Durchsuche das Archiv nach Innenpolitik Kategorie

Bildungsforschung: „Hattie fĂŒr gestresste Lehrer“

Innenpolitik, LektĂŒren, Politikwissenschaft

In der Bildungsforschung ist der Name John Hattie eine Marke. Sein Buch „Visible Learning“ (auf Deutsch: „Lernen sichtbar machen“) fungiert inzwischen als Klassiker und ist von vielen Bildungseinrichtungen in Deutschland rezipiert worden. Der Augsburger Professor Klaus Zierer hat nun unter dem Titel „Hattie fĂŒr gestresste Lehrer“ eine Kurzversion des Buches vorgelegt, in dem die wichtigsten Erkenntnisse Hatties zusammengefasst sind. Im Vorwort des Buches schreibt Mathias Brodkorb, Minister fĂŒr Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Der deutsche Hattie-Übersetzer Klaus Zierer legt eine komprimierte Übersicht ĂŒber Hatties Forschung vor, die es vor allem auch im Berufsleben stehenden LehrkrĂ€ften ermöglichen soll, sich schnell einen fundierten Überblick ĂŒber die aktuelle bildungswissenschaftliche Debatte zu verschaffen. Das Buch kann dabei sowohl als eine EinfĂŒhrung in das Denken Hatties als auch als ein Kommentar zu seinen großen Studien gelesen werden. Zierer beschließt den Text schließlich mit einem praxisorientierten Kapitel, dem LehrkrĂ€fte Anregungen und Handlungsempfehlungen fĂŒr ihren pĂ€dagogischen Alltag nach den Erkenntnissen John Hatties entnehmen können.“
ZufĂ€llig habe ich drei Exemplare dieses Buches auf dem Schreibtisch liegen und wĂŒrde diese gerne verschenken. Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich am besten per Email: first come, first serve.

Zu verschenken: Hattie fĂŒr gestresste Lehrer

Zu verschenken: Hattie fĂŒr gestresste Lehrer

Keine Antworten

BVerfG: eine Institution feiert Geburtstag

Innenpolitik, Politikwissenschaft

In diesen Tagen wird das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe 65 Jahre alt. Das Gericht ist nicht nur die politische Institution in Deutschland, der allen Umfragen zufolge die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger das grĂ¶ĂŸte Vertrauen entgegenbringen, sondern auch ein Gericht mit einer so großen Bedeutung, dass manche Beobachter nicht von einer Berliner, sondern von einer Karlsruher Republik sprechen. Mehr als 200.000 Verfassungsklagen haben die Karlsruher Richter seither geprĂŒft. Jedes Jahr kommen um die 6.000 neue Verfahren hinzu – Tendenz steigend. AnlĂ€sslich des 60-jĂ€hrigen JubilĂ€ums des Gerichts sind aus politikwissenschaftlicher Perspektive mehrere Standardwerke erschienen (zum Beispiel hier und hier), so dass man bei einer BeschĂ€ftigung mit dem BVerfG nicht mehr nur auf juristische Literatur zurĂŒckgreifen muss. Aus aktuellem Anlass sei ein kleines BĂ€ndchen aus dem Suhrkamp-Verlag zur LektĂŒre empfohlen: vier junge Staatsrechtslehrer rund um den Berliner Verfassungsrechtler Christoph Möllers beleuchten in diesem Band aus unterschiedlicher Perspektive die Arbeit des Gerichts: es geht um Fragen der verfassungsrechtlichen Legitimation und LegalitĂ€t, es geht um die konkrete Arbeit des Gerichts in Karlsruhe, und es geht um einige der zentralen Urteile aus den letzten Jahrzehnten. Einige eher skurrile Klagen, mit denen sich das Gericht ĂŒber die Jahre auseinandersetzen musste, hat der SWR zusammengestellt.

Keine Antworten

LektĂŒretipp: „Regierungssysteme“ von Massing/Varwick

Innenpolitik, LektĂŒren, Politikwissenschaft, Studium

Im Wochenschau-Verlag ist vor einigen Jahren ein schmaler Band erschienen, der sich vorzĂŒglich als EinfĂŒhrung in die (Vergleichende) Regierungslehre eignet. Herausgegeben von Peter Massing und Johannes Varwick, widmen sich in diesem Band mehrere Politikwissenschaftler den unterschiedlichsten Facetten des Themas. JĂŒrgen Hartmann beschĂ€ftigt sich in einem ersten Kapitel mit den zentralen Begriffen der Vergleichenden Regierungslehre, bevor Werner Patzelt parlamentarische Systeme vorstellt. Simon Koschut erlĂ€utert Strukturen, Akteure und Funktionslogik prĂ€sidentieller Systeme, Eckhardt Jesse beschreibt den demokratischen Verfassungsstaat der Bundesrepublik Deutschland zwischen konkordanz- und konkurrenzdemokratischen Elementen. Sven Singhofen beleuchtet unter dem Titel „Demokratien mit Adjektiven, hybride Regime oder elektorale Autokratien?“ Herrschaftsformen in der Grauzone zwischen Demokratie und Diktatur. Zum Abschluss richtet Wilhelm Knelangen seinen Blick auf das Regierungssystem der EuropĂ€ischen Union. Details zum Buch finden sich hier.

Peter Massing/Johannes Varwick (Hrsg.): „Regierungssysteme. Eine EinfĂŒhrung“, Schwalbach/Taunus 2013, 160 Seiten, 9,80 Euro.

Keine Antworten

Klaus Harpprecht gestorben

Innenpolitik, Politikwissenschaft

Heute wurde bekannt, dass neben Karl Dietrich Bracher auch der Publizist und Journalist Klaus Harpprecht gestorben ist. Er wurde 89 Jahre alt. Harpprecht wurde in den 1960er Jahren als USA-Korrespondent fĂŒr das ZDF sowie als Leiter des Fischer-Verlages bekannt. Unter Willy Brandt wechselte er als Chef-Redenschreiber in die so genannte „Schreibstube“ des Bundeskanzleramtes im Bonner Palais Schaumburg. Mit dieser Zeit hat er sich in dem sehr lesenswerten Buch „Im Kanzleramt“ auseinandergesetzt, das interessante Einblicke in den Alltag des Bonner Bundeskanzleramtes sowie ungewöhnliche Perspektiven auf den Amtsinhaber Willy Brandt gewĂ€hrt. Nach seiner Zeit im Kanzleramt arbeitete Harpprecht wieder als Journalist, seit 1982 von SĂŒdfrankreich aus, wo er jetzt auch starb. Nachrufe auf Klaus Harpprecht finden sich auf SPIEGEL Online, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Berliner Tagesspiegel.

Keine Antworten

Karl Dietrich Bracher gestorben

Innenpolitik, Politikwissenschaft

Im Alter von 94 Jahren ist vorgestern der Zeitgeschichtler Karl Dietrich Bracher gestorben. Über Jahrzehnte hat er als „Pionier der Politikwissenschaft“ (DeutschlandRadio Kultur) die moderne Zeitgeschichtsforschung mitgeprĂ€gt, mit seiner 1955 erschienenen Habilitation „Die Auflösung der Weimarer Republik“ hatte er gleich zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere ein epochemachendes Werk vorgelegt.
Bracher lehrte zunĂ€chst an der Freien UniversitĂ€t in Berlin und war dann fast dreißig Jahre lang, nĂ€mlich von 1959 bis 1987, Ordinarius fĂŒr Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t Bonn. Dort hat er in dieser Zeit das politikwissenschaftliche Institut der UniversitĂ€t nicht nur mit aufgebaut, sondern auch ĂŒber viele Jahre maßgeblich geprĂ€gt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nennt ihn in einem Nachruf den „Lehrer der Bonner Republik“. Er blieb zwar stets parteilos, stand jedoch jederzeit als Berater fĂŒr politisch unterschiedlich geprĂ€gte Bundesregierungen zur VerfĂŒgung. Zu seinen SchĂŒlern gehören unter anderem so bekannte Politikwissenschaftler wie Ulrich von Alemann, Erhard Forndran, Karl Kaiser, Karlheinz Niclauß und Hans VorlĂ€nder. Ein Nachruf auf Bracher findet sich neben der FAZ auch auf ZEIT Online.

Eine Antwort

25-jĂ€hriges JubilĂ€um der Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Sachsen-Anhalt

Innenpolitik

Wie ich leider erst heute erfahren habe, feiert die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Sachsen-Anhalt in dieser Woche ihr 25-jĂ€hriges JubilĂ€um. Dazu sind am neuen Sitz der Landeszentrale in der Magdeburger Leiterstraße 2 vielfĂ€ltige Veranstaltungen geplant, darunter FilmvorfĂŒhrungen, VortrĂ€ge und Diskussionsrunden. Am Montag fand etwa ein „Speeddating“ der etwas anderen Art statt: Jugendliche kamen in diesem Rahmen mit Landtagsabgeordneten ins GesprĂ€ch (der MDR berichtet in Bildern und in einem Kurzfilm hier). Am heutigen 21. September 2016 findet als Teil der Feierlichkeiten der Landestag „Schule ohne Rassimsus – Schule mit Courage“ statt. Im Programm der Festwoche heißt es dazu: „Der Landestag bietet SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern des Courage-Netzwerks in 23 verschiedenen Workshops ein breites Angebot, um ĂŒber das Thema »Fremd — hier — dabei sein« nachzudenken, neue Erfahrungen zu machen, gute Ideen kennenzulernen und sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen. Musik, asiatische Kampfkunst und ein echter Breakdance-Weltmeister schaffen Glanzlichter auf der BĂŒhne.“ Das komplette Programm der Woche findet sich hier.

Keine Antworten

Filmtipp: „Die GewĂ€hlten“ jetzt auf DVD

DVD-Tipps, Innenpolitik, Politikwissenschaft

Im letzten Wintersemester stellte die Hallesche Filmemacherin Nancy Brandt ihren Film „Die GewĂ€hlten“ ĂŒber Neulinge im Deutschen Bundestag bei uns an der Martin-Luther-UniversitĂ€t vor – noch bevor der Film damals ins Kino kam. Inzwischen ist die DVD des mit dem Bayerischen Kulturpreis 2015 ausgezeichneten Films im Handel erhĂ€ltlich, und nach einem erneuten Anschauen des Films kann ich nur bestĂ€tigen, dass es sich dabei um einen sehr interessanten, akkuraten und aufschlussreichen Film ĂŒber die tĂ€gliche Arbeit von Parlamentsabgeordneten handelt, der viele durchaus politikwissenschaftliche Fragestellungen aufgreift – etwa zum SelbstverstĂ€ndnis der Abgeordneten, zum VerhĂ€ltnis von Fraktion und Partei bis hin zur im Detail dargestellten Ungewissheit, ob man bei der nĂ€chsten Wahl wieder aufgestellt wird. In mehreren Lehrveranstaltungen des bevorstehenden Wintersemesters werden wir auf den Film zurĂŒckkommen und ihn sicherlich im Rahmen dieser Veranstaltungen zur AuffĂŒhrung bringen. Zur Einstimmung gibt es hier einen Trailer zu sehen, Details zum Film gibt es darĂŒber hinaus hier.

Nancy Brandt: „Die GewĂ€hlten. Vier Jahre im Bundestag“, Produktionsjahr: 2015, 102 Minuten, ohne AltersbeschrĂ€nkung, 14,90 bzw. 16,90 Euro, erhĂ€ltlich bei Silvercine und Amazon.

Empfehlenswert: "Die GewÀhlten"

Empfehlenswert: „Die GewĂ€hlten“

Keine Antworten

Neuerscheinung: „Politikwissenschaftliche Passagen“

Innenpolitik, LektĂŒren, Politikwissenschaft, Studium

Seit mehreren Jahrzehnten diskutieren Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler nicht nur ĂŒber Wahlen, Parteien, Regierungsstile und Politikfelder, sondern auch ĂŒber das Fach selbst. Wo im universitĂ€ren Kanon findet das Fach seinen Platz? Wie grenzt es sich von verwandten Disziplinen ab? Was ist der Kernbestand politikwissenschaftlicher Forschung? Um diese Fragen dreht sich ein neu erschienener Sammelband, der vor wenigen Wochen unter dem Titel „Politikwissenschaftliche Passagen“ auf den Markt gekommen ist. In der Verlagsbeschreibung zum Buch heißt es: „Die Politikwissenschaft in Deutschland steht regelmĂ€ĂŸig in der Kritik. Sie gilt als zu szientistisch, methodenverliebt, theorielastig und selbstreferentiell. Was wisse die Politikwissenschaft eigentlich noch ĂŒber Politik zu sagen und wie nimmt sie ihre öffentliche Rolle wahr? Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite steht ein fest an den UniversitĂ€ten verankertes Fach, das sich selbstbewusst prĂ€sentiert und internationales Renommee genießt. Angesichts einer solch spannungsreichen Ausgangslage sucht dieser Band einen Beitrag zur Standortbestimmung der deutschen Politikwissenschaft zu leisten.“ So schreibt der Herausgeber Alexander Gallus ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Geschichts- und Politikwissenschaft („PrekĂ€re Nachbarschaft“), Manfred G. Schmidt widmet sich den „Krisentheorien der Demokratie“ und Frank Decker erörtert unter dem Titel „Demokratie ohne WĂ€hler, Politik ohne BĂŒrger“ aktuelle Herausforderungen der Politikwissenschaft. Uwe Backes beleuchtet die Herausforderungen der politikwissenschaftlichen Extremismusforschung, Eckhardt Jesse stellt unterschiedliche politikwissenschaftliche Schulen in Deutschland vor („Freiburg, Köln, Marburg“) und Klaus von Beyme beschĂ€ftigt sich mit dem symbiotischen VerhĂ€ltnis von politisierender Religion und sĂ€kularisierender Politik. Das Buch steht in unserer Fachbereichsbibliothek als Online-Version zur VerfĂŒgung. Unbedingte Empfehlung!

Keine Antworten

Bildungsbarometer 2016 des ifo-Instituts veröffentlicht

Innenpolitik

Bereits zum dritten Mal hat das MĂŒnchener ifo-Institut sein so genanntes Bildungsbarometer veröffentlicht. Darin werden die Einstellungen der Deutschen gegenĂŒber ihrer Bildungslandschaft gemessen. Interessant bei der Auswertung ist die getrennte Darstellung der reprĂ€sentativen Ergebnisse und BĂŒrger und PĂ€dagogen. AuffĂ€lliger Befund: Je mehr die Befragten persönlich mit einer Schule zu tun haben, desto positiver ist das Urteil. Und: Lehrer bewerten Schulen insgesamt schlechter, Schulen vor Ort aber besser als die Bevölkerung. SPIEGEL Online hat Details zu der genannten Befragung, erste Ergebnisse der Studie selbst können hier abgerufen werden.

Keine Antworten

TV-Tipp: Nahaufnahmen aus dem Berliner Abgeordnetenhaus-Wahlkampf 2016

Innenpolitik, TV-Tipps

Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht der nĂ€chste Wahltermin an: am 18. September 2016 wĂ€hlen die Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Nicht beschrĂ€nkt auf Berlin ist eine zunehmende Politik(er)verdrossenheit – ja, mehr noch: Hass auf die WahlkĂ€mpfer, die auf Straßen und PlĂ€tzen stehen und fĂŒr ihre jeweiligen Parteien werben. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat gestern abend eine Dokumentation gezeigt, in der die Reporter gemeinsam mit den Kandidatinnen und Kandidaten in den Berliner Kiezen unterwegs waren. In der Mediathek kann man die Doku bis zum 20.September 2016 abrufen, und zwar hier.

„Die da oben“, Dokumentation von Heike Bettermann und Jana Göbel, 45 Minuten, RBB-Fernsehen.

Keine Antworten
« Ältere Einträge