Seminarankündigung: schon lange wollte ich eine ganze Lehrveranstaltung rund um die politische Architektur anbieten. Im kommenden Wintersemester ist es endlich soweit.
Das Themenfeld der politischen Architektur hat in den vergangenen Jahren in der Politikwissenschaft einen beachtlichen Aufschwung erfahren – Grund genug, sich im Rahmen einer ganzen Lehrveranstaltung mit diesem Untersuchungsgegenstand auseinanderzusetzen.
Politische Architektur beschreibt die Gestaltung von Bauwerken, Plätzen und Städten, um politische Macht, unterschiedliche Ideologien oder gesellschaftliche Werte sichtbar zu machen. Als Leitfragen fragen zum Beispiel Julia Schwanholz und Patrick Theiner in ihrem Sammelband über Parlamentsarchitektur („Von Häusern, Schlössern und Palästen“): „Gibt es einen Zusammenhang zwischen politischer Architektur und der Qualität von Demokratien ? Lassen sich aus der Anordnung und Gestaltung politischer Bauwerke Rückschlüsse auf die politische Identität und Kultur eines Landes ziehen ? Hängen Baustile, Lage politischer Bauten und ihre Größenverhältnisse mit dem jeweiligen
Regierungssystem zusammen?“
Zunächst erfolgt im Seminar eine systematische Grundlegung der Thematik, bei der auch der Blick in Nachbardisziplinen hilfreich ist. Anschließend können zahlreiche Fallbeispiele ausgewählt und differenziert und ausführlich analysiert werden: Bauwerke in demokratischen und nicht-demokratischen Systemen, Regierungs- und Parlamentsgebäude, Bauten auf Bundes- und Landesebene, kulturelle Institutionen, Botschaften und einige mehr.
Der Begriff der politischen Architektur wird im Kontext des Seminars breit verstanden. Auch die Rolle von Hauptstädten an sich, die Bedeutung von Kunst am Bau, Umgang mit Bauwerken früherer politischer Systeme im Rahmen der Geschichts- und Vergangenheitspolitik, politische bzw. parlamentarische Rituale etc. werden berücksichtigt.
Zu finden ist die Veranstaltung im Stud.IP. Über eine breite, interessierte Beteiligung würde ich mich sehr freuen.