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20. Apr. 2026

Neuerscheinung: Bürgermeister/innen in der Corona-Krise

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Kürzlich ist im Nomos-Verlag das Buch „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Zeiten der Krise“ erschienen, das von unserem früheren Kollegen Jonas Rädel verfasst wurde. Das Werk wurde im vergangenen Jahr als Dissertation am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) angenommen.

In diesem Buch steht die folgende Frage im Mittelpunkt: Wie nehmen Bürgermeister:innen ihre politisch-administrative Führungsrolle wahr? Dazu wurden Bürgermeister:innen kleiner Kommunen in den strukturschwachen Wahlkreisen Hof und Vogtlandkreis im Kontext der Corona-Pandemie befragt. Für die Analyse wurde ein qualitatives Forschungsdesign nach der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) verwendet. Als zentrales Ergebnis werden fünf typologische Argumentationsmuster rekonstruiert. Diese zeigen, wie wichtig handlungsfähige Bürgermeister:innen für eine gefestigte Demokratie insgesamt sind.

Das Werk ist für Angehörige der MLU über die Nomos-eLibrary online verfügbar.

16. Apr. 2026

Stellenausschreibung: Bundespräsident (m/w/d) gesucht

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Im Frühjahr des kommenden Jahres wird ein neuer Bundespräsident gewählt – oder eine Bundespräsidentin (derzeit werden bereits einige Namen öffentlich diskutiert). Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier, der in diesen Tagen im Rahmen seiner Reihe „Ortszeit Deutschland“ sein Büro vorübergehend nach Stralsund an die Ostsee verlagert hat, scheidet dann nach zehn Jahren aus dem Amt. Was aber wird von einem Bundespräsident erwartet? Mit welchen Qualifikationen könnte eine Kandidatur erfolgreich ein? Und wer entscheidet am Ende darüber, wer nächstes Jahr ins Schloss Bellevue einzieht? Der Rechtswissenschaftler Stefan Ulrich Pieper hat für die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine formelle Stellenausschreibung für das Amt des/der Bundespräsidenten/in (m/w/d) geschrieben. Und Pieper weiß, wovon er spricht: aktuell ist er als außerplanmäßiger Professor an der Universität Münster tätig, war jedoch in den Jahren 2004 bis 2025 Leiter des Referats Verfassung und Recht im Justiziariat des Berliner Bundespräsidialamts.

27. März 2026

„Einigkeit und Recht und Rache“: Ein Kanzleramtskrimi als Lektüre in der vorlesungsfreien Zeit

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Er hat es schon wieder getan: der österreichische Autor und Journalist Wolfgang Ainetter hat nach seinem Ministeriumskrimi „Geheimnisse, Lügen und andere Währungen“ (2024) nun einen „Kanzleramtskrimi geschrieben. Überschrieben ist er mit „Einigkeit und Recht und Rache“ – und er könnte nicht dramatischer beginnen: auf einem großen Ball im Berliner Hotel Adlon werden der Kanzler und sein Wirtschaftsminister vergiftet. Die Aufregung ist groß – und es gibt eigentlich nur eine Person, die diesen Fall aufklären kann (und es wird schnell klar, dass es sich bei der Vergiftung nicht um ein Versehen handelt): diese Person ist der österreichische Ermittler André Heidergott, der sich mit charmantem Wiener Schmäh und hintergründigem Humor an die Ermittlungen macht. Spuren gibt es auf den ersten Blick viele. Sie führen ins islamistische Milieu, zur russischen Botschaft und in das Innenleben der Kanzlerpartei. Und am Ende steht eine Auflösung des Falls, bei der die tatverdächtige Person (es wird nichts verraten!) aus dem direkten Umfeld der Todesopfer kommt.

Man merkt dem Buch an, dass Ainetter in der Politszene Berlins gut vernetzt ist und sich zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz entsprechend gut auskennt. Fast spannender als die Kimihandlung sind die zahlreichen Anspielungen auf reale Vorbilder (und ich vermutlich längst nicht alle wahrgenommen). Wer Pate für Finanzminister Claas von der Linden, Außenministerin Alma Brock und Wirtschaftsminister Norbert Bobeck stand, dürfte allen Lesern sofort klar sein. Auch eine bekannte Medienmogulin und journalistische Akteure spielen eine prominente Rolle. Schwieriger ist es das Enträtseln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Politprominenz, die im Buch ebenfalls vorkommt. Wer verbirgt sich etwa im realen Leben hinter Staatssekretär Benjamin Kreutzfeldt, wer hinter dem Ministerialdirekot Hans-Peter Lörr? Wer stand für den Rechtsmediziner Maik Schallenberg, wer für den „Wumms24“-Chefredakteur Jan Bilalic und wer für den Kreuzberger Galeristen Gerhard Lampersberg?

Mit spitzer Feder pointiert Ainetter den Maschinenraum der Politik, in dem es nur allzu sehr menschelt. Mit viel Wortwitz und schlagfertigen Dialogen präsentiert Ainetter eine Version von Politik, die trotz der beiden erwähnten Todesfälle überaus amüsant ist.

Man darf schon jetzt gespannt sein, welchem politischen Thema sich Ainetter in seinem nächsten Fall befassen wird (es wird ja hoffentlich eine Fortsetzung geben?). Dann ist auch dem Kommissar Kolkmann eine größere Rolle bei der Aufklärung weiterer Verbrechen zu wünschen, im aktuellen Fall kommt er leider nur selten im Einsatz und bleibt damit deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Fazit: Unbedingte Leseempfehlung für alle, die sich neben einer eingängigen Krimihandlung viel Berliner Lokalkolorit und Einblicke hinter die Kulissen des politischen Betriebs wünschen.  

Nähere Informationen zum Autor und seinen Büchern gibt es hier.

25. März 2026

US-Stipendien für Studierende der Geisteswissenschaften

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Uns erreichte kürzlich die Ausschreibung neuer „Arnold Heidsieck Scholarships“. Mit diesem Programm unterstützt die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein- bis zweisemestrige Studienaufenthalte an US-amerikanischen Universitäten. Die Stipendien richten sich an Bachelor-Studierende der Geisteswissenschaften, die an einer deutschen Universität immatrikuliert sind und den Schwerpunkt auf deutsche Kultur, Sprache, Geschichte, Musik oder Kunst legen. Bewerbungsfrist ist dieses Mal der 4. Mai 2026. Alle wichtigen Informationen rund um diese Stipendien sind hier zu finden.

23. März 2026

TV-Tipp: „Die Diplomaten“

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Ein Jahr lang haben Marisa Uphoff und Fabian Herriger für das ZDF zentrale Akteure der bundesdeutschen Außenpolitik begleitet und dabei Macht und Ohnmacht der Bundesrepublik in diesem Politikfeld miterleben können. Entstanden ist eine vierteilige Serie mit dem Titel „Die Diplomaten – Inside Auswärtiges Amt“, die ein außenpolitisch sehr bewegtes Jahr in den Fokus nimmt.

Hier gibt es nähere Informationen zur Serie. Abrufbar ist sie ab dem 24. März 2026 um 19:00 Uhr im ZDF-Streamingportal.

20. März 2026

Lektüretipp: Ein Jahr im Deutschen Bundestag

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Eine interessante und lesenswerte Langzeitreportage bietet das heutige Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ein Jahr lang wurden fünf Abgeordnete unterschiedlicher Fraktionen begleitet. Entstanden ist ein spannender Blick in den Maschinenraum der Politik. Wie gestaltet sich Politik im 21. Deutschen Bundestag? Wie gehen die Abgeordneten mit den großen Krisen dieses Jahres um? Und wie verändert sich die alltägliche Beschäftigung mit den großen und kleinen Themen der Politik ? Gegenstand der Reportage ist auch das Verhältnis von Parlament und Regierung, die Krisen und Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie diverse Herausforderungen auf wirtschaftspolitischem Gebiet.

Online zu finden ist der Beitrag hier. Über unsere Universitätsbibliothek ist das Heft kostenfrei zu lesen.

13. März 2026

Zu Besuch im Parlament der Republik Österreich in Wien

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Im Rahmen einer kürzlich erfolgten Städtereise bestand die Gelegenheit, mittels einer Führung das Parlament der Republik Österreich zu besuchen (Fragen von politischer Architektur, speziell von Parlamentsarchitektur, stehen immer wieder im Zentrum diverser Lehrveranstaltungen am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – etwa auch im kommenden Sommersemester 2026).

In den Jahren 2017-23 wurde das Gebäude, ursprünglich von 1874 bis 1883 in Anlehnung an die antike griechische Architektur im Stile der Neorenaissance unter Kaiser Franz Joseph I. erbaut, umfassend grundsaniert und präsentiert sich heute als gelungene Mischung aus Alt und Neu. Neben dem historischen Sitzungssaal einschließlich der kaiserlichen Loge und Plätzen für ursprünglich 512 Abgeordnete von der Bukowina bis nach Dalmatien umfasst das Bauwerk Sitzungssäle für den Nationalrat wie für den Bundesrat, die heute gemeinsam das „Parlament Österreich“ bilden.

Im Erdgeschoß erwartet die Besucherinnen und Besucher eine umfassende Ausstellung zur Geschichte des Parlamentarismus in Österreich, das „Demokratikum“ mit interaktiven Tools zur politischen Partizipation sowie ein umfangreicher Parlamentsshop.

Nähere Informationen zu Parlamentsarbeit und Architektur des Bauwerks sind hier zu finden. Nachfolgend sind einige Impressionen des Gebäudes zu sehen.

30. Jan. 2026

Neuerscheinung: „Politikberatung“

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Das Feld der Politikberatung hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und ausdifferenziert. In einem neuen Buch zum Thema zeigt Ulrich Schlie die wichtigsten Hintergründe im Verhältnis von Wissenschaft und Politik auf und stellt vielfältige Tätigkeitsschwerpunkte vor. Durch diesen Fokus auf die praktische Komponente des Themas eignet sich das Buch insbesondere für Studierende der Politikwissenschaft sowie einer Reihe von Nachbardisziplinen. Über unsere Unibibliothek ist das Buch frei abrufbar, Hintergründe zum Buch (einschließlich einer Leseprobe) finden sich hier.

29. Jan. 2026

Besuch im Halleschen Stadtrat

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Am 28. Januar 2026 war eine Gruppe von Studierenden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum Bachelor“ zu Gast im Stadthaus am Halleschen Marktplatz. Zunächst stand ein Gespräch mit dem Studenten der Politikwissenschaft und Mitglied des Stadtrates Tim Kehrwieder auf dem Programm. Dabei ging es um die Besonderheiten von Politik auf kommunaler Ebene, die aktuellen Herausforderungen der Stadt Halle angesichts der derzeitigen vorläufigen Haushaltsführung sowie um die Gestaltungspotenziale in der Stadt. Darüber hinaus ging es um die Frage, was Herr Kehrwieder aus seinem politikwissenschaftlichen Studium für seine Arbeit im Stadtrat nutzen konnte und welche beruflichen Möglichkeiten für Absolventen der Politikwissenschaft sich auf der kommunalen Ebene finden lassen. Im Anschluss bestand die Gelegenheit, der monatlichen Sitzung des Stadtrates beizuwohnen und direkt konkretes politisches Handeln auf der kommunalen Ebene kennenzulernen. Schnell wurde klar, dass Kommunalpolitik als Untersuchungsgegenstand viel stärker auch im universitären Wissenschaftsbetrieb Platz finden müsste.

Herzlichen Dank für diese spannende Veranstaltung!

Nachfolgend finden sich einige fotografische Impressionen unseres Besuchs im Stadthaus.

26. Jan. 2026

Neue ZParl 4/2025 erschienen

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Vor wenigen Tagen ist Ausgabe 4/2025 der Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl) erschienen. Darin finden sich Beiträge über Einstellungen zu Wahlsystemen und spezifischen Reformoptionen der deutschen Bevölkerung, die repräsentative Wahlstatistik zur Bundestagswahl 2025, eine Analyse der Online-Wahlhilfen zur Wahl 2025 sowie zur Kongruenz bzw. Differenz zwischen Wählerschaft und Parteien in besagter Bundestagswahl.

In einem inhaltlichen Schwerpunkt steht die Rolle der Fraktionen im innerparlamentarischen Prozess im Fokus. So beleuchtet ein Artikel deren Rolle in der verfassungsrechtlichen Judikatur. Ein anderer Beitrag thematisiert deren Entwicklung seit 1949. Ein dritter Artikel erläutert die Rolle der Fraktionen im Gesetzgebungsverfahren als „Motor der parlamentarische(n) Demokratie“. Ein vierter Artikel schließlich verortet die Fraktionen innerhalb der „parlamentarischen Vernetzungsstrukturen“ und diskutiert entsprechend einschlägige Probleme und Herausforderungen. Und ein letzter Beitrag behandelt „Grund und Grenzen“ eines Fraktionsbonus im Parteienwettbewerb.

Eine ganze Reihe von Rezensionen aktueller Bücher zu Parlamentarismus, Parteien und Wahlen rundet die Ausgabe ab. Über unsere Universitätsbibliothek ist die Ausgabe kostenfrei zu lesen.


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