Im Lehrbereich Politische Theorie unseres Instituts ist die Stelle einer studentischen Hilfskraft (m/w/d) ausgeschrieben. Die detaillierte Ausschreibung ist hier zu finden.
22. Mai 2026
FC Bundestag gewinnt Europameisterschaft der Parlamentsmannschaften
Am vergangenen Wochenende fand zum 53. Mal die Europameisterschaft der Parlamentsmannschaften statt. Alle zwei Jahre treffen sich dazu Mannschaften verschiedener Parlamente, in diesem Jahr fand das Turnier in Lübeck statt. Nach einem hart erkämpften Unentschieden im entscheidenden Spiel gegen die Mannschaft aus Österreich konnte sich der FC Bundestag, in dem sich Abgeordnete aus den verschiedenen Fraktionen sowie ihre Mitarbeitende zusammengetan haben und der eigenen Angaben zufolge als „Botschafter des Parlaments“ fungiert, nach dem Jahr 2022 erneut den Titel erringen. Mit im Team war auch ein Absolvent der Politikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität (MLU).
Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle!
Einige Hintergründe zum Turnier sind hier nachzulesen, die Mannschaft des FC Bundestag ist hier zu finden.
20. Mai 2026
Lektüretipp: „Straße, Platz, Palast“ von Jan-Werner Müller
In dieser Woche ist das Buch „Straße, Platz, Palast. Zur Architektur demokratischer Räume“ von Jan-Werner Müller erschienen. Im Klappentext heißt es: „Menschen gehen auf die Straße. Die Öffentlichkeit wird als Marktplatz der Ideen beschrieben. Parlamente aus Glas verheißen politische Transparenz: Im Sprechen über Politik greifen wir häufig auf Metaphern aus und Bezüge zu Architektur und Städtebau zurück…Aber gibt es wirklich so etwas wie eine demokratische Architektur?“
Nähere Informationen zum Buch einschließlich einer Leseprobe gibt es hier.

4. Mai 2026
Neue Deutschland-Stipendien
Zum Wintersemester 2026/2027 vergibt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wieder Deutschlandstipendien. Das Onlineportal ist vom 27. April 2026 (8:00 Uhr) bis zum 1. Juni 2026 (14 Uhr) freigeschaltet. Alle Hintergründe zur Bewerbung sind hier zu finden.
20. Apr. 2026
Neuerscheinung: Bürgermeister/innen in der Corona-Krise
Kürzlich ist im Nomos-Verlag das Buch „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Zeiten der Krise“ erschienen, das von unserem früheren Kollegen Jonas Rädel verfasst wurde. Das Werk wurde im vergangenen Jahr als Dissertation am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) angenommen.
In diesem Buch steht die folgende Frage im Mittelpunkt: Wie nehmen Bürgermeister:innen ihre politisch-administrative Führungsrolle wahr? Dazu wurden Bürgermeister:innen kleiner Kommunen in den strukturschwachen Wahlkreisen Hof und Vogtlandkreis im Kontext der Corona-Pandemie befragt. Für die Analyse wurde ein qualitatives Forschungsdesign nach der Grounded-Theory-Methodologie (GTM) verwendet. Als zentrales Ergebnis werden fünf typologische Argumentationsmuster rekonstruiert. Diese zeigen, wie wichtig handlungsfähige Bürgermeister:innen für eine gefestigte Demokratie insgesamt sind.
Das Werk ist für Angehörige der MLU über die Nomos-eLibrary online verfügbar.
16. Apr. 2026
Stellenausschreibung: Bundespräsident (m/w/d) gesucht
Im Frühjahr des kommenden Jahres wird ein neuer Bundespräsident gewählt – oder eine Bundespräsidentin (derzeit werden bereits einige Namen öffentlich diskutiert). Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier, der in diesen Tagen im Rahmen seiner Reihe „Ortszeit Deutschland“ sein Büro vorübergehend nach Stralsund an die Ostsee verlagert hat, scheidet dann nach zehn Jahren aus dem Amt. Was aber wird von einem Bundespräsident erwartet? Mit welchen Qualifikationen könnte eine Kandidatur erfolgreich ein? Und wer entscheidet am Ende darüber, wer nächstes Jahr ins Schloss Bellevue einzieht? Der Rechtswissenschaftler Stefan Ulrich Pieper hat für die heutige Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine formelle Stellenausschreibung für das Amt des/der Bundespräsidenten/in (m/w/d) geschrieben. Und Pieper weiß, wovon er spricht: aktuell ist er als außerplanmäßiger Professor an der Universität Münster tätig, war jedoch in den Jahren 2004 bis 2025 Leiter des Referats Verfassung und Recht im Justiziariat des Berliner Bundespräsidialamts.

27. März 2026
„Einigkeit und Recht und Rache“: Ein Kanzleramtskrimi als Lektüre in der vorlesungsfreien Zeit
Er hat es schon wieder getan: der österreichische Autor und Journalist Wolfgang Ainetter hat nach seinem Ministeriumskrimi „Geheimnisse, Lügen und andere Währungen“ (2024) nun einen „Kanzleramtskrimi geschrieben. Überschrieben ist er mit „Einigkeit und Recht und Rache“ – und er könnte nicht dramatischer beginnen: auf einem großen Ball im Berliner Hotel Adlon werden der Kanzler und sein Wirtschaftsminister vergiftet. Die Aufregung ist groß – und es gibt eigentlich nur eine Person, die diesen Fall aufklären kann (und es wird schnell klar, dass es sich bei der Vergiftung nicht um ein Versehen handelt): diese Person ist der österreichische Ermittler André Heidergott, der sich mit charmantem Wiener Schmäh und hintergründigem Humor an die Ermittlungen macht. Spuren gibt es auf den ersten Blick viele. Sie führen ins islamistische Milieu, zur russischen Botschaft und in das Innenleben der Kanzlerpartei. Und am Ende steht eine Auflösung des Falls, bei der die tatverdächtige Person (es wird nichts verraten!) aus dem direkten Umfeld der Todesopfer kommt.
Man merkt dem Buch an, dass Ainetter in der Politszene Berlins gut vernetzt ist und sich zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz entsprechend gut auskennt. Fast spannender als die Kimihandlung sind die zahlreichen Anspielungen auf reale Vorbilder (und ich vermutlich längst nicht alle wahrgenommen). Wer Pate für Finanzminister Claas von der Linden, Außenministerin Alma Brock und Wirtschaftsminister Norbert Bobeck stand, dürfte allen Lesern sofort klar sein. Auch eine bekannte Medienmogulin und journalistische Akteure spielen eine prominente Rolle. Schwieriger ist es das Enträtseln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Politprominenz, die im Buch ebenfalls vorkommt. Wer verbirgt sich etwa im realen Leben hinter Staatssekretär Benjamin Kreutzfeldt, wer hinter dem Ministerialdirekot Hans-Peter Lörr? Wer stand für den Rechtsmediziner Maik Schallenberg, wer für den „Wumms24“-Chefredakteur Jan Bilalic und wer für den Kreuzberger Galeristen Gerhard Lampersberg?
Mit spitzer Feder pointiert Ainetter den Maschinenraum der Politik, in dem es nur allzu sehr menschelt. Mit viel Wortwitz und schlagfertigen Dialogen präsentiert Ainetter eine Version von Politik, die trotz der beiden erwähnten Todesfälle überaus amüsant ist.
Man darf schon jetzt gespannt sein, welchem politischen Thema sich Ainetter in seinem nächsten Fall befassen wird (es wird ja hoffentlich eine Fortsetzung geben?). Dann ist auch dem Kommissar Kolkmann eine größere Rolle bei der Aufklärung weiterer Verbrechen zu wünschen, im aktuellen Fall kommt er leider nur selten im Einsatz und bleibt damit deutlich unter seinen Möglichkeiten.
Fazit: Unbedingte Leseempfehlung für alle, die sich neben einer eingängigen Krimihandlung viel Berliner Lokalkolorit und Einblicke hinter die Kulissen des politischen Betriebs wünschen.
Nähere Informationen zum Autor und seinen Büchern gibt es hier.
