Nachdem bereits vor einigen Wochen erste Kurzanalysen der Ergebnisse der Bundestagswahl vom 26. September 2021 erschienen sind (Details zum Beispiel hier), ist nunmehr eine erste ausführliche politikwissenschaftliche Analyse der Wahl erschienen. In diesem Beitrag beleuchtet der Bonner Politikwissenschaftler Patrick Horst die Ausgangsbedingungen der Wahl, beschreibt detailliert den Wahlkampf einschließlich einer Betrachtung der TV-Trielle und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und diskutiert die wichtigsten Ergebnisse. Zu seinen zentralen Befunden zählt Horst eine starke Personalisierung der Wahl, eine ausgeprägte Volatilität im Wählerverhalten sowie eine Reihe denkbarer und notwendiger Reformen mit Blick auf Wahlsystem und Medienformate im Wahlkampf.
„Die Geschichte der Bundesrepublik ist auch eine Geschichte der Zivilgesellschaft“, konstatiert der Politikwissenschaftler Edgar Grande in der Einleitung des von ihm (mit)herausgegebenen Bandes „Zivilgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland“. Auf der Verlagswebseite heißt es über das Buch: „Die Beiträger*innen des Bandes aus Wissenschaft, Politik und Praxis nehmen zivilgesellschaftliche Schlüsselakteure wie Gewerkschaften, soziale Bewegungen und Kirchen in den Blick und fragen nach ihrer Rolle in den Aufbruch- und Umbruchphasen der Bundesrepublik. Denn der wirtschaftliche Wiederaufbau, die gesellschaftliche Demokratisierung, die ‚Wiedervereinigung‘, die Entwicklung zur Migrationsgesellschaft und die Herausforderungen der Corona-Pandemie sind ohne den aktiven Beitrag der Zivilgesellschaft nicht zu verstehen.“
Hier gibt es das Buch in einem „open access“-Format. Eine ausführliche Rezension des Bandes findet sich auf den Seiten des PW-Portals.
Am 19. Oktober 2021 ist das Buch „Amerikas Gotteskrieger. Wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet“ der Autorin Annika Brockschmidt erschienen. Darin zeichnet Brockschmidt die Geschichte der heutigen Religiösen Rechten in den Vereinigten Staaten seit 1960 nach und fokussiert insbesondere auf die Jahre unter Donald Trump, auch wenn es auf der Verlagsseite heißt: „Trumps Niederlage war nicht das Ende der Religiösen Rechten in den USA – genauso wenig, wie seine Präsidentschaft ihr Beginn war.“ Details zum Buch sowie eine Leseprobe sind hier abrufbar.
Am 27. Oktober 2021 liest die Autorin auf einer gemeinsam von der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz sowie der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz ausgerichteten Veranstaltung aus ihrem Buch. Die Veranstaltung findet online statt. Alle Informationen zum Event sowie eine Anmeldemöglichkeit sind hier zu finden.
Für den 28. Oktober 2021 um 19:00 Uhr organisiert die Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa e.V. (GFPS), ein privater, als gemeinnützig anerkannter Verein, der sich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie für die Völkerverständigung einsetzt, eine Lesung, die der Situation in Belarus gewidmet sein wird. Zu Gast wird die Osteuropa-Korrespondentin der ZEIT, Alice Bota, sein, um über ihr neues Buch „Die Frauen von Belarus“ zu diskutieren. Die Lesung wird von Frau Dr. Paulina Gulinska-Jurgiel vom Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg moderiert. Stattfinden wird die Veranstaltung in der Volksbühne am Kaulenberg, Kaulenberg 1, 06108 Halle (Saale). Der Eintritt ist kostenlos.
Ziemlich genau ein Jahr nach der Wahl Joe Bidens zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten versucht die Konrad-Adenauer-Stiftung Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Veranstaltung in Magdeburg am 2. November 2021 (18:00 bis 19.30 Uhr) eine politische Bilanz dieses vergangenen Jahres zu ziehen und fragt nach der Zukunft des transatlantischen Verhältnisses. Gesprächspartner der Runde sind Stephen Gerhard Stehli MdL (CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt), Dr. Christoph von Marschall (Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Tagesspiegels in Berlin), Dr. Lars Hänsel (Leiter des Teams Europa/Nordamerika in der Hauptabteilung für Europäische und Internationale Zusammenarbeit in der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.) und Dr. Reinhard Grütz (Akademiedirektor Katholische Akademie des Bistums Magdeburg). Nähere Informationen zum Programm sowie zu den Anmeldemodalitäten finden sich hier.
Der Journalist Oliver Wurm hat bereits die Bibel sowie das Grundgesetz in Form eines Printmagazins gegossen – jetzt ist die Kanzlerin dran: auf 124 Seiten wird im Rahmen des neuen Projekts von Wurm ein detailliertes Porträt von Bundeskanzlerin Angela Merkel gezeichnet, indem 16 Autorinnen und Autoren anhand jeweils eines Schlagwortes ihr Leben und Wirken thematisieren (zum Beispiel „Die Physikerin“, „Neuland“, „Eilmeldungen“ oder „Stil“). Erhältlich ist das Heft einschließlich eines Stickerbogens (!) im gut sortierten Zeitschriftenhandel sowie online.
An der Graduate School of North American Studies der Freien Universität Berlin sind ab dem akademischen Jahr 2022/23 für die Laufzeit von drei Jahren drei Doktorandenplätze zu vergeben. Darüber hinaus sind sieben weitere Plätze für Doktoranden ausgeschrieben, die bereits eine Förderung von anderer Seite, etwa durch politische Stiftungen, erhalten. Alle Informationen zum Programm sowie zu den Bewerbungsmodalitäten sind hier zu finden.
In den kommenden Tagen erscheint die Printausgabe von Heft 3/2021 der Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), die elektronische Version ist bereits jetzt über unsere Universitätsbibliothek verfügbar. Im aktuellen Heft finden sich Analysen der Landtagswahlen aus dem Frühjahr bzw. -sommer, nämlich in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfelz und Sachsen-Anhalt (letztere aus der Feder der Halleschen Politikwissenschaftlerin Kerstin Völkl). Darüber hinaus befasst sich ein Artikel mit einer empirischen Wähleranalyse der PARTEI im Kontext der Europawahl 2019, ein anderer Beitrag thematisiert Defizite deskriptiver Repräsentation bei der Wahl der Bundespräsidenten, und auch aufgegriffen wird die Rolle des sächsischen Landtags in der Debatte rund um die Digitalisierung in den Schulen des Bundeslandes. Gleich zwei Aufsätze widmen sich den Plenardebatten im Deutschen Bundestag: zum einen geht es um „Oppositionsverhalten in den Plenardebatten zum Migrationspakt: der ’neue Dualismus‘ auf dem Prüfstand“, zum anderen geht es um „Plenardebatten als Spiegel sich wandelnder Diskurskoalitionen“ im Kontext des Zusammenhangs von Ökologie und Ökonomie seit dem Jahre 1977. Abgerundet wird das Heft wie immer von einer Reihe aktueller Rezensionen.
Insgesamt 735 Abgeordnete sind am 26. September 2021 in den mittlerweile 20. Deutschen Bundestag eingezogen, darunter zahlreiche Neulinge. Wie ist es ihnen in ihrer ersten Woche in Berlin ergangen? Welche Termine standen auf der Agenda? Und wie und wo lernt man, was es heißt, „Abgeordnete(r) zu sein“? Der FAZ-Journalist Peter Carstens hat in den Tagen nach der Wahl den neu gewählten Abgeordneten Jan Dieren aus Moers begleitet und stellvertretend für viele andere Abgeordnete beobachtet, wie die neuen Parlamentsmitglieder ihren Start in und um das Berliner Reichstagsgebäude erlebt haben. Nachzulesen ist der Artikel hier (leider nicht frei online), über unsere Universitätsbibliothek kann der Beitrag in elektronischer Form im Volltext abgerufen werden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nur noch wenige Wochen, maximal Monate im Amt sein. Spätestens mit ihrem Abschied von der Macht richtet sich das politikwissenschaftliche Interesse verstärkt darauf, was sie politisch erreicht und wie sie regiert hat. Im Wintersemester 2021 wird es im Lehrbereich Regierungslehre zum Beispiel eine ganze Lehrveranstaltung zur „Ära Merkel“ geben, in der versucht werden soll, eine vorläufige Bilanz ihrer Kanzlerschaft zu ziehen. Für die Webseite der Zeitschrift „politik+kommunikation“ hat Günter Bannas, der frühere Leiter der politischen Abteilung des Hauptstadtbüros der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, einige zentrale Bestimmungsfaktoren ihres Wirkens zusammengefasst. Hier ist ist der Artikel zu finden.