Inzwischen ist seit der Wahl von Donald Trump zum neuen amerikanischen Präsidenten einige Zeit vergangen, da empfiehlt es sich, über die tagesaktuelle Berichterstattung (zum Beispiel hier, hier und hier) hinaus die Frage nach den Konsequenzen zu stellen und die Wahl in einen größeren Kontext zu stellen. Auf diesen Seiten ist bereits auf das Buch Trumpland von Walter Niederberger hingewiesen worden.
Ein anderes, ebenfalls sehr lesenswertes Buch hat der Politikwissenschaftler Torben Lütjen kürzlich veröffentlicht. Unter dem Titel „Partei der Extreme: Die Republikaner. Über die Implosion des amerikanischen Konservativismus“ skizziert er die Geschichte der Republikanischen Partei bis in das Wahljahr 2016 hinein (Details zum Buch hier). In einem Gastbeitrag für Spiegel Online hat Lütjen kurz vor der Wahl am 8. November 2016 das Verhältnis von Trump und der Republikanischen Partei kommentiert.
Den Abstieg der amerikanischen Wirtschaft über die vergangenen vierzig Jahre hat in einem umfangreichen Buch George Packer beschrieben. Dabei verwebt er diese Entwicklungen geschickt mit den Biografien bekannter wie unbekannter Amerikaner und Amerikanerinnen. Das Buch hat 2013 den National Book Award gewonnen. Rezensionen des Buches finden sich in der ZEIT und in der Süddeutschen Zeitung. Details (und eine Leseprobe) gibt es hier.
Der Direktor der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, formuliert schließlich hier fünf Thesen, mit denen sich Forschung und Politik nun befassen müssen.
21. Nov. 2016
Nach der US-Wahl: Donald Trump ante portas
21. Nov. 2016
TV-Tipp: „Whistleblower – Die Einsamkeit der Mutigen“
In der ARD läuft heute abend um 22:45 Uhr eine Dokumentation über Whistleblower. Edward Snowden mag der derzeit bekannteste Whistleblower der Welt sein – aber es gibt sie in ganz verschiedenen Kontexten, und angetrieben werden sie in der Regel von ganz unterschiedlichen Motiven. Sebastian Bellwinkel hat drei Whistleblower begleitet und darüber einen Film gedreht. Bereits jetzt ist die Dokumentation in der Mediathek der ARD zu sehen und kann noch bis zum 21. November 2017 abgerufen werden. Alle Details zum Film gibt es hier.
3. Nov. 2016
TV-Tipp: „Barack Obama – die unvollendete Präsidentschaft“
Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich derzeit – unter anderem – auf die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016. Das ZDF zieht kurz vor der Wahl eine Bilanz der im Januar zu Ende gehende Präsidentschaft von Barack Obama. Dabei wird insbesondere darauf geschaut, mit welchen Ideen und Vorstellungen Obama 2008 angetreten war und was er davon in seiner Zeit im Weißen Haus einlösen konnte. Die Dokumentation läuft heute abend um 23:15 Uhr im Hauptprogramm, danach ist der Film für einige Monate in der Mediathek zu sehen, und zwar hier.
3. Nov. 2016
Weitere Lehrveranstaltungen eingerichtet
Aufgrund der großen Nachfrage hat der Lehrbereich Regierungslehre und Policyforschung im laufenden Wintersemester 2016 weitere Veranstaltungen eingerichtet. Im Basismodul Regierungslehre gibt es ab sofort die zusätzlichen Übungen 8 (montags 12-13 Uhr) und 9 (13-14 Uhr). Beide Übungen finden im Seminarraum 16 in der Ludwig-Wucherer-Str. 2 statt. Montags von 14 bis 16 Uhr gibt es ein weiteres Seminar im Aufbaumodul Regierungslehre. Es beschäftigt sich mit Grundfragen der politischen Kommunikation und findet in Hörsaal D [Mel] statt. Alle genannten Veranstaltungen werden von Katja Berg geleitet. Die Eintragung in die Übungen und das Seminar ist ab sofort im Stud.IP möglich.
1. Nov. 2016
Neuerscheinung zur anstehenden US-Wahl: „Hillary. Ein Leben im Zentrum der Macht“
Rechtzeitig zur anstehenden US-Wahl hat die Journalistin Dorothea Hahn eine sehr lesenswerte, weil kompakte und gut geschriebene Biographie über die demokratische Bewerberin Hillary Clinton vorgelegt. Auf knapp 240 Seiten schildert sie die wesentlichen Karrierestationen Hillarys, die bis in die frühen siebziger Jahre zurückreichen. Besonders interessant und aufschlussreich sind dabei die ersten Kapitel ausgefallen, in denen es um die familiären, politischen, gesellschaftlichen und religiösen Prägungen Hillarys geht. Die letzten Kapitel – etwa zu ihrer Zeit als US-Senatorin und Außenministerin – sind dagegen recht knapp ausgefallen. Nach der Lektüre bleibt der Eindruck zurück, dass es wohl noch niemals zuvor eine/n derart gut auf das Amt vorbereitete Kandidaten/in gegeben hat. Fraglich ist zum heutigen Zeitpunkt höchstens, ob sie die Chance bekommen wird, diese Erfahrungen in das neue Amt einbringen zu können, denn in den letzten Tagen vor der Wahl am 8. November 2016 scheint das Rennen wieder deutlich enger zu werden, als das viele Beobachter erwartet haben. Details zum Buch (inklusive einer Leseprobe) finden sich hier.
Einen etwas anderen Schwerpunkt legt die neue Ausgabe der Zeitschrift Der SPIEGEL Biografie. Auch hier wird auf Leben und Wirken Hillary Clintons (und ihres Ehemanns, des Präsidenten Nr. 42) zurückgeblickt, allerdings geschieht dies vor allem in Original-Artikeln aus dem SPIEGEL. Auf diese Weise kann man sich zurückversetzen in die in Arkansas verbrachten Jahre, in die 1992er Wahl, in ihre Zeit als First Lady (etwa während des Impeachment-Prozesses gegen ihren Mann) und auf die in den Vorwahlen von 2008 an Barack Obama gescheiterte Kandidatin in ihrem ersten Versuch, die demokratische Präsidentschaftskandidatur zu erobern.
1. Nov. 2016
Ein Blick in die Zukunft der Uni-Bibliothek
Seit einem guten halben Jahr ist Anke Berghaus-Sprengel die Leiterin der Universitätsbibliothek der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In einem Beitrag für die Uni-Zeitschrift Scientia Hallensis skizziert sie die größten Herausforderungen der Unibibliothek, d.h. vor allem die fortschreitende Digitalisierung, und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Bibliothek. Der Beitrag kann in einer Online-Version hier abgerufen werden.
17. Okt. 2016
Bundestagspräsident Norbert Lammert tritt 2017 nicht erneut zur Wiederwahl an
Ich gebe offen zu, dass ich ein großer Fan von Bundestagspräsident Norbert Lammert war und bin – um so bedauerlicher finde ich seine heute kommunizierte Entscheidung, zur nächsten Bundestagswahl nicht erneut antreten zu wollen. Nicht nur führte er die Bundestagsdebatten mit Witz und Ironie (man denke nur an seine Scharmützel mit Gregor Gysi, nachzuschauen hier und hier oder seine launige Eröffnungsrede des 17. Bundestages, und zwar hier; weitere Highlights hier), sondern stets pochte er auf die Bedeutung des Parlaments, gerade gegenüber der Regierung. „Nicht die Regierung hält sich ein Parlament, sondern das Parlament bestimmt und kontrolliert die Regierung“, lautet eine seiner oft wiederholten Mahnungen. Zuletzt stritt er beherzt – aber ohne Erfolg – für eine Wahlrechtsrefom, die eine mögliche Aufblähung des Bundestages auf bis zu mehr als 700 Abgeoirdnete verhindern sollte (vgl. hier und hier)
17. Okt. 2016
Mit Karamba in den Bundestag
„Mit Karamba in den Bundestag“ – Karamba Diaby aus Halle (Saale) hatte bei der Bundestagswahl 2013 sicherlich den mit Abstand besten Spruch aller Kandidatinnen und Kandidaten auf seinen Plakaten zu stehen. Seit September 2013 sitzt Diaby nun im Bundestag und ist stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe sowie Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Mit genau dem erwähnten Spruch hat er ein in der vergangenen Woche publiziertes Buch betitelt, in dem er über seine Erfahrungen in Deutschland und insbesondere in der Politik berichtet. Am 27. Oktober 2016 stellt Diaby sein Buch in der Thalia-Buchhandlung am Halleschen Marktplatz vor (Details hier).
Karamba Diaby (mit Eva Sudholt): „Mit Karamba in den Bundestag. Mein Weg vom Senegal ins deutsche Parlament“, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg, 224 Seiten, 20,00 Euro (als E-Book 15,99), ISBN: 978-3-455-50420-0.
17. Okt. 2016
Aktuelle Neuerscheinungen zur US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016
Vor wenigen Tagen hat die Bundeszentrale für politische Bildung ihr Herbstprogramm veröffentlicht – und unter den aktuellen Neuerscheinungen finden sich gleich mehrere Bücher zur gegenwärtigen amerikanischen Politik (rechtzeitig vor der US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016).
Die beiden Politikwissenschaftler Tobias Endler und Martin Thunert werfen in ihrem Buch „Entzaubert“ einen Blick auf die im Januar 2017 zu Ende gehende Obama-Präsidentschaft und untersuchen sowohl innere Entwicklungen in den Vereinigten Staaten („Wählerschaft, Polarisierung und Parteien“, „Demokratie, Ungleichheit und die Entwicklung der Mittelschicht“ sowie „Das Regierungssystem zwischen Selbstblockade, Selbstkorrektur und ‚imperialem‘ Anspruch der Exekutive“) als auch außenpolitische Herausforderungen („Weltmacht auf dem Vormarsch? Der Schwenk nach Asien“, „Konstruktiver Rückzug? Die Rolle der USA im Nahen Osten und der Kampf gegen den Terror“ sowie „Transatlantische Angelegenheiten in globaler Perspektive“).
Christoph von Marschall, der für den Berliner Tagesspiegel tätig ist, entwirft in seinem Buch „Was ist mit den Amis los?“ ein Panorama von Politik und Gesellschaft der Vereinigten Staaten; dabei geht es um die Grundeinstellungen der Amerikaner, eine Bilanz der Obama-Präsidentschaft, der (amerikanischen) Welt nach 9/11 sowie aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen, aber auch um Herausforderungen der Energiewende und einer möglichen Zukunftsperspektive der Weltmacht USA. Seine Ausführungen ergänzt von Marschall häufig durch persönliche Schilderungen aus seiner Arbeit als Korrespondent in Washington, was das Buch kurzweilig und lesenswert macht.
Und in „Angry White Men“ beschäftigt sich der Soziologie-Professor Michael Kimmel mit der Anhängerschaft des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in all ihren Facetten und beschreibt die ökonomischen und sozialen Verschiebungen der letzten Jahrzehnte inklusive des „vermeintlichen Bedeutungsverlusts“ von Teilen der männlichen Bevölkerung (was Kimmel „kränkende Enteignung“ nennt) sowie dessen Konsequenzen.
Nicht bei der Bundeszentrale erhältlich, aber trotzdem lesenswert ist schließlich das Buch „Trumpland“ von Walter Niederberger, in dem der Schweizer Journalist nicht nur die Lebensstationen und die politischen Positionen Trumps vorstellt und erläutert, sondern auch mit einem Blick auf die amerikanische Politik der letzten Jahre fragt, wie eine Kandidatur Trumps überhaupt möglich wurde. Dabei geraten auch die Republikanische Partei und deren Wählerschaft in den Fokus der jederzeit fundierten Analyse.
