Das Blog Archiv vom Juni 2010

Das ZDF wetzt die Messer

Innenpolitik

Momentan lĂ€uft im Berliner ReichstagsgebĂ€ude der zweite Wahlgang der BundesprĂ€sidentenwahl, nachdem der Koalitionskandidat Christian Wulff im ersten Wahlgang nur 600 statt der erforderlichen 623 Stimmen erhalten hatte. Das ZDF hat schon jetzt genug und wetzt die Messer: Mit Beginn des zweiten Wahlganges hat sich das ZDF aus der Übertragung verabschiedet und zeigt nun die “KĂŒchenschlacht”. Auf der Homepage des ZDF heißt es dazu: “Hier kann der Traum eines jeden Hobbykochs in ErfĂŒllung gehen. Und die Zuschauer können ihm in die Töpfe schauen”. Wollen wir mal sehen, wer heute abend in die – womöglich leeren – Töpfe schaut.

Wir werden im Nachgang der BundesprÀsidentenwahl an dieser Stelle nochmals auf dieses Thema zu sprechen kommen.

Update: Um 21:14h wird das endgĂŒltige Ergebnis bekannt gegeben: 121 Enthaltungen, 494 Stimmen fĂŒr Joachim Gauck und 625 Stimmen fĂŒr Christian Wulff. HĂ€tte er diese Zahl im ersten Wahlgang erreicht, hĂ€tten sich die beiden weiteren WahlgĂ€nge erĂŒbrigt.

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Der Soundtrack eines Lebens

Sonstiges

Wie heute bekannt wurde, ist gestern abend in seiner Berliner Wohnung der 38-jĂ€hrige Schauspieler Frank Giering tot aufgefunden worden. Ich kenne nicht viele Filme von und mit ihm, weiß aber, dass er die letzten Jahre neben Christian Berkel in “Der Kriminalist” gespielt hat, einer Serie, die Krimifreunden als eine der besten Fernsehserien in Deutschland gilt.  Auch in “Baader” habe ich ihn gesehen und natĂŒrlich in “Absolute Giganten”, seiner wohl bekanntesten Rolle aus dem Jahre 1998. In diesem Film spielt er den jungen Mann Floyd, der mit seinen Kumpels in frisierten Autos durch Hamburg fĂ€hrt und von der großen weiten Welt trĂ€umt – der Welt, die irgendwo da draußen liegt und fĂŒr die die Containerschiffe im Hamburger Hafen Verheißung sind.

“Weißt du was ich manchmal denke?” beginnt Floyds meistzitierter Dialog in diesem Film. ”Es mĂŒsste immer Musik da sein. Bei allem, was du machst. Und wenn es so richtig scheiße ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, mĂŒsste die Platte springen – und du hörst immer nur diesen einen Moment”.

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Spruch des Tages zur nÀchsten WM-Runde

Sonstiges

“Fußball ist ein Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, und am Ende gewinnt immer Deutschland” (Gary Lineker, englischer Ex-StĂŒrmerstar).

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Fußball-WM? Welche Fußball-WM?

Sonstiges

Na gut, wir haben gestern bei der Fußball-Weltmeisterschaft in SĂŒdafrika gegen Ghana gewonnen und sind damit im Achtelfinale. Aber das eigentliche Sportthema war gestern Wimbledon. Dort spielten in der 1. Runde der Amerikaner John Isner und der Franzose Nicolas Mahut um den Einzug in in die nĂ€chste Runde. Nun gibt es in Wimbledon im fĂŒnften und entscheidenden Satz keinen Tie-Break, d.h. es wird solange gespielt, bis ein Akteur zwei Spiele Vorsprung hat. Gestern war das nicht so einfach. Bei hereinbrechender Dunkelheit musste das Spiel vertagt werden – beim Stand von 6:4, 3:6, 6:7, 7:6 und 59:59, und das ist kein Schreibfehler (zur Erinnerung: hier geht es um Tennis, nicht um Basketball…). Insgesamt mehr als zehn Stunden standen die beiden Matadore zu diesem Zeitpunkt auf dem Platz, das ist schon jetzt das mit Abstand lĂ€ngste Match der Geschichte. Die Anzeigetafel verweigerte ĂŒbrigens beim Stand von 47:47 den Dienst.

In diesen Minuten (gegen 16:30h) wird das Spiel ĂŒbrigens fortgesetzt. Live-Scores finden Sie unter www.wimbledon.org.

Update 18:00h: Isner hat soeben mit 70:68 die Oberhand behalten.

Update 25. Juni 2010: Nach dem lĂ€ngsten Match hat Isner jetzt auch das kĂŒrzeste Match des Turniers gespielt: Am Tag nach seinem großen Triumph verlor er in 73 Minuten gegen den NiederlĂ€nder Thimo de Bakker mit 0:6, 3:6 und 2:6. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die verlangen, auch im fĂŒnften Satz einen Tie-Break zu spielen. Doch Isner stellt sich stur und wird wie folgt zitiert: “Man sollte die Regeln nicht Ă€ndern. So etwas wird nie wieder passieren, nicht einmal annĂ€hernd. Lasst es wie es ist.”

Dem ist nichts hinzuzufĂŒgen.

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Und noch ein Zitat zur Fußball-WM

Sonstiges

“Ein Wort gab das andere – wir hatten uns nichts zu sagen” (Lothar MatthĂ€us, Fußball-Gott).

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Adieu, Mitteldeutsche Zeitung!

Innenpolitik

Ich muss zugeben, die Mitteldeutsche Zeitung bislang eher sporadisch gelesen zu haben. Aber ab sofort werde ich sie am Kiosk meines Vertrauens geflissentlich und bewusst ĂŒbersehen. Grund: seit einigen Wochen kooperieren die Zeitungen von DuMont Schauberg – mit dem Resultat, dass die gleichen Artikel in unterschiedlichen Zeitungen veröffentlicht werden.

Zuerst war ich noch verwundert, einen Artikel des von mir hochgeschĂ€tzten Christian Bommarius von der Berliner Zeitung (die ich seit langer Zeit im Abonnement lese) in der Mitteldeutschen Zeitung zu finden. Na gut, dachte ich mir, so ein Wechsel ist fĂŒr Journalisten ja nicht selten. Als dann jedoch mehr und mehr Autorennamen von der Berliner Zeitung in der Mitteldeutschen auftauchten, ging mir ein Licht auf: da muss ein System dahinter stecken! Und eine schnelle Recherche brachte es an den Tag: beide Zeitungen gehören zum Verlagshaus DuMont Schauberg, ebenso die Frankfurter Rundschau und der Kölner Stadt-Anzeiger. Auch dort könnte man, vermute ich mal, die gleichen Artikel wie in der Berliner und der MZ lesen. Ähnliches praktiziert ĂŒbrigens der Axel-Springer-Verlag mit seinen Zeitungen Die WELT und Berliner Morgenpost bereits seit mehreren Monaten.

Nun könnte man argumentieren, dass man die MZ immer noch wegen der Lokalnachrichten lesen kann, aber die verschaffe ich mir jetzt anderswo.:(

Eine Übersicht aller  Zeitungen von DuMont Schauberg gibt es ĂŒbrigens hier:

http://www.dumont.de/dumont/de/100037/medien

Und auch der Journalist und Blogger Stefan Niggemeier hat kĂŒrzlich entdeckt, wie schamlos der gleiche Artikel in unterschiedlichen Zeitungen bzw. Online-Portalen wieder zu finden ist. Lesen Sie seinen Blog-Eintrag mit der Überschrift “Eine Umverpackungsindustrie” hier:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/eine-umverpackungsindustrie/

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Position im Fokus: der Kanzleramtsminister

Innenpolitik

Im besten Fall weiß die breite Öffentlichkeit nicht, wer als derzeitiger Amtsinhaber die GeschĂ€fte des Bundeskanzleramts leitet – dann nĂ€mlich, wenn der Regierungsbetrieb weitgehend gerĂ€uschlos ablĂ€uft. Derzeit ist das allerdings nicht der Fall. Und so richten sich die Blicke der interessierten Öffentlichkeit wie der professionellen Beobachter auf Ronald Pofalla, der nach der Bundestagswahl 2009 Thomas de Maiziere im Amt des Kanzleramtsministers ablöste.

Bei aller Kritik an Pofalla ist aber auch offensichtlich, dass sich niemand um dieses Amt reißt. Die SĂŒddeutsche Zeitung widmete am Wochenende Pofalla ein ausfĂŒhrliches PortrĂ€t, das Sie hier nachlesen können:

http://sueddeutsche.de/politik/kanzleramtschef-pofalla-koordinator-des-chaos-1.961366

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Wissenswertes zur 14. Bundesversammlung

Innenpolitik

Am 30. Juni 2010 steht die inzwischen 14. Bundesversammlung im Berliner ReichstagsgebĂ€ude an. Kann sich der Kandidat der Berliner Koalition, Christian Wulff, durchsetzen? Erst im dritten Wahlgang, bei dem die relative Mehrheit ausreicht, oder bereits in einem der beiden ersten WahlgĂ€nge, bei denen die absolute Mehrheit erforderlich ist? Gelingt dem Kandidaten von Rot-GrĂŒn, Joachim Gauck, die Überraschung? Und was hieße das fĂŒr die Zukunft der schwarz-gelben Koalition? Welche Rolle könnte die Linkspartei spielen? Beharrt sie in allen WahlgĂ€ngen auf der eigenen Kandidatin Luc Jochimsen?

Die Zeitung Das Parlament bietet in der heutigen Ausgabe ein Special mit gleich mehreren Artikeln zur Versammlung. Christian Wulff geht als Favorit in die Versammlung. Dennoch sind Überraschungen nicht auszuschließen. Details gibt es hier:

http://www.das-parlament.de/2010/25-26/Thema/30269675.html

Bei der Beratungen im Parlamentarischen Rat waren Amt und Wahl gar nicht so selbstverstÀndlich wie es heute erscheinen mag. NÀhere Informationen zu den Verfassungsberatungen finden Sie hier:

http://www.das-parlament.de/2010/25-26/Thema/30268729.html

Ein einziges Mal gab es in einer Bundesversammlung nur einen einzigen Kandidaten, nÀmlich Richard von WeizsÀcker bei seiner Wiederwahl im Jahre 1989. Ansonsten boten die Bundesversammlungen Abstimmungskrimis, Pfui-Rufe und Heiterkeit. Lesen Sie hier weiter:

http://www.das-parlament.de/2010/25-26/Thema/30268747.html

Schließlich sind Tag und Ort der Bundesversammlung nicht festgelegt, sie muss also nicht am 23. Mai in Berlin stattfinden, wie es bei den letzten Bundesversammlungen der Fall war. WeiterfĂŒhrende Informationen finden Sie hier:

http://www.das-parlament.de/2010/25-26/Thema/30269539.html

P.S.: Dies ist ĂŒbrigens der 200. Eintrag in diesem Blog. Bleiben Sie uns gewogen!:)

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Das Wort zur (neuen) Woche

Sonstiges

“Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, daß man sie ignoriert“ (Aldous Huxley).

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Minderheitsregierungen: “MauerblĂŒmchen der Politik”?

Innenpolitik

Mit dem Schwenk von Hannelore Kraft (SPD) hin zu einer rot-grĂŒnen Minderheitsregierung in DĂŒsseldorf richtet sich der Blick auf frĂŒhere Beispiele dieser in Deutschland doch recht seltenen Regierungsform.  Dabei hat es einige prominente Beispiele gegeben, z. B. unter Richard von WeizsĂ€cker (CDU) in Berlin oder jĂŒngst unter Roland Koch (ebenfalls CDU) in Hessen. Nicht alle Versuche waren indes erfolgreich.

Bernhard Honnigfort blickt in einem Artikel der Berliner Zeitung vom 18. Juni 2010 auf diese Beispiele zurĂŒck:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0618/tagesthema/0051/index.html

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