Im C. H. Beck-Verlag erscheint in diesen Tagen ein von Michael Gehler und Oliver Dürkop herausgegebener Band mit Zeitzeugengesprächen rund um den Prozess der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989/90. Diese Thematik spiegelt sich am Institut für Politikwissenschaft der MLU in unterschiedlichen Lehrveranstaltungen, etwa im Rahmen der Transformationsforschung. Nun sind zu diesen Prozessen und Ereignissen, nicht zuletzt anlässlich des 30. Jahrestages von Mauerfall und Wiedervereinigung, zahlreiche publizistische wie auch wissenschaftliche Publikationen erschienen, doch können diese Zeitzeugengespräche eine weitere Dimension der Auseinandersetzung mit dem Einigungsprozess eröffnen. Nähere Informationen zum Buch sowie insbesondere zu den einzelnen Zeitzeugen finden sich hier. Eine Rezension des Bandes findet sich heute in der Süddeutschen Zeitung (noch nicht frei online, aber via VPN über unsere Universitätsbibliothek verfügbar). Das Werk wird in absehbarer Zeit in unserer Fachbereichsbibliothek erhältlich sein.
18. Feb. 2022
Literaturbericht zum Stand der Rechtspopulismus-Forschung
Die Fülle an Publikationen rund um die Themen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus ist in den vergangenen Jahren schier unüberschaubar geworden. Die Trierer Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze hat in einem Literaturbericht für die Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft (ZfVP) versucht, einige Schneisen durch dieses Dickicht der Veröffentlichungen zu schlagen. Im Einzelnen geht es in dem Beitrag um konzeptionelle Grundlagen des Untersuchungsgegenstandes, Faktoren der Angebots- und der Nachfrageseite, den Einfluss der radical right und schließlich auch um einschlägige Forschungsperspektiven. Als open access steht der Artikel hier zum Download bereit.
18. Feb. 2022
Zu den Sparvorschlägen für das Institut für Politikwissenschaft der MLU
Seit Monaten wird über Einsparungsvorschläge an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg spekuliert und diskutiert. Auch das Institut für Politikwissenschaft ist direkt betroffen. Zu den konkreten Vorstellungen und Konsequenzen haben sich heute Prof. Petra Dobner (Systemanalyse und Vergleichende Politikwissenschaft) und Prof. Johannes Varwick (Internationale Beziehungen und europäische Politik) geäußert. Nachgelesen werden kann die Stellungnahme hier.
15. Feb. 2022
Neuerscheinung zur Digitalisierung: „Träge Transformation“
Kaum ein Trend wird seit Jahren so intensiv diskutiert wie die Digitalisierung – und das nicht erst seit der Corona-Pandemie, die vielerlei Defizite und Herausforderungen des digitalen Lebens in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen offengelegt hat. In einem kleinen Büchlein widmen sich Sascha Friesike, Professor für Design digitaler Innovationen an der Universität der Künste Berlin und Direktor des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft, und Johanna Sprondel, Professorin für Medien, Kommunikation und Marketing in Stuttgart, zentralen Aspekten des Themas. Auf der Webseite des Verlages heißt es zu diesem Buch: „Deutschland investiert Milliarden in prestigeträchtige Leuchtturmprojekte und Pseudo-Veränderungen – und ist trotzdem digital weit abgeschlagen. Das liegt auch daran, dass Digitalisierung nicht als Transformation verstanden wird: Es geht eben nicht darum, Gegenstände oder Strukturen einfach ins Digitale zu überführen. Transformationsprozesse müssen die Gegenstände und Strukturen selbst hinterfragen und wandlungsfähig sein. Und selbst da, wo man dies erkannt hat, verhindern Missverständnisse die Entwicklung. Digitale Transformation ist ein komplexer Vorgang, der nicht dann abrupt endet, wenn irgendein neuer Dienst eingeführt wurde. Dieser Essay stellt heraus, dass isolierte Blicke auf Gesellschaft oder Technik nicht zielführend sind, und entlarvt dabei stets bemühte Buzzwords und die wichtigsten Denkfehler.“

2. Feb. 2022
Vor der 17. Bundesversammlung…
In politikwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen steht das Amt des Bundespräsident selten im Fokus. Und nicht allzu oft finden sich in Wissenschaft und Publizistik Artikel, die über das bloße Tagesgeschäft hinausgehen. Bei seiner Festrede auf dem 27. Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Vereinigung für Politkwissenschaft (DVPW) im Jahre 2018 sagte der Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier zu diesem Thema: „Wenn der Bundespräsident auf einem Kongress von Politikwissenschaftlern eine Rede hält, dann spricht gewissermaßen ein Forschungsgegenstand zu den Forschern, ein Objekt der Beobachtung zu seinen Beobachtern. Mir ist natürlich klar: Untersuchungen über die Wahl, das Amt oder sogar die Person des Staatsoberhaupts – wie soll ich sagen – dominieren nicht gerade die Debatte Ihres Faches. Ganz im Gegenteil. Der Bundespräsident fristet in der politikwissenschaftlichen Betrachtung eher ein Schattendasein. Selbst in Standardwerken der Regierungslehre werden ihm – meistens kurz vor dem Stichwortregister – nur ein paar Seiten gegönnt.“
Anlässlich der nächsten Bundesversammlung am 13. Februar 2022 (eine Übersicht der Mitglieder gibt es hier) blickt in dieser Woche die vom Deutschen Bundestag herausgegebene Zeitung „Das Parlament“ in gleich mehreren Beiträgen auf dieses Amt. Warum tagt die Versammlung in diesem Jahr nicht im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes, sondern im Paul-Löbe-Haus? Und wo wurde im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte getagt? Näheres findet sich hier. Wer trat wann warum an und war (nicht) erfolgreich? Ein Streifzug duch die vergangenen Bundesversammlungen ist hier nachzulesen. Warum der Parlamentarische Rat 1948/49 eine Direktwahl des Staatsoberhaupts ablehnte, wird hier begründet. Und über welche formalen Zuständigkeiten der Bundespräsident verfügt und wo und inwieweit er eine „Reservefunktion“ ausübt, ist hier zusammengestellt. Wer sich schließlich aus dezidiert politikwissenschaftlicher Sicht mit dem Bundespräsidenten beschäftigen möchte, wird hier fündig.
1. Feb. 2022
Stellenausschreibungen der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt
Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt bietet auf ihrer Webseite mehrere Stellenausschreibungen, etwa als Vorstandsreferent/in, Referent/in Digitalisierung oder als Leiter/in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (alle w/m/d). Details sind hier zu finden. Die 2020 errichtete öffentlich-rechtliche Stiftung ist ein gemeinsames Vorhaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, des Bundesministeriums des Innern und für Heimat und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.