Jon Stewart mischt die Tea Party auf

US-Politik, US-Wahl 2010

Keine Frage, Jon Stewart geh├Ârt mit zum Besten, was das amerikanische Fernsehen derzeit zu bieten hat. Mit seiner Daily Show persifliert er die aktuelle Nachrichtenlage so gut, dass ein nicht zu untersch├Ątzender Bev├Âlkerungsanteil der Amerikaner davon ├╝berzeugt ist, bei der Daily Show handele es sich um “richtige” Nachrichten. Im Juli 2009 wurde Stewart von den Lesern der Online-Ausgabe des TIME-Magazines (nach dem Tod von Walter Cronkite) zum ÔÇ×most trusted newscasterÔÇť gew├Ąhlt und dies noch vor so journalistischen Gr├Â├čen wie Charlie Gibson oder Brian Williams.┬áDabei will Stewart nichts weiter als den traditionellen Medien einen Spiegel vorhalten, weil sie seiner Ansicht nach nicht ihrer eigentlichen Aufgabe der kritischen Berichterstattung nachkommen (die Berichterstattung zur Wahl am heutigen Dienstag hei├čt in der Daily Show konsequent “Indecision 2010″).

Lieblingsgegner Stewarts ist seit jeher der konservative Nachrichtenkanal Fox News und der vermutlich noch konservativere Fernsehkommentator Glenn Beck (ein ausf├╝hrliches Portr├Ąt Becks finden Sie ├╝brigens in der Berliner Zeitung). Als nun vor einigen Wochen die Tea Party zur “Rally to Restore Honor” nach Washington lud und 100.000 Menschen zusammenkamen, um gegen die aktuelle Regierung zu demonstrieren, lie├č es sich Stewart nicht nehmen, diesen Marsch zu karikieren und ebenfalls zu einem Marsch nach Washington einzuladen, der am vergangenen Wochenende stattfand (inklusive einer eigenen iPhone-App und aktuellen Twitter-Updates). “Rallye to Restore Sanity and/or Fear” nannte er sein nicht ganz ernst gemeintes Unternehmen, und dass weit weniger Leute zusammen kamen als bei der Tea Party, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Die 55 lustigsten Plakate vom Wochenende k├Ânnen Sie ├╝brigens hier sehen.

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