Es gibt viele Wege in die Politik – und es gibt viele Wege, mit der Politik auch wieder aufzuhören. Ein großes Thema ist ein solcher Ausstieg in der öffentlichen wie in der wissenschaftlichen Debatte in der Regel nicht, heißt es doch oft, Politik würde süchtig machen. Die TAZ blickt in der heutigen Ausgabe auf zwei Politiker (Stefan Liebich von der Linkspartei und Peter Tauber von der CDU) und zwei Politikerinnen (Daniela Kolbe von der SPD und Katja Suding von der FDP), die bei der nächsten Bundestagswahl bewusst nicht wieder antreten werden. Dabei bietet sich auch ein tiefer Einblick in die Gesetze der Politik und den Alltag eines oder einer Abgeordneten. Nachzulesen ist der Beitrag bei Interesse hier.
28. Dez. 2020
Krimitipp zwischen den Jahren
Es muss nicht immer Fachlektüre sein; zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr darf es auch mal ein Krimi sein. Und wenn das Buch dann noch Bezüge zur Politik aufweist: um so besser! Der Hamburger Journalist Daniel E. Palu (auf Instagram hier) hat kürzlich seinen Erstling „Tod im Alten Land“ vorgelegt, den ich in den vergangenen Tagen geradezu verschlungen habe. Worum geht es? Das Buch bietet „eine spannende Ermittlerstory über alternative Fakten, populistische Parteien – und das Los, Sohn einer italienischen Mutter zu sein [Liebe zum Kaffee inklusive, MK]. Gerade erst ist Gabriele Berlotti zurück in sein Elternhaus im Alten Land gezogen, und schon soll der Hamburger Hauptkommissar mit italienischen Wurzeln im Endspurt der Bürgerschaftswahl einen Journalistenmörder entlarven. Als ein weiterer Mord geschieht, stellen sich ganz neue Fragen: Was sind Fakten – und was Fake News? Berlotti muss an seine persönlichen Grenzen gehen, um den Fall zu lösen“ (wie es auf der Seite des Verlages heißt). Auch wenn man das Alte Land nicht kennt: man möchte es nach der Lektüre dieses Buches gerne kennenlernen. Und erfreulicherweise soll Palu bereits am zweiten Band rund um Hauptkommissar Gabriele Berlotti schreiben. Wir bleiben gespannt.:)

21. Dez. 2020
Neuerscheinung: „In der Männer-Republik“ von Torsten Körner
Fragen von Gleichberechtigung der Geschlechter und deren adäquate Repräsentanz in Parteien und Parlamenten zählen zu den aktuell diskutierten Themen in der Öffentlichkeit wie in der wissenschaftlichen Beschäftigung damit (»Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen sollte« bemerkte die frühere Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel einmal). Der Berliner Autor Torsten Körner ergänzt diese Debatte durch einen historisch orientierten Blik auf die ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik: in seinem neuen Buch „In der Männer-Republik“ beschreibt er das Wirken der Parlamentarierinnen in der Bonner Republik. Neben prominenten Beispielen wie Annemarie Renger oder Rita Süssmuth berücksichtigt Körner, der zuvor bereits Bücher über die Familie Willy Brandt, Franz Beckerbauer und Heinz Rühmann veröffentlicht hat, auch weniger bekannte Vertreterinnen. Auf der Verlagswebseite heißt es: „Im Zentrum dieses Buchs stehen charismatische Frauen, deren politisches Wirken und private Schicksale Auskunft über bis heute unerzählte deutsche Geschichte geben. Protagonistinnen sind Politikerinnen aller Parteien, die sich während der Bonner Republik in der Männerbastion Bundestag durchsetzten. Ihre Lebenswege sind geprägt von politischen und privaten Dramen, denn für ihren Einsatz bezahlten sie mitunter einen hohen persönlichen Preis.“ Eine Rezension des Buches findet sich in der heute neu erschienenen Ausgabe der Zeitung „Das Parlament“. Nähere Informationen zum Buch gibt es auf der Webseite des Verlages. Im Frühjahr 2021 startet im Übrigen in den deutschen Kinos unter dem Titel „Die Unbeugsamen“ ein Film Körners zum gleichen Thema (hier ist ein Trailer abrufbar).
Torsten Körner: In der Männer-Republik. Wie Frauen die Politik eroberten, Verlag Kiepenheuer Witsch, Köln 2020, 368 Seiten, 22 Euro.

17. Dez. 2020
Studie: Internationale Politik unter Pandemie-Bedingungen
Die akuelle Corona-Pandemie stellt nationale und internationale Politik vor vielfältige ungeahnte Herausforderungen. Viele ihrer langfristigen Konsequenzen sind zudem noch bei weitem nicht abzuschätzen. Gleichwohl haben sich Forscherinnen und Forscher der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), deren Aufgabe es ist, Bundestag und Bundesregierung in außenpolitischen Fragen zu beraten, an einer Studie mit dem Titel „Internationale Politik unter Pandemie-Bedingungen“ versucht, in der sie eruieren, was die Pandemie für die Außenpolitik, die Weltwirtschaft und die internationalen Organisationen bedeutet. Die Studie ist hier abrufbar.
15. Dez. 2020
Neuerscheinung zum Bundesrat
Forschungstechnisch steht der Bundesrat, gelegentlich als „Parlament der Oberregierungsräte“ bezeichnet, in der Bundesrepublik Deutschland stets im Schatten des Bundestages. Nun aber ist im NOMOS-Verlag ein umfangreicher Band zum Bundesrat erschienen, der unter anderem über 51.000 Abstimmungen in dessen Ausschüssen aufarbeitet. In unserer Bibliothek ist das Buch bereits verfügbar. Details (sowie eine Leseprobe, die allerdings lediglich aus dem Inhaltsverzeichnis besteht) gibt es hier.
14. Dez. 2020
Neues APuZ-Heft: „Schule“
Nicht nur in der aktuellen Corona-Pandemie stehen schulische Fragen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zu diesem Thema erscheint heute die neue Ausgabe der von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) herausgegebenen Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ)“. Darin wird das Recht auf Bildung aus unterschiedlichen Perpektiven beleuchtet und insbeondere auf aktuelle Herausforderungen der Schulen eingegangen. Abzurufen ist das Heft hier.
10. Dez. 2020
Steffen Mau gewinnt Leibniz-Preis
Das (großartige) Buch „Lütten Klein“ des Berliner Soziologen Steffen Mau, in dem er anhand des gleichnamigen Rostocker Plattenbaugebiets, in dem Mau in den 1970er Jahren aufgewachsen ist, ostdeutsche Transformationsgeschichte beschreibt (und mit dem DDR-Erbe verknüpft), ist auf diesen Seiten mehrfach empfohlen worden (zum Beispiel hier und hier) und kommt auch in der einen oder anderen Lehrveranstaltung zum Einsatz. Soeben wird bekannt, dass Mau zusammen mit neun anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (aber als einziger Sozialwissenschaftler) den Leibniz-Preis gewonnen hat, den vermutlich renommiertesten Wissenschaftspreis der Bundesrepublik. Details gibt es hier.
