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22. Mai 2022

Aktueller Lektüretipp: „Entscheidung in Kiew“ von Karl Schlögel

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Seit Monaten wird auf und in zahlreichen Kanälen umfangreich über den aktuellen Krieg Russlands gegen die Ukraine berichtet. An dieser Stelle soll dagegen ein Buch empfohlen werden, das den aktuellen Krieg in einem größeren Kontext verortet und eher grundsätzliche Aspekte des Themas aufgreift. Das Buch „Entscheidung in Kiew“ des Osteuropahistorikers Karl Schlögel beginnt mit den folgenden Sätzen: „Wir wissen nicht, wie der Kampf um die Ukraine ausgehen wird; ob sie sich gegen die russische Aggression behaupten oder ob sie in die Knie gehen wird, ob die Europäer, der Westen, sie verteidigen oder preisgeben wird; ob die Europäische Union zusammenhalten oder auseinanderfallen wird. Nur so viel ist gewiss: Die Ukraine wird nie mehr von der Landkarte in unseren Köpfen verschwinden.“ Was angesichts des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine hoch aktuell klingt, stammt in Wahrheit aus dem Jahr 2015. Geschrieben hat Schlögel dieses Buch nach der Annexion der Krim durch Vladimir Putin. Das Zitat zeigt, dass der aktuelle Krieg bereits seit vielen Jahren geführt wird, nämlich im äußersten Osten der Ukraine. Schlögel zählt zu den bekanntesten Osteuropahistorikern der Republik, hat nach der Wiedervereinigung entsprechende Lehrstühle an den Universitäten Konstanz und Frankfurt/Oder innegehabt und ist spätestens seit Ende Februar 2022 als gefragter Experte im medialen Dauereinsatz. In diesem Buch bleibt er seinem oft eingeübten Verfahren treu: ausgehend von konkreten Orten, die Schlögel bereist, auf allgemeine, grundsätzlichere Aspekte eines Themas zu kommen. Details zum Buch (einschließlich einer Leseprobe) sind hier zu finden. In naher Zukunft wird das Buch übrigens einschließlich eines neuen Vorwortes als aktualisierte Neuauflage erscheinen.

Warum auch das entsprechende, kürzlich veröffentlichte Hörbuch „Entscheidung in Kiew“ sehr empfehlenswert ist, hat Alexander Kosenina vor wenigen Tagen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung begründet. Die entsprechende Rezension („Das sollten alle Politiker hören auf ihrer Zugfahrt in die Ukraine“) ist hier zu finden (und kann über die VPN-Verbindung der MLU im Volltext abgerufen werden).

Über Michael Kolkmann

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