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Lekt√ľretipp: „Regierungssysteme“ von Massing/Varwick

Innenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium

Im Wochenschau-Verlag ist vor einigen Jahren ein schmaler Band erschienen, der sich vorz√ľglich als Einf√ľhrung in die (Vergleichende) Regierungslehre eignet. Herausgegeben von Peter Massing und Johannes Varwick, widmen sich in diesem Band mehrere Politikwissenschaftler den unterschiedlichsten Facetten des Themas. J√ľrgen Hartmann besch√§ftigt sich in einem ersten Kapitel mit den zentralen Begriffen der Vergleichenden Regierungslehre, bevor Werner Patzelt parlamentarische Systeme vorstellt. Simon Koschut erl√§utert Strukturen, Akteure und Funktionslogik pr√§sidentieller Systeme, Eckhardt Jesse beschreibt den demokratischen Verfassungsstaat der Bundesrepublik Deutschland zwischen konkordanz- und konkurrenzdemokratischen Elementen. Sven Singhofen beleuchtet unter dem Titel „Demokratien mit Adjektiven, hybride Regime oder elektorale Autokratien?“ Herrschaftsformen in der Grauzone zwischen Demokratie und Diktatur. Zum Abschluss richtet Wilhelm Knelangen seinen Blick auf das Regierungssystem der Europ√§ischen Union. Details zum Buch finden sich hier.

Peter Massing/Johannes Varwick (Hrsg.): „Regierungssysteme. Eine Einf√ľhrung“, Schwalbach/Taunus 2013, 160 Seiten, 9,80 Euro.

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Klaus Harpprecht gestorben

Innenpolitik, Politikwissenschaft

Heute wurde bekannt, dass neben Karl Dietrich Bracher auch der Publizist und Journalist Klaus Harpprecht gestorben ist. Er wurde 89 Jahre alt. Harpprecht wurde in den 1960er Jahren als USA-Korrespondent f√ľr das ZDF sowie als Leiter des Fischer-Verlages bekannt. Unter Willy Brandt wechselte er als Chef-Redenschreiber in die so genannte „Schreibstube“ des Bundeskanzleramtes im Bonner Palais Schaumburg. Mit dieser Zeit hat er sich in dem sehr lesenswerten Buch „Im Kanzleramt“ auseinandergesetzt, das interessante Einblicke in den Alltag des Bonner Bundeskanzleramtes sowie ungew√∂hnliche Perspektiven auf den Amtsinhaber Willy Brandt gew√§hrt. Nach seiner Zeit im Kanzleramt arbeitete Harpprecht wieder als Journalist, seit 1982 von S√ľdfrankreich aus, wo er jetzt auch starb. Nachrufe auf Klaus Harpprecht finden sich auf SPIEGEL Online, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Berliner Tagesspiegel.

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Karl Dietrich Bracher gestorben

Innenpolitik, Politikwissenschaft

Im Alter von 94 Jahren ist vorgestern der Zeitgeschichtler Karl Dietrich Bracher gestorben. √úber Jahrzehnte hat er als „Pionier der Politikwissenschaft“ (DeutschlandRadio Kultur) die moderne Zeitgeschichtsforschung mitgepr√§gt, mit seiner 1955 erschienenen Habilitation „Die Aufl√∂sung der Weimarer Republik“ hatte er gleich zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere ein epochemachendes Werk vorgelegt.
Bracher lehrte zun√§chst an der Freien Universit√§t in Berlin und war dann fast drei√üig Jahre lang, n√§mlich von 1959 bis 1987, Ordinarius f√ľr Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit√§t Bonn. Dort hat er in dieser Zeit das politikwissenschaftliche Institut der Universit√§t nicht nur mit aufgebaut, sondern auch √ľber viele Jahre ma√ügeblich gepr√§gt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) nennt ihn in einem Nachruf den „Lehrer der Bonner Republik“. Er blieb zwar stets parteilos, stand jedoch jederzeit als Berater f√ľr politisch unterschiedlich gepr√§gte Bundesregierungen zur Verf√ľgung. Zu seinen Sch√ľlern geh√∂ren unter anderem so bekannte Politikwissenschaftler wie Ulrich von Alemann, Erhard Forndran, Karl Kaiser, Karlheinz Niclau√ü und Hans Vorl√§nder. Ein Nachruf auf Bracher findet sich neben der FAZ auch auf ZEIT Online.

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Filmtipp: „Die Gew√§hlten“ jetzt auf DVD

DVD-Tipps, Innenpolitik, Politikwissenschaft

Im letzten Wintersemester stellte die Hallesche Filmemacherin Nancy Brandt ihren Film „Die Gew√§hlten“ √ľber Neulinge im Deutschen Bundestag bei uns an der Martin-Luther-Universit√§t vor – noch bevor der Film damals ins Kino kam. Inzwischen ist die DVD des mit dem Bayerischen Kulturpreis 2015 ausgezeichneten Films im Handel erh√§ltlich, und nach einem erneuten Anschauen des Films kann ich nur best√§tigen, dass es sich dabei um einen sehr interessanten, akkuraten und aufschlussreichen Film √ľber die t√§gliche Arbeit von Parlamentsabgeordneten handelt, der viele durchaus politikwissenschaftliche Fragestellungen aufgreift – etwa zum Selbstverst√§ndnis der Abgeordneten, zum Verh√§ltnis von Fraktion und Partei bis hin zur im Detail dargestellten Ungewissheit, ob man bei der n√§chsten Wahl wieder aufgestellt wird. In mehreren Lehrveranstaltungen des bevorstehenden Wintersemesters werden wir auf den Film zur√ľckkommen und ihn sicherlich im Rahmen dieser Veranstaltungen zur Auff√ľhrung bringen. Zur Einstimmung gibt es hier einen Trailer zu sehen, Details zum Film gibt es dar√ľber hinaus hier.

Nancy Brandt: „Die Gew√§hlten. Vier Jahre im Bundestag“, Produktionsjahr: 2015, 102 Minuten, ohne Altersbeschr√§nkung, 14,90 bzw. 16,90 Euro, erh√§ltlich bei Silvercine und Amazon.

Empfehlenswert: "Die Gewählten"

Empfehlenswert: „Die Gew√§hlten“

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Neuerscheinung: „Politikwissenschaftliche Passagen“

Innenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium

Seit mehreren Jahrzehnten diskutieren Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler nicht nur √ľber Wahlen, Parteien, Regierungsstile und Politikfelder, sondern auch √ľber das Fach selbst. Wo im universit√§ren Kanon findet das Fach seinen Platz? Wie grenzt es sich von verwandten Disziplinen ab? Was ist der Kernbestand politikwissenschaftlicher Forschung? Um diese Fragen dreht sich ein neu erschienener Sammelband, der vor wenigen Wochen unter dem Titel „Politikwissenschaftliche Passagen“ auf den Markt gekommen ist. In der Verlagsbeschreibung zum Buch hei√üt es: „Die Politikwissenschaft in Deutschland steht regelm√§√üig in der Kritik. Sie gilt als zu szientistisch, methodenverliebt, theorielastig und selbstreferentiell. Was wisse die Politikwissenschaft eigentlich noch √ľber Politik zu sagen und wie nimmt sie ihre √∂ffentliche Rolle wahr? Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite steht ein fest an den Universit√§ten verankertes Fach, das sich selbstbewusst pr√§sentiert und internationales Renommee genie√üt. Angesichts einer solch spannungsreichen Ausgangslage sucht dieser Band einen Beitrag zur Standortbestimmung der deutschen Politikwissenschaft zu leisten.“ So schreibt der Herausgeber Alexander Gallus √ľber das Verh√§ltnis von Geschichts- und Politikwissenschaft („Prek√§re Nachbarschaft“), Manfred G. Schmidt widmet sich den „Krisentheorien der Demokratie“ und Frank Decker er√∂rtert unter dem Titel „Demokratie ohne W√§hler, Politik ohne B√ľrger“ aktuelle Herausforderungen der Politikwissenschaft. Uwe Backes beleuchtet die Herausforderungen der politikwissenschaftlichen Extremismusforschung, Eckhardt Jesse stellt unterschiedliche politikwissenschaftliche Schulen in Deutschland vor („Freiburg, K√∂ln, Marburg“) und Klaus von Beyme besch√§ftigt sich mit dem symbiotischen Verh√§ltnis von politisierender Religion und s√§kularisierender Politik. Das Buch steht in unserer Fachbereichsbibliothek als Online-Version zur Verf√ľgung. Unbedingte Empfehlung!

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Lekt√ľre-Tipp: „Fremdes Land Amerika“ des Fernsehjournalisten Ingo Zamperoni

Au√üenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, US-Politik, US-Wahl 2016

Es gibt im deutschen Fernsehen kaum einen Washington-Korrespondenten, der nach seiner Zeit vor Ort nicht in einem Buch √ľber seine Erfahrungen mit den Amerikanerinnen und Amerikaner berichtet und dabei Land und Leute beschreibt. Der ARD-Journalist Ingo Zamperoni, der am 24. Oktober 2016 von Thomas Roth die Moderation der Tagesthemen √ľbernehmen wird, hat sein Buch mit „Fremdes Land Amerika“ betitelt, Anfang September 2016 ist es erschienen. Darin pr√§sentiert er im ersten Drittel eine ausf√ľhrliche und √§u√üerst ausgewogene Bilanz der Obama-Pr√§sidentschaft. Das zweite Drittel ist mit „New World Order“ √ľberschrieben und widmet sich internationalen Themen (Obama und die Kriege im Irak und in Afghanistan, NSA und Antiterrorkampf, der Streit um das Freihandelsabkommen TTIP und die Hinwendung der USA zum asiatischen Raum). Und im dritten Teil richtet Zamperoni den Fokus darauf, was „wir“ von den USA lernen k√∂nnen. Zu den verschiedenen Themen, die hier zur Sprache kommen, z√§hlen zum Beispiel Immigration, Philanthropie im Alltag und eine „Kultur des Scheiterns“.
Das Buch ist durchweg lesenswert. Man merkt dem Buch an, dass Zamperoni von Haus Amerikanist und Historiker ist. Immer wieder verkn√ľpft er die genannten Themen mit Anekdoten, Episoden und eigenen Eindr√ľcken aus seiner Zeit als Korrespondent und Producer in den USA. Details zum Buch gibt es auf der Homepage des Verlages. Das RBB-Magazin Stilbruch hat vor wenigen Tagen Ingo Zamperoni begleitet. Das Video dazu kann man in der Mediathek nachschauen.

Ingo Zamperoni: „Fremdes Land Amerika. Warum wir unser Verh√§ltnis zu den USA neu bewerten m√ľssen“, Ullstein Buchverlage, 2016, 336 Seiten, 20,00 Euro.

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Neuauflage: „Das politische System der Bundesrepublik Deutschland“ von Klaus von Beyme

Innenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium

Vor wenigen Tagen ist das Standardwerk des inzwischen emeritierten Heidelberger Politikwissenschaftlers Klaus von Beyme zu den Grundlagen des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland in einer aktualisierten Neuauflage erschienen. Sehr umfangreich werden darin die politischen Institutionen, die politischen Akteure, verschiedene Politikfelder und der Entscheidungsprozess im politischen System Deutschlands dargestellt. Details zum Buch finden sich auf der Webseite des Verlages. Dort k√∂nnen auch das Inhaltsverzeichnis und einige Proobeseiten heruntergeladen werden. In unserer Fachbereichsbibliothek auf dem Steintorcampus verf√ľgen wir √ľber das Werk in der elften Auflage von 2010. Die zw√∂lfte Auflage ist bestellt und sollte in wenigen Wochen, also p√ľnktlich zum Beginn des neuen Wintersemesters, ausleihbar sein.

Klaus von Beyme: „Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einf√ľhrung“, VS-Verlag, Wiesbaden, 12. Azflage 2016, 492 Seiten, Listenpreis: 39,99 Euro (√ľber die Webseite des Verlages derzeit f√ľr 23,99 Euro erh√§ltlich).

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Neuerscheinung im Nomos-Verlag: „Handbuch zur deutschen Europapolitik“

Au√üenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium

In diesen Tagen erscheint im Nomos-Verlag das von Katrin Böttger und Mathias Jopp herausgegebene Handbuch zur deutschen Europapolitik. Es befasst sich laut Verlag mit den Grundlinien und Konzepten deutscher Europapolitik in den wichtigsten EU-Politikbereichen, den innenpolitischen Bestimmungsfaktoren und den bilateralen Beziehungen Deutschlands. Details zum Buch gibt es auf der Internetseite des Verlags.

Katrin Böttger/Mathias Jopp (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Europapolitik, Nomos Verlag, Baden-Baden 2016, 599 Seiten, 58,- Euro.

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Lekt√ľren: „Was ist Populismus?“ von J.-W. M√ľller

Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium

Mit viel Gewinn lese ich derzeit das kleine B√§ndchen „Was ist Populismus?“ des Politikwissenschaftlers Jan-Werner M√ľller. M√ľller lehrt derzeit Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University (New Jersey). M√ľller nimmt, wie auf der Verlagsseite zu lesen ist, „aktuelle Entwicklungen zum Ausgangspunkt, um eine Theorie des Populismus zu skizzieren und Populismus letztlich klar von der Demokratie abzugrenzen. Seine Thesen helfen zudem, neue Strategien in der Auseinandersetzung mit Populisten zu entwickeln“. Die wesentlichen Ideen seines Buches skizzierte M√ľller bereits k√ľrzlich in einem Gastbeitrag f√ľr die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der hier nachgelesen werden kann. Details zum Buch gibt es hier. Rezensionen des Buches finden sich zum Beispiel im Deutschlandfunk und in der S√ľddeutschen Zeitung.

Jan-Werner M√ľller: „Was ist Populismus?“, broschiert, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2016, 160 Seiten, 15,00 Euro.

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„Pr√§sidentielle Demokratie“ – f√ľr den Schulunterricht

Au√üenpolitik, Lekt√ľren, Politikwissenschaft, Studium, US-Politik, US-Wahl 2016

Im Wochenschau-Verlag ist k√ľrzlich anl√§√ülich der bevorstehenden US-Pr√§sidentschaftswahl 2016 ein Heft (Reihe „Politik und Wirtschaft unterrichten“) zum Thema „Pr√§sidentielle Demokratie“ erschienen. Bevorzugt richtet sich das Heft an Sch√ľlerinnen und Sch√ľler in der Sekundarstufe II, ist aber sicher nicht nur f√ľr Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch f√ľr Studierende der Politikwissenschaft interessant. Nach einem Vergleich demokratischer Regierungssysteme (insbesondere wird hier Bezug auf das parlamentarische Regierungssystem der Bundesrepublkik Deutschland genommen) wird im Hauptteil das politische System der Vereinigten Staaten im Detail vorgestellt und anhand aktueller Themen wie ObamaCare, dem konkreten Verh√§ltnis von Pr√§sident und Kongress und der Bedeutung und der Konsequenzen des „divided government“ illustriert. In einem weiteren Kapitel stehen die Pr√§sidentschaftswahlen sowie deren Finanzierung im Mittelpunkt. Details zum Heft gibt es hier.

Peter Massing: „Politik und Wirtschaft unterrichten: Pr√§sidentielle Demokratie“, 67. Jahrgang, Nr. 1 (Januar/Februar 2016), 28 Seiten, 11,40‚ā¨.

Bilinguale Ausgabe:
Marlies Lindemann, Annika L√ľchau: „The U. S. Presidential Elections“, 2016, 24 Seiten, 5,70‚ā¨.

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