlie Crist, der Rubio in der Vorwahl unterlag und dann als Unabh√§ngiger antrat.

01:31h: Und die Republikaner können einen weiteren Senatssitz hinzu gewinnen: Blanche Lincoln (D) verliert ihren Sitz in Arkansas an John Boozman (R). Und der nächste Kaffee ist fertig.

01:41h: Gro√ües Auftamen bei den Demokraten: Joe Manchin gewinnt f√ľr die Demokraten den Senatssitz in West Virginia. Dies ist ein Sitz, den die Republikaner unbedingt gewinnen wollten, um die Mehrheit im Senat zu √ľbernehmen. John King (CNN): es ist “nearly impossible” f√ľr die Republikaner, ohne West Virginia auf die erforderliche Zahl von 51 Sitzen zu kommen.

01:51h: Keine guten Nachrichten f√ľr die Demokraten in Virginia: dort haben sie bereits zwei Sitze im Repr√§sentantenhaus an die Republikaner verloren – in einem Staat, den 2008 Barack Obama f√ľr sich entscheiden konnte.

02:01h: Senator Chuck Schumer (D) wird in New York wieder gew√§hlt. Sollte Harry Reid in Nevada verlieren (und darauf deuten alle Umfragen hin), k√∂nnte Schumer der n√§chste Mehrheitsf√ľhrer im Senat werden (sollten die Demokraten in der Mehrheit bleiben).

02:05h: Ist das das Ergebnis? ABC prognostiziert, dass die Republikaner das Repr√§sentantenhaus √ľbernehmen werden. Das war ja allgemein erwartet worden, aber ABC scheint die Exit Polls ausgewertet bzw. hochgerechnet zu haben. In Wisconsin gibt es derzeit in der Senatswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

02:09h: Die Demokraten scheinen noch einmal alles mobilisieren zu wollen: habe soeben die vierte Email aus der Parteizentrale der Demokraten bzw. von Barack Obama selbst erhalten Рmit der Bitte, zum Telefon zu greifen und noch unentschlossene Wähler zu den Wahlurnen zu bringen. Noch sind die Wahllokale im Westen der USA geöffnet.

02:13h: Interessante Situation in New York: dort konnten die W√§hler heute gleich zwei Senatoren bestimmen (normalerweise geh√∂ren die Senatoren eines Bundesstaates nicht derselben der drei “Klassen” im Senat an). Aber als Hillary Clinton vor zwei Jahren ihren Senatssitz aufgab, um Au√üenministerin zu werden, wurde ihre Nachfolgerin Kirsten Gilibrand bis zur n√§chsten regul√§ren Wahl berufen, und die war heute. In vier Jahren, nach dem regul√§ren Ende von Hillarys urspr√ľnglich sechsj√§hriger Amtszeit, muss sich Gilibrand erneut den W√§hlern stellen. Schumer dagegen hat sechs Jahre bis zur n√§chsten Wahl.

02:16h: Jetzt ist auch CNN soweit: die Republikaner werden definitiv die neue Mehrheitspartei im Repräsentantenhaus sein, John Boehner (Ohio) wird neuer Speaker des Repräsentantenhauses.

02:26h: In North Dakota können die Republikaner den Demokraten den dritten Senatssitz abjagen. Aber ohne West Virginia wird es schwierig mit der Mehrheit.

02:38h: Die unterlegene Christine O’Donnell in ihrer Rede: “The Delaware political system will never be the same. The Republican party will never be the same”.

02:43h: CNN hat neue Exit Polls: 55 Prozent der sich als unabh√§ngig einsch√§tzenden W√§hler haben f√ľr die Republikaner gestimmt, 40 Prozent f√ľr die Demokraten. Im Jahre 2008 hatte Obama diese W√§hlergruppe noch mit sechs Prozent Vorsprung gewonnen.

02:46h: NBC prognostiziert 237 Sitze im Repr√§sentantenhaus f√ľr die Republikaner, das w√§re ein Zugewinn von 59 Sitzen. Ich hatte auf 52 gewettet…

02:53h: Überraschend gut schlagen sich die demokratischen Kandidaten in den Senatswahlen von Pennsylvania und Colorado. So ein knappes Rennen haben die Republikaner in keinem der beiden Staaten erwartet. Aber noch sind nicht alle Wahlbezirke ausgezählt, und in jedem Staat haben die Parteien Hochburgen und Diasporagebiete Рdas Endergebnis kann also am Ende immer noch ganz anders aussehen.

03:00h: John McCain bekommt in Arizona weitere sechs Jahre im Senat. Noch keine Infos zur Situation in Nevada (Reid versus Angle).

03:01h: Wow, das ist eine √úberraschung: nach ersten Vorab-Ergebnissen liegt Reid (zur Erinnerung: der Mehrheitsf√ľhrer der Demokraten im Senat) in Nevada mit 48 zu 47 Prozent vorne. Das ist knapper als erwartet, aber noch lange nicht das Ende der Geschichte.

03:11h: √Ąrgern wird sich heute Beau Biden, der Sohn des Vizepr√§sidenten Joe Biden. Er hatte urspr√ľnglich geplant, f√ľr den Senat zu kandidieren, rechnete sich aber gegen den popul√§ren und moderaten Republikaner Mike Castle keine Chancen aus. Castle unterlag dann aber in der Vorwahl Christine O’Donnell, die wiederum heute gegen den weithin unbekannten Lokalpolitiker Chris Coons verlor. So einfach wird der Sitz, den sein Vater fast drei√üig Jahre innehatte, nie wieder zu haben sein.

03:21h: Heute nacht hätten die so genannten Nachrichtensender n-tv und N24 mal zeigen können, was sie drauf haben, aber Fehlanzeige. Es laufen Dokumentationen in der Wiederholung. Der interessierte Zuschauer ist auf die öffentlich-rechtlichen Sender angewiesen.

03:31h: Kaffee ist alle. Also wird hier eine Pause eingelegt, morgen (heute) fr√ľh geht es weiter. Quintessenz bisher: die Republikaner gewinnen mehr als 52 Sitze (das war die Marke von 1994) im Repr√§sentantenhaus hinzu, im Senat scheint es fast unm√∂glich zu sein, noch die f√ľr eine Mehrheit erforderlichen 51 Sitze zu erreichen. Gute Nacht!

07:55h: Neuer Kaffee ist da, es kann also weitergehen. Die wesentlichen Ergebnisse k√∂nnen inzwischen nahezu allen Medien entnommen werden. Sehr √ľberraschend finde ich, dass Mehrheitsf√ľhrer Harry Reid sich in Nevada verh√§ltnism√§√üig locker mit knapp 50 zu 45 Prozent durchsetzen konnte. Hier hat die Tea Party kr√§ftig investiert, um Reid abzul√∂sen. Noch vor Tagesfrist schien Angle in den Umfragen zu f√ľhren, aber wie sagte Ex-Bundeskanzler Kohl so gern: mal lie√üe gerne die anderen die Umfragen gewinnen, solange man selbst die Wahl gewinne.

In Colorado liegen die Senatsbewerber noch Kopf an Kopf, in Pennsylvania hat es der Demokrat Joe Sestak dann doch nicht geschafft, f√ľr eine √úberraschung zu sorgen und unterlag dem Republikaner Pat Toomey.

08:00h: In Kalifornien hat es die fr√ľhere Ebay-Chefin Meg Whitman (R) trotz des Einsatzes von 150 Millionen Dollar nicht geschafft, Nachfolgerin von Arnold Schwarzenegger zu werden. Sie unterlag Jerry Brown, der dieses Amt schon einmal inne hatte, und zwar von 1975 bis 1983. Ebenfalls in Kalifornien unterlag die fr√ľhere Hewlett-Packard-Chefin Carla Fiorina der demokratischen Senatorin Barbara Boxer.

08:02h: Bei den Demokraten haben viele Abgeordnete ihren Sitz verloren, die vor zwei oder vier Jahren mit der gro√üen Welle an Demokraten nach Washington gekommen sind. Aber es trifft auch altgediente Abgeordnete: so verlor in Missouri der seit √ľber 30 Jahren amtierende Demokrat Ike Skelton seinen Sitz gegen eine unbekannte, von der Tea Party unterst√ľtzte Herausforderin. In South Carolina verlor der seit 1983 amtierende Demokrat und Haushaltsexperte John Spratt seinen Sitz. In Illinois haben die Demokraten den Senatssitz verloren, den bis 2008 ein gewisser Barack Obama inne hatte.

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US-Kongresswahl: die Highlights des Wahlkampfes

US-Politik, US-Wahl 2010

F√ľr alle, die bis zur Bekanntgabe der ersten Ergebnisse der US-Kongresswahl vor Langeweile sterben, hat das Time Magazine die 25 besten (sprich: peinlichsten) Momente des bisherigen Wahlkampfes zusammengefasst. Sie finden die √úbersicht hier.

Im √ľbrigen begleiten ZEIT Online und das Internetportal der Berliner Morgenpost in einem Live-Ticker das Geschehen in den USA. Die taz stellt derweil die Reaktion der amerikanischen Blogger auf den bisherigen Wahlkampf sowie den erwarteten Wahlausgang vor.

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Lekt√ľren: “Herding Donkeys”

Lekt√ľren, US-Politik, US-Wahl 2010

P√ľnktlich zur heutigen Kongresswahl 2010 ist in den USA ein Buch erschienen, das die Erfolgsgeschichte der demokratischen Partei in der letzten Dekade nachzeichnet. Im Jahre 2006 √ľbernahmen die Demokraten erstmals seit 1994 wieder die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Dass dieser Wahlerfolg nicht von ungef√§hr kam, illustriert das Buch “Herding Donkeys” von Ari Berman auf eindrucksvolle Weise. Es zeichnet die Geschichte seit der Wahlniederlage Gores im Jahr 2000 hinter den Kulissen nach und zeigt, dass der Erfolg der Demokraten nicht erst mit einem Pr√§sidentschaftskandidaten namens Barack Obama begann.

Vor allem handelt das Buch von Howard Dean, seines Zeichens fr√ľherer Gouverneur von Vermont und Pr√§sidentschaftskandidat 2004, bevor er in den Vorwahlen von John Kerry ausgestochen wurde. Aber zwei Dinge hat Dean bereits damals beispielhaft implementiert, auf die Obama 2008 zur√ľckgreifen konnte: zum einen die Rolle des Internets in Wahlk√§mpfen und zum anderen die Umsetzung der F√ľnfzig-Staaten-Strategie. Ausf√ľhrlich beschreibt Berman den Wahlkampf 2004, Deans anschlie√üende Bem√ľhungen, die Strukturen der demokratischen Partei zu modernisieren, die Auseinandersetzungnzwischen Hillary Clinton und Barack Obama und schlie√ülich die Wahl Obamas zum 44. US-Pr√§sidenten. Dabei profitierte letzterer von Deans Bem√ľhungen, mit der Parteiorganisation und dem Wahlkampf in allen 50 Bundesstaaten – quasi auf Graswurzelebene (“grassroots”) – vertreten zu sein und sich nicht auf nur wenige “demokratische” Bundesstaaten zu beschr√§nken, wie es Gore noch 2000 versucht hatte und gescheitert war. Mit einem Mal konnte Obama 2008 Bundesstaaten gewinnen, die zuvor teilweise seit Jahrzehnten nicht von demokratischen Pr√§sidentschaftskandidaten gewonnen werden konnten.

Das Buch wird nicht zuletzt dadurch √§u√üerst lesenswert, dass Berman gro√üartige Geschichten und Anekdoten erz√§hlen kann, ohne dass er mit diesen zu weit von seiner eigentlichen Argumentation abschweifen muss.¬†Offen ist, ob diese Erfolgsgeschichte mit dem heutigen Tag eine Unterbrechung oder gar ein vorl√§ufiges Ende findet und/oder ob die demokratische Partei bei der Pr√§sidentschaftswahl 2012 an die von Berman beschriebenen Erfolge ankn√ľpfen kann.

Ari Berman: “Herding Donkeys. The Fight to Rebuild the Democratic Party and Reshape American Politics”, New York 2010, 294 Seiten, $26,00.

Das Buch hat √ľbrigens eine eigene Internetseite.

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Jon Stewart mischt die Tea Party auf

US-Politik, US-Wahl 2010

Keine Frage, Jon Stewart geh√∂rt mit zum Besten, was das amerikanische Fernsehen derzeit zu bieten hat. Mit seiner Daily Show persifliert er die aktuelle Nachrichtenlage so gut, dass ein nicht zu untersch√§tzender Bev√∂lkerungsanteil der Amerikaner davon √ľberzeugt ist, bei der Daily Show handele es sich um “richtige” Nachrichten. Im Juli 2009 wurde Stewart von den Lesern der Online-Ausgabe des TIME-Magazines (nach dem Tod von Walter Cronkite) zum ‚Äěmost trusted newscaster‚Äú gew√§hlt und dies noch vor so journalistischen Gr√∂√üen wie Charlie Gibson oder Brian Williams.¬†Dabei will Stewart nichts weiter als den traditionellen Medien einen Spiegel vorhalten, weil sie seiner Ansicht nach nicht ihrer eigentlichen Aufgabe der kritischen Berichterstattung nachkommen (die Berichterstattung zur Wahl am heutigen Dienstag hei√üt in der Daily Show konsequent “Indecision 2010″).

Lieblingsgegner Stewarts ist seit jeher der konservative Nachrichtenkanal Fox News und der vermutlich noch konservativere Fernsehkommentator Glenn Beck (ein ausf√ľhrliches Portr√§t Becks finden Sie √ľbrigens in der Berliner Zeitung). Als nun vor einigen Wochen die Tea Party zur “Rally to Restore Honor” nach Washington lud und 100.000 Menschen zusammenkamen, um gegen die aktuelle Regierung zu demonstrieren, lie√ü es sich Stewart nicht nehmen, diesen Marsch zu karikieren und ebenfalls zu einem Marsch nach Washington einzuladen, der am vergangenen Wochenende stattfand (inklusive einer eigenen iPhone-App und aktuellen Twitter-Updates). “Rallye to Restore Sanity and/or Fear” nannte er sein nicht ganz ernst gemeintes Unternehmen, und dass weit weniger Leute zusammen kamen als bei der Tea Party, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Die 55 lustigsten Plakate vom Wochenende k√∂nnen Sie √ľbrigens hier sehen.

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Die Kongresswahl im √úberblick: was steht auf dem Spiel?

US-Politik, US-Wahl 2010

Olivia Schöller von der Berliner Zeitung gehört zu den besten Amerika-Kennern im Lande, und in der morgigen Ausgabe der Zeitung beschreibt sie den aktuellen Stand von Wahl und Wahlkampf in den USA, rechtzeitig vor dem Wahlgang am morgigen Dienstag (wobei nicht zu vergessen ist, dass es in 23 Staaten das so genannte Early Voting gibt, bei dem bereits Wochen vor dem Stichtag abgestimmt werden kann). Zugleich richtet Olivia Schöller den Blick auf die Rolle von Präsident Barack Obama in dieser Wahl, dessen Bilanz nach zwei Jahren im Weißen Haus sowie nach dessen Zukunft mit Blick auf die nächste Präsidentschaftswahl 2012. Alles Wissenswerte rund um die Wahl finden Sie hier.

Zahlen, Zahlen und nichts als Zahlen finden Sie √ľbrigens in Nate Silvers Blog FiveThirtyEight.

Etwas systematischer geht der Politikwissenschaftler Peter L√∂sche in einem Beitrag f√ľr die Internetseite der Bundeszentrale f√ľr politische Bildung die Sache an. Der Aufsatz war zugleich vor einigen Jahren im USA-Heft der Informationen zur politischen Bildung enthalten und ist nach wie vor lesenswert.

Und schlie√ülich findet sich im aktuellen Cicero-Heft (Oktober-Ausgabe) ein Artikel des amerikanischen Journalisten William Drozdiak √ľber die¬†Kongresswahl.

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US-Kongresswahl: die Blog-Prognose

US-Politik, US-Wahl 2010

Es ist nur eine (begr√ľndete) Vermutung, aber die Kongresswahl k√∂nnte unseres Erachtens wie folgt ausgehen:

– im Repr√§sentantenhaus verlieren die Demokraten 57 Sitze an die Republikaner, f√ľnf mehr als beim Erdrutschsieg im Jahre 1994.

– im Senat verlieren die Demokraten ebenfalls an Mandaten, k√∂nnen aber ihre Mehrheit knapp behaupten. Wenn der neue Kongress Anfang Januar 2011 zusammentritt, kommen die Demokraten gemeinsam mit den Independents, die sich f√ľr gew√∂hnlich der Demokratischen Fraktion anschlie√üen, auf 52 Sitze, die Republikaner auf 48.

Wer bietet andere Zahlen??

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Kongresswahl im deutschen Fernsehen

US-Politik, US-Wahl 2010

Wenn in der Nacht zu Mittwoch die Wahllokale in den amerikanischen Bundesstaaten nach und nach schlie√üen, kann man auch im deutschen Fernsehen live dabei sein. ARD, ZDF und Phoenix werden die Wahl die Nacht hindurch begleiten. Dabei kann es theoretisch lange dauern, bis ein vorl√§ufiges amtliches Endergebnis feststeht, insbesondere im Senat k√∂nnte es am Ende auf einen einzigen Sitz ankommen, der √ľber Mehrheit oder Minderheit der eigenen Partei entscheidet. Das Online-Angebot des Berliner Tagesspiegel gibt einen √úberblick √ľber die deutschen bzw. deutschsprachigen Aktivit√§ten zur US-Wahl.

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TV-Tipps (14)

TV-Tipps, US-Politik, US-Wahl 2010

Anfang November 2010 j√§hrt sich die Wahl Barack Obamas zum 44. US-Pr√§sidenten zum zweiten Mal. Der Fernsehsender ARTE nutzt dieses Ereignis zu einem R√ľckblick unter dem Motto “United States of Obama”. Zwei franz√∂sische Journalisten reisen am Vorabend der Kongresswahl am 2. November 2010 mit dem Zug vom Golf von Mexiko nach Chicago, quasi einmal quer durch das Land, und berichten davon, welche Wahlkampfthemen Obamas noch aktuell sind und wie er sich in den letzten 24 Monaten geschlagen hat.

United States of Obama
Ein Dokumentarfilm von Emmanuel Leconte & Franck Guérin, Frankreich, 2010, 48 Minuten; Dienstag, 26. Oktober 2010 um 21.25 Uhr, Wiederholung am Donnerstag 4. November um 10.25 Uhr.

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Mit der Knarre nach D.C.: Skurrile Kandidaten und absurde Fernsehspots im US-Wahlkampf

US-Politik, US-Wahl 2010

Man kann das Ganze nat√ľrlich popul√§rwissenschaftlich angehen und sagen: die Amis ticken eben anders. Man kann aber auch als Politikwissenschaftler an die Sache herangehen und mit unterschiedlichen Funktionslogiken der jeweiligen politischen Systeme argumentieren und auf die jeweils eigene Rolle von Medien und Parteien verweisen: so sind es bei uns vor allem die politischen Parteien, die ein faktisches Monopol bei der Kandidatenaufstellung haben, zumindest auf Bundes- und Landesebene. In den USA ist derjenige der Kandidat, der sich in der Vorwahl durchsetzt, und antreten k√∂nnen bei den Vorwahlen alle, die sich der Partei zugeh√∂rig f√ľhlen und ein paar Unterschriften pr√§sentieren k√∂nnen. Auf jeden Fall sind in US-Wahlk√§mpfen, und im Kongresswahlkampf 2010 in besonderem Ma√üe, absurde Wahlwerbespots und skurrile Kandidaten – nun ja, nicht wirklich an der Tagesordnung, aber immerhin nicht selten.

Eine kleine √úbersicht √ľber skurrile Kandidaten im US-Wahlkampf finden Sie hier auf den Seiten der S√ľddeutschen Zeitung. Und SPIEGEL Online pr√§sentiert hier die abstrusesten Wahlwerbespots. Viel Vergn√ľgen!

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