Am gestrigen Abend fand im Magdeburger Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) eine (letzte) große Debatte der Spitzenkandidierenden der Parteien zur Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt statt.
An der Analyse der Debatte war auch Kerstin Völkl vom Institut für Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung ist hier nachzulesen, Berichte finden sich zudem in der Süddeutschen Zeitung, in der ZEIT, im Berliner Tagesspiegel und im SPIEGEL.
Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein kleines Lokalradio eine ganze Seite Drei in der Süddeutschen Zeitung erhält. Heute ist es aber soweit: unter der Überschrift „Hurra, wir leben – noch“ berichtet Marcel Laskus über die Rolle des Senders im laufenden Landtagswahlkampf – und darüber, was dem Sender bei einer Übernahme der Regierungsverantwortung durch die AfD drohen könnte. Nachzulesen ist der Artikel hier (über unsere Universitätsbibliothek ist der Beitrag frei abrufbar).
Vor wenigen Tagen ist die Ausgabe 2/2026 der Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl) erschienen. Darin finden sich wie gewohnt aktuelle Analysen und Dokumentationen ausgewählter Fragen rund um einen breit verstandenen Begriff von Parlamentarismus. Im Einzelnen geht es aus aktuellem Anlass um Fragen des Übergangs von einer zur nächsten Wahlperiode, um Wahlkreistage zur Stärkung der repräsentativen Demokratie, um Fragen des Gerrymanderings in den USA am Beispiel von Kalifornien und Texas sowie um politische Kontroversen bei der Reform des Lobbyregistergesetzes mit besonderer Berücksichtigung von Transparenzfragen. Gleich mehrere Beiträge befassen sich mit der kommunalpolitischen Ebene in Deutschland, etwa mit dem Ergebnis der Kommunalwahl in NRW 2025, der Wahlbeteiligung in den deutschen Flächenländern zwischen 1949 und 2025 sowie zur politischen Führung von (sozialdemokratischen) Fraktionsvorsitzenden in Landtags- und Stadtratsfraktionen im Vergleich. Schließlich enthält das Heft auch eine detaillierte Übersicht über die Parteimitgliedschaften in Deutschland im Jahre 2025.
Im Rezensionsteil werden vor allem (Auto-)Biografien besprochen, etwa von Paul Löbe, Konrad Adenauer, Rita Süssmuth, Wolfgang Schäuble, Boris Pistorius und Jürgen Trittin.
Über unsere Universitätsbibliothek ist das Heft online abrufbar.
Ein Beispiel, das auch in anderen Bundesländern Schule machen könnte: am 11. September 2026 lädt der Brandenburgische Landtag in Potsdam erstmals zur „Langen Nacht des Parlaments“ ein. Mit zahlreichen Formaten wie Diskussionsrunden, Führungen und Ausstellungen informiert der Landtag in der Zeit von 18 bis 24 Uhr über sich, seine Abgeordneten und den parlamentarischen Prozess. Wer zufällig in der Nähe sein sollte: hier gibt es alle wichtigen Informationen.
In bereits dritter Auflage ist soeben das Standardwerk „Parteiendemokratie im Wandel“ des Bonner Politikwissenschaftlers Frank Decker erschienen. In mehreren Beiträgen werden systematische Grundlagen des Parteiensystems (einschließlich der klassischen politikwissenschaftlichen Ansätze zu diesem Thema), aber auch des Wahlsystems vorgestellt. Anschließend werden die Grundzüge der Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems bis zur Bundestagswahl 2025 skizziert, bevor die im Bundestag vertretenen Parteien in Einzelbeiträgen analysiert werden. Abgerundet wird der Band durch einen vergleichenden Blick auf Parteireformen seit den 1990er Jahren. In Kürze sollte auch diese neue Auflage des Buches in unserer Universitätsbibliothek verfügbar sein.
Die Historikerin Christina Morina lebte mit ihrer Familie 2024/25 für ein Jahr in New York – als Gastprofessorin an der weltbekannten New School For Social Research. Aus nächster Nähe erlebte sie das Comeback von Donald Trump und die Folgen für die amerikanische Demokratie, die sich auch im Alltag der Menschen spiegeln. Sie war nach Amerika gekommen, um zur Geschichte der Demokratie zu forschen und zu lehren. Und plötzlich wurde sie Zeugin des großangelegten Versuchs, sie zu zerstören. In ihrem Buch „Das amerikanische Beben“ zieht sie ein Resümee ihrer Zeit in New York.
Auf der Seite des Verlages heißt es über das Buch: „In ihrem Buch beschreibt sie auf sehr persönliche Weise, wie Trumps Angriff die Demokratie in ihrem Kern erschüttert hat. Zugleich stellt sie die aktuellen Ereignisse in einen größeren Zusammenhang: Was unterscheidet die deutschen Demokratie-Erfahrungen von denen der Amerikaner? Welche Rolle spielen historische und aktuelle Entwicklungen? Wie kann man eine demokratische Ordnung gegen antidemokratische Angriffe schützen? Und welche Lehren lassen sich aus dem amerikanischen Beben für die Demokratie in Deutschland ziehen?“
Vor allem zwei Aspekte heben das Buch aus vielen anderen aktuellen Publikationen zur US-amerikanischen Politik heraus: zum Einen zieht sie wiederholt Verbindungen von den USA zu Deutschland, zum Anderen macht gerade die Verbindung von persönlichen Eindrücken vor Ort mit den größeren Themen ihrer Forschung das Buch zu einer spannenden und eindrucksvollen Lektüre.
Wer sich immer schon einmal an journalistischen Formaten versuchen wollte, hat im Rahmen der Landtagswahl Sachsen-Anhalt die Gelegenheit dazu. Das Format „Politikorange“ der Jugendpresse Deutschland lädt dazu vom 4. bis zum 7. September 2026 zu einem Workshop ein. Alle Hintergrundinformationen sind in dieser Ausschreibung zu finden.
Nach jeder Bundestagswahl erscheint im VS-Springer Verlag ein umfangreicher Sammelband mit Analysen zur Wahl-, Parteien- Regierungs- und Kommunikationsforschung. Dauerte die Publizierung früher mehrere Jahre, so ist der aktuelle Band (Hrsg.: Maximilian Schiffers, Arno von Schuckmann und Karl-Rudolf Korte) zur Wahl von 2025 weniger als anderthalb Jahre nach der Wahl erschienen.
In vielfältigen Beiträgen werden zahlreiche Themen rund um die damalige Bundestagswahl (einschließlich diverser Rückblicke auf die Ampel-Koalition sowie Vorausschauen auf die Bestimmungsfaktoren des Regierungshandelns der aktuellen Merz-Regierung) präsentiert. Im Volltext abrufbar ist der Sammelband über unsere Universitätsbibliothek hier.
Am 6. August 2026 um 11:30 Uhr geht der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt online. Entlang eines Fragenkatalogs können Nutzerinnen und Nutzer prüfen, mit welcher der zur Wahl antretenden Parteien die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht (auch wenn im konkreten Fall bei der Stimmabgabe weitere Aspekte wie langjährige Parteiidentifikation oder ein besonderer Fokus auf einige wenige Themen eine Rolle spielen).
Wie ein Wahl-O-Mat entsteht, kann beispielhaft hier nachgelesen werden. Weitere Hintergründe zu diesem Instrument finden sich auf einer informativen Seite der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (hier).
Abzurufen wird der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt dann hier sein (in Kürze folgen dann die Ausgaben für die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern).
Vincent Rau, der am Institut für Politikwissenschaft der MLU studiert, war an der Erarbeitung des Wahl-O-Mat dabei und berichtet hier einige Hintergründe: „Im ersten Schritt fand vom 29. bis 31. Mai der dreitägige Redaktionsworkshop in Wittenberg statt, an dem ich als Teil der Jugendredaktion in der Themengruppe „Inneres, Justiz, Europa, Demokratie und Föderalismus“ teilgenommen habe. Dort haben wir nach Analyse der Wahlprogramme insgesamt 80 Thesen entwickelt, die anschließend an die Parteivorstände zur Positionierung gingen. Im digitalen Auswahlworkshop im Juli haben wir dann aus diesen 80 Thesen die finalen 38 Thesen für den Wahl-O-Mat ausgewählt.
Gestern wurde der Wahl-O-Mat im Rahmen einer Pressekonferenz in Magdeburg offiziell vorgestellt und ist seitdem online. Wir waren vor Ort dabei, als Politiker von Linke, Grüne, SPD, FDP und CDU den Wahl-O-Mat dort erstmals live getestet haben, begleitet von Mitgliedern der Jugendredaktion. Im Anschluss gab es Interviewmöglichkeiten für die Presse. Bereits am gestrigen Tage haben über 150.000 Personen den Wahl-O-Mat genutzt.“
Haustürwahlkampf erscheint im digitalen Zeitalter ein anachronistisches Wahlkampfinstrument zu sein. Trotzdem spielt er in den bevorstehenden Wahlkämpfen, etwa auch in Sachsen-Anhalt, eine wichtige Rolle. David Muschenich von der TAZ hat in einem kürzlich erschienenen Beitrag den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt näher beleuchtet. Im Artikel finden sich auch einige Einschätzungen aus der politikwissenschaftlichen Forschung. Nachzulesen ist der Beitrag hier.