Zusammen mit seinem Kollegen Carl Bernstein war Bob Woodward in den frühen siebziger Jahren ein junger Reporter bei der Washington Post – und wurde mit den Enthüllungen rund um den Watergate-Skandal zur journalistischen Legende. Über diesen Skandal hat er mehrere Bücher geschrieben, sein wichtigstes („All the President’s Men“) ist später mit Robert Redford und Dustin Hoffmann in den Hauptrollen verfilmt worden (auf deutsch: „Die Unbestechlichen“). Anschließend gab es kaum einen Präsidenten, über den Woodward kein Buch geschrieben hätte (Bernstein dagegen hat sich zum Beispiel publizistisch mit Hillary Clinton befasst). Anfang dieser Woche ist nun das mit „Fear“ betitelte neue Buch von Woodward erschienen, und im Mittelpunkt dieses Buches steht der aktuelle US-Präsident Donald Trump. In den letzten Tagen ist sowohl in amerikanischen als auch in deutschen Medien breit über das Buch berichtet worden, eine ausführliche Zusammenfassung findet sich auf den Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (und zwar hier).
14. Sep. 2018
Seminar zum Europäischen Parlament mit Exkursion im WiSe 2018/19
Finanz- und Währungskrise, Brexit, Migrationsbewegungen, Rechtspopulismus – wie kann parlamentarisch auf diese Herausforderungen reagiert werden?
Dr. Benjamin Höhne, stellvertretender Leiter des Instituts für Parlamentarismusforschung (IParl) und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft, hält im kommenden Wintersemester ein Masterseminar zum Europäischen Parlament, das Teil des Moduls Parlamentarismus in Theorie und
Praxis ist. Um realitätsnahe Einblicke zu erhalten, beinhaltet das Seminar eine Exkursion nach Straßburg, bei der mit Vertretern aus Wissenschaft, Medien und politischer Praxis diskutiert wird. Die Exkursion findet vom 12.-15. November 2018 statt. Die Reise nach Straßburg erfolgt von Halle mit dem Bus. Die Teilnahmegebühr liegt bei 100 Euro und deckt neben den Reisekosten die Kosten für die Unterkunft in einem Hotel sowie Verpflegung ab. Es stehen 27 Plätze zur Verfügung. Anmelden kann man sich ab sofort über StudIP. Die konstituierende Sitzung ist am 17. Oktober 2018 von 14.15 bis 15.45 Uhr im Anhalter Zimmer über der Burse „Zur Tulpe“.
13. Sep. 2018
Neuerscheinung: „Weimarer Verhältnisse“?
„Ist Sand ins Getriebe der deutschen Demokratie geraten? Welche Entwicklungen bieten Anlass zur Sorge? Gibt es tatsächlich historische Parallelen zur Weimarer Republik, etwa mit Blick auf das Parteiensystem,die wirtschaftliche Situation, die Medien, das Wählerverhalten, die politische Kultur?“ Diese Fragen thematisiert ein soeben bei der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) erschienenes Buch. Details und die Bestellmöglichkeit sind hier zu finden.
Andreas Wirsching/Berthold Kohler/Ulrich Wilhelm (Hrsg.): „Weimarer Verhältnisse? Historische Lektionen für unsere Demokratie“, 120 Seiten, Erscheinungsdatum: 11.09.2018, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10202.
11. Sep. 2018
Restplätze bei ERASMUS zu vergeben
Für das Studienjahr 2018/19 sind spontan und kurzfristig, insbesondere für das Sommersemester 2019, noch einzelne ERASMUS-Studienplätze zu vergeben. Eine Übersicht unserer Partner-Universitäten finden Sie hier. Bitte senden Sie bei Interesse einen tabellarischen Lebenslauf sowie eine Notenübersicht an mich (michael.kolkmann@politik.uni-halle.de). Bitte geben Sie dabei an, für welche Universität (plus Zweitwunsch) Sie sich interessieren. Deadline ist Freitag, der 14. September 2018.
11. Sep. 2018
Das „Enchi“ ist wieder da
Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, wie es so schön heißt – er will (sich) dabei auch unterhalten. Da ist es eine gute Neuigkeit, dass ab sofort das Enchilada am Halleschen Universitätsring, bei Studierenden wie Dozenten/innen gleichermaßen beliebt, wieder geöffnet hat. Vor einigen Monaten war es kurzfristig und aufgrund der Insolvenz der vorherigen Betreiber geschlossen worden, jetzt stehen unter neuer Leitung die Türen wieder täglich ab 18 Uhr (außer sonntags) offen. Die Mitteldeutsche Zeitung hat die Details.
10. Sep. 2018
Nach der Wahl in Schweden
Die Sozialdemokraten haben die gestrige Parlamentswahl in Schweden gewonnen. Das kommt nicht allzu überraschend, schließlich haben sie in der Nachkriegszeit schon häufig die Regierung gestellt. Mit Spannung wurde allgemein das Ergebnis der rechtspopulistischen Schwedendemokraten erwartet, die am Ende nicht so stark wie vorausgesagt abschneiden konnten. Einer der Trends, die die Wahl offenbart hat, ist, dass in vielen Ländern etablierte Strukturen der Parteiensysteme ins Wanken geraten. Große (Volks-)Parteien verlieren Wähler (und Mitglieder), kleinere Parteien gewinnen hinzu. Trotz des Sieges bei der Wahl verfügen die Sozialdemokraten aktuell über keine handlungsfähige Regierungsmehrheit, so dass schwierige Gespräche bevorstehen. Ergebnisse im Detail gibt es hier und hier. Matthias Wyssuwa überlegt in der FAZ, wie mit den Schwedendemokraten umgegangen werden sollte (hier). Und Dietmar Pieper argumentiert auf SPIEGEL Online, dass erst die Ausgrenzung der Schwedendemokraten durch die Mittbewerber diese Partei erst stark gemacht hat (hier).
6. Sep. 2018
Bundeszentrale für politische Bildung sucht Volontär/in
Für ihre Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ sucht die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) in Bonn zum 1. März 2019 eine/n Volontär/in. Die detaillierte Ausschreibung findet sich hier.
4. Sep. 2018
Mr Kavanaugh goes to Washington
Wenn am heutigen Dienstag im amerikanischen Senat die Anhörung des von US-Präsident Donald Trump für den Supreme Court nominierten Richters Brett Kavanaugh beginnt, erwartet Washington das Spektakel des Jahres. Warum das so ist, was in der viertägigen Anhörung zu erwarten sein dürfte und warum der Supreme Court immer stärker als politisches Werkzeug fungiert – darüber schreibt Marc Pitzke auf Spiegel Online (mehr zur Anhörung hier).
3. Sep. 2018
Rudy Giuliani: Abstieg eines (früheren) Helden
Seit vielen Jahren ist der New Yorker für seine langen, detaillierten politischen wie gesellschaftlichen Porträts bekannt. In der aktuellen Ausgabe widmet sich Jeffrey Toobin dem Politiker und Anwalt Rudy Giuliani, der zu den schillerndsten Akteuren der politischen Szene in Washington zählt. Während der Terroranschläge vom 11. September 2001 fungierte er als Bürgermeister von New York City und wurde durch seine beherzte Reaktion zum Helden („America’s Mayor“). Kurz zuvor, im Jahre 2000, hatte er sich bereits für den Senatssitz des Bundesstaates New York in Washington beworben (Gegenkandidatin: eine gewisse Hillary Clinton), bevor er wenige Monate vor der Wahl aufgrund einer Erkrankung sowie Enthüllungen über sein Privatleben von der Kandidatur zurücktrat. Im Jahre 2008 kandidierte er für die Republikanische Partei für das Amt des Präsidentschaftskandidaten, nur um nach wenigen Vorwahlen erkennen zu müssen, dass er keine Chance auf eine Nominierung haben würde. Stattdessen unterstützte er im weiteren Verlauf des Wahlkampfes seinen früheren Konkurrenten John McCain. Danach verschwand Giuliani in der (politischen) Versenkung. Im Januar 2017 schließlich machte ihn US-Präsident Donald Trump zu seinem Cyber-Sicherheitsberater, und seit einigen Monaten arbeitet Giuliani nun als oberster Anwalt für Trump und legt dabei nach Meinung vieler Beobachter ein eher erratisches Verhalten an den Tag: sei es, dass er im Live-Fernsehen behauptet, dass „die Wahrheit nicht die Wahrheit“ sei; sei es, dass er den Äußerungen und Positionen des Präsidenten und seiner übrigen Berater direkt und öffentlich widerspricht, etwa in Bezug auf die Russland-Ermittlungen des früheren FBI-Chefs Robert Mueller. Der sehr ausführliche, aber unbedingt lesenswerte Artikel von Toobin ist hier zu finden. In ein ähnliches Horn stieß übrigens vor einigen Tagen die WELT („Der überschätzte Held“), und zwar hier (leider nicht frei online).
3. Sep. 2018
Lektüren: Abschied vom „Pathos der Nüchternheit“?
Einen eher ungewöhnlichen, aber gleichwohl hochspannenden Zugang zur Arbeit von Bundeskanzler(inne)n und Präsidenten wählt Knut Bergmann in seinem aktuellen Buch und schreibt damit eine höchst lesenswerte Kulturgeschichte der Bundesrepublik: er schreibt nämlich darüber, wie diese Akteure Wein und Sekt auf Staatsbanketten eingesetzt haben, um damit ganz bestimmte Bilder und Botschaften zu transportieren. Auf der Verlagsseite heißt es: „‚Wir haben auch Champagner‘, lautete eine journalistische Bilanz des ersten Jahres von Walter Scheel als Bundespräsident. Ist es möglich, dass es zum Wohle des Staates offiziell keinen heimischen Wein gegeben haben sollte? Dieser Frage und dem Verhältnis von Wein und Staat, Protokoll und Politik geht Knut Bergmann vor allem anhand der Staatsbankette der Bundesrepublik Deutschland nach. Er wirft einen Blick in die Gläser, auf die Teller und hinter die Kulissen des Staatstheaters und erforscht die vom ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss in Sachen Staatsrepräsentation formulierte Maßgabe vom ‚Pathos der Nüchternheit‘. Der Wein und darüber hinaus das Essen samt der Tischkultur wie das Zeremoniell, spiegeln einen Teil der Kulturgeschichte unseres Landes wider: Mit Wein lässt sich Staat machen.“ Details zum Buch gibt es hier. Der Autor ist von Hause aus Politikwissenschaftler und mit einer Arbeit über den Bundestagswahl von 1998 promoviert worden. Später arbeitete er u. a. als Grundsatzreferent im Bundespräsidialamt und als Redenschreiber für den Bundestagspräsidenten.