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22. Nov 2016

Vorwahlen in Frankreich: au revoir, Nicolas Sarkozy

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Es ist ein Experiment – und zumindest aus Sicht der Wähler ist es erfolgreich: zum ersten Mal lassen die Gaullisten in Frankreich ihren Präsidentschaftskandidaten per Vorwahl bestimmen. Insgesamt fast vier Millionen Bürgerinnen und Bürger haben sich am Sonntag in der ersten Runde der Vorwahl beteiligt – übrigens nicht nur Parteimitglieder. Jede Französin, jeder Franzose konnte gegen die Unterzeichnung eines Bekenntnisses zu den „Werten der Republik“ und der Zahlung von zwei Euro an der Vorwahl teilnehmen. Und das Ergebnis ist überraschend: der frühere Präsident Nicolas Sarkozy, der in der Präsidentschaftswahl von 2012 nur knapp am Sozialisten Francois Hollande gescheitert war, muss auf seine Revanche verzichten: er wurde mit knapp 21 Prozent der Stimmen nur Dritter und schied damit aus. Konsequenterweise hat er noch vor Bekanntgabe des Endergebnisses seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt. Überraschenderweise hat der frühere Premierminister Francois Fillon entgegen anderslautender Umfragen mit 44 Prozent die meisten Stimmen bekommen, Alain Juppe, ebenfalls ein früherer Premierminister, landete mit etwa 28 Prozent auf dem zweiten Platz. Diese beiden Kandidaten treten am kommenden Sonntag in einer Stichwahl gegeneinander an. Ob der amtierende Präsident Hollande im nächsten Jahr erneut antritt, ist derzeit noch offen. Für Furore sorgte zuletzt Emmanuel Macron, der vor wenigen Wochen erst als Wirtschaftsminister zurückgetreten war, um sich auf die Vorbereitung seiner Präsidentschaftskandidatur konzentrieren zu können. Michaela Wiegel kommentiert die Vorwahl in der Frankfurter Allgemeinen, Sascha Lehnartz kommentiert in der WELT. Annika Joeres porträtiert den „neuen Thatcher“ Fillon auf ZEIT Online. Und Barbara Kostolnik fragt sich auf Tagesschau.de, was Angela Merkel von Francois Fillon lernen kann.

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