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5. Jan 2012

Nach der Wahl in Iowa

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Da sage nochmal einer, es käme bei Wahlen nicht auf jede Stimme an: mit gerade einmal acht Stimmen Vorsprung hat Mitt Romney, Ex-Gouverneur von Massachusetts, am Dienstag im Präsidentschaftswahlkampf der Republikaner den Caucus in Iowa gewonnen. Er kam auf insgesamt 30.015 Stimmen, der Zweitplazierte Rick Santorum, Ex-Senator aus Pennsylvania, auf 30.007 Stimmen. Dabei handelte es sich bei der Wahl in Iowa noch nicht einmal um die engste Wahlentscheidung in den Vereinigten Staaten, wie eine Auflistung der Washington Post hier zeigt.
Das genaue Ergebnis des Caucus finden Sie im übrigen hier.
Erwartungsgemäß hat sich das Feld der Kandidaten inzwischen reduziert: die Kongressabgeordnete und Tea Party-Ikone Michele Bachmann hat gestern ihren Rückzug bekannt gegeben. Offen ist noch, ob sie sich im November in ihrem Wahlkreis in Minnesota der Wiederwahl stellt. Die besten Wahlkampf-Momente Bachmanns sind bei TalkingPointsMemo zu finden. Rick Perry dagegen, Gouverneur von Texas, kehrte zwar zunächst nach Hause zurück, um seine Kampagne „neu zu bewerten“, hat aber inzwischen per Twitter bekannt gegeben, dass er weitermachen wird. Jon Huntsman aus Utah wird erst bei den nächsten Vorwahlen ins Geschehen eingreifen, er hatte Iowa bewusst ausgelassen.
Dass die aktuelle Situation für Romney um einiges einfacher ist als die Santorums, berichtet die New York Times hier. Santorum, dessen Kampagne bis Weihnachten unter „ferner liefen“ fungierte, dürfte Probleme haben, rechtzeitig zu den nächsten Vorwahlterminen eine landesweite Wahlkampforganisation aufzubauen, immerhin dürfte er die sozialkonservativen Wähler von Bachmann und – teilweise – Perry übernehmen können.
Nächster Stop der Wahlkampfkarawane ist übrigens am kommenden Dienstag New Hampshire. Dort gilt der aus dem benachbarten Massachusetts stammende Romney als Favorit. Gestern wurde er öffentlich von John McCain, dem Präsidentschaftskandidaten von 2008, unterstützt. Wenn Sie sich dieses Video aus dem damaligen Vorwahlkampf anschauen, kommt das etwas überraschend, denn damals ist McCain seinen Mitbewerber Romney („a phony“) scharf angegangen. Und der Ton des Wahlkampfes dürfte, wie Eugene Robinson in der Washington Post schreibt, eher negativer werden. Weitere Details zu diesem Thema gibt es hier.
Auch Newt Gingrich wird sich in den nächsten Tagen an Romney abarbeiten, hatte dieser durch eine Reihe von negativen Wahlwerbespots doch dafür gesorgt, dass Gingrichs Höhenflug in Iowa (und bundesweit) rechtzeitig vor der Wahl in Iowa gestoppt wurde. Trotzdem dürfte Romney nach wie vor der Favorit sein, wie man hier und hier nachlesen kann. Aber es sollte ihm zu denken geben, dass er nach nahezu fünf Jahren Wahlkampf und einer entsprechend gut ausgebauten Wahlkampforganisation in Iowa am Dienstag gerade einmal ein Viertel der Republikanischen Wähler von sich überzeugen konnte. Begeisterung sieht anders aus. Santorum, der alleine am Tag nach Iowa eine Million Dollar an Spendengeldern verzeichnen konnte, auf der anderen Seite dürfte sich mit der berühmten „Electability“-Frage konfrontiert sehen, sprich; welche Chancen hätte er überhaupt in der Gesamtbevölkerung im November, sollte er letztendlich gegen Obama antreten dürfen?
Schließlich: auf Cicero.de begründet Christoph von Marschall vom Berliner Tagesspiegel seine These, warum die Amerikanier im November 2012 trotz allem Barack Obama zum Präsidenten wiederwählen werden.

Über Michael Kolkmann

2 Kommentare

  1. Christian Bach sagt:

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/obama-stabschef-lew
    „Obama schaltet im Wahlkampf auf Angriff
    Mit seinem neuem Stabschef Jacob Lew will der US-Präsident die Mittelschicht zurückgewinnen. Dazu könnte dem früheren Top-Banker aber die Glaubwürdigkeit fehlen.“

    Ob das so klug war? Guter Zeitpunkt, aber guter Nachfolger? Daraus werden ihm die Republikaner doch einen Strick drehen, oder?

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