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17. Jul 2012

Mitt Romney sucht den Mister X

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Es ist wohl nur leicht übertrieben, von Washingtons beliebtestem Gesellschaftsspiel zu sprechen: alle vier Jahre ergeht sich die politische Elite der amerikanischen Hauptstadt darin, Kandidaten und Kandidatinnen daraufhin zu überprüfen, ob er oder sie als Vizepräsidentschaftskandidat(in) in Frage kommt. Der Auswahlprozess selbst ist streng geheim, nur die engsten Mitarbeiter eines Kandidaten sind eingeweiht. Bewerbungsgespräche werden informell in anonymen Großhotels geführt, die Kandidaten heimlich mit Privatjets eingeflogen – Hauptsache, die Öffentlich bekommt nicht mit, wer sich wo wann warum und mit wem trifft.
Der Vizekandidat bzw. die Vizekandidatin soll den Präsidentschaftsbewerber und dessen politisches Profil in der Regel ergänzen, d.h. Mann nimmt Frau, alt nimmt jung, Ostküste nimmt Südstaat, konservativ nimmt moderat. Bill Clinton fiel etwas aus der Reihe, als er mit Al Gore einen etwa gleichaltrigen Kandidaten wählte, der zudem aus einem Nachbarstaat kam und über ähnliche politische Ansichten verfügte.
Potenzielle Kandidaten ihrerseits müssen gegenüber der Präsidentschaftskampagne ziemlich viele Informationen von sich preisgeben, etwa aktuelle und vergangene Gesundheitschecks und die Steuererklärungen der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte. Hillary Clinton wollte diesen Prozess im Jahre 2008 nach eigenen Worten nur durchlaufen, falls sie am Ende als ernsthafte Kandidatin in Betracht gezogen werden würde. Dies konnte die Obama-Kampagne nicht versprechen, und damit schied Hillary als mögliche Kandidatin aus.
Nun gibt es Gerüchte, dass der Republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kurz davor stehen soll, seine Entscheidung bekannt zu geben (Präsident Barack Obama wird ohnehin wieder mit Vizepräsident Joe Biden antreten). Experten raten Romney, dies auf jeden Fall vor Beginn der Olympischen Spiele Ende Juli zu tun, da dann das Interesse des geneigten Publikums anderswo liegt. Gern gibt man die Auswahl auch unmittelbar vor Beginn des jeweiligen Nominierungsparteitages bekannt, aber die Parteitage liegen in diesem Jahr sehr spät. Die jüngsten Gerüchte finden Sie übrigens hier und hier. Mögliche Kandidaten für Romney können Sie hier kennenlernen, aber auch hier und hier.

Über Michael Kolkmann

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