Heute wäre der frühere amerikanische Präsident John F. Kennedy 100 Jahre alt geworden. Doch mit dem Attentat am 22. November 1963 in Dallas (Texas) endete die knapp tausendtägige Amtszeit Kennedys vorzeitig. Stärker noch als für seine Politik (man denke etwa an die Kubakrise) wurde er dadurch bekannt, dass er nach den acht Amtsjahren von Präsident Dwight Eisenhower mit Anspielungen auf den „Camelot“-Mythos einen neuen Stil ins Weiße Haus gebracht hat. Hintergründe zur Rolle des Hausfotografen der Kennedys, Jacques Lowe, der viele sehr bekannt gewordene Aufnahmen der Präsidentenfamilie geschossen hat, hat vor einigen Jahren die Neue Zürcher Zeitung publiziert. Anlässlich des heutigen Datums hat das ZDF auf seiner Internetseite ein vielfältiges und interaktives Special zusammengestellt, das hier zu finden ist. Als Lektüre zum Thema kann ich die Studie „Jack Kennedy. Elusive Hero“ von Chris Matthews, die bereits vor einer Reihe von Jahren erschienen ist, empfehlen (siehe Foto). In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fragt Johanna Dürrholz heute unter der Überschrift „Der Anti-Trump“, ob wir den Kennedy-Mythos nicht überhöhen (diese Frage thematisierte bereits gestern Christoph von Marschall im Berliner Tagesspiegel). Und viele Originaldokumente, Ausstellungsstücke und weiterführende Informationen finden sich (auch für Wissenschaftler von Interesse!) in der JFK Presidential Library in Boston. Für sein wichtigstes Zitat halte ich im Übrigen nicht seine oft zitierte Inaugurationsrede („And so, my fellow Americans: ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country“), sondern die Rede, die er wenige Tage vor seinem Tod vor Studierenden des Amherst College am 26. Oktober 1963 gehalten hat. Darin sagte er (zeitlos aktuell!): „The men who create power make an indispensable contribution to the Nation’s greatness, but the men who question power make a contribution just as indispensable, especially when that questioning is disinterested, for they determine whether we use power or power uses us.“
P.S.: seit den 1940er Jahren gab es nur wenige Jahre, in denen kein Kennedy in Washington im Kongress vertreten war. Auch auf Ebene der Bundesstaaten sowie auf lokaler Ebene waren die Kennedys stets politisch aktiv. Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung beleuchtet die heutige Generation der politischen Kennedys, und zwar hier.
29. Mai 2017
Zahl des Tages: 100 Jahre JFK
29. Mai 2017
Halle: Auf den Spuren Georg Friedrich Händels
An den vielen Besuchern aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) hat man es bereits in den letzten Tagen feststellen können: in Halle (Saale) haben wieder die Händelfestspiele begonnen, die im Jahre 1922 erstmals stattgefunden haben und heute als das größte Musikfest Sachsen-Anhalts gelten können. Bis zum 11. Juni 2017 werden insgesamt mehrere Dutzend Konzerte auf die unterschiedlichsten Bühnen gebracht – von der Oper über die diversen Kirchen und Theater der Stadt bis hin zum Abschlusskonzert in der Galgenbergschlucht. Doch wo in Halle kann man die Spuren Händels entdecken? Alexander Schultz von der Mitteldeutschen Zeitung hat sich auf den Weg gemacht und zehn Highlights zusammengetragen, die man hier nachlesen kann.
29. Mai 2017
TV-Tipp: „Wie starb Benno Ohnesorg?“
Am 2. Juni 2017 jährt sich die Erschießung Benno Ohnesorgs durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras zum fünfzigsten Mal. Nach der Tat in der Nähe der Deutschen Oper in Berlin-Charlottenburg, wo Ohnesorg zusammen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen gegen den Besuch des persischen Schahs in Deutschland demonstrieren wollte, gingen in Deutschland tausende Menschen auf die Straßen, um gegen Staat und Politik zu demonstrieren. Dieser Protest war eine wesentliche Grundlage für die sich im folgenden Jahr 1968 entwickelnde Studentenbewegung. Aus Anlass dieses Datums wirft ein Film in der ARD einen näheren Blick auf die genauen Ereignisse des 2. Juni 1967 (lesenswerte Hintergründe zum Thema finden sich übrigens auch im aktuellen SPIEGEL). Alle Informationen rund um die ARD-Dokumentation finden sich hier.
„Wie starb Benno Ohnesorg?“, ein Film von Klaus Gietinger, Margot Overath und Uwe Soukup, ARD, 29. Mai 2017, 23:45 Uhr, 45 Minuten.
23. Mai 2017
Neues APuZ-Heft: „Russland und Deutschland“
Gestern ist das neue Heft der von der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) herausgegebenen Zeitschrift „Aus Politik und Zeitgeschichte“ erschienen. Thema dieser Ausgabe ist das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland. Darin beschreibt Andreas Heinemann-Grüder unter dem Titel „Kalter Krieg oder neue Ostpolitik?“ Ansätze deutscher Russlandpolitik. Gemma Pörzgen erörtert die Gefahr russischer Desinformation im Bundestagswahljahr 2017, Jens Ebert thematisiert „Stalingrad. Gemeinsame Erfahrung, getrenntes Erinnern?“ Manfred Sapper schließlich beschreibt die Osteuropakompetenz in Deutschland („Mehr Expertise wagen“). Das komplette Heft gibt es als Download hier.
18. Mai 2017
Wieder im TV: „Die nervöse Republik“
Bereits vor einiger Zeit lief die Dokumentation „Die nervöse Republik“ von Stephan Lamby über das Verhältnis von Medien und Politik im Fernsehen. Heute abend wiederholt der Fernsehsender Phoenix um 20:15 Uhr die Dokumentation. Anschließend wird um 21:45 Uhr eine sehenswerte Podiumsdiskussion gezeigt, in der Anne Will mit einigen der Protagonisten aus dem Film über ihr Mitwirken sowie auch ganz generell über ihre Arbeit als Politiker oder als Medienschaffende spricht. Und wer die Ausstrahlung der Doku zuvor verpasst haben sollte: um Mitternacht wird die Doku wiederholt. Nähere Informationen (einschließlich weiterer Ausstrahlungstermine) gibt es hier.
17. Mai 2017
Das Erbe der Piratenpartei: was bleibt?
Mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am vergangenen Sonntag ist die Piratenpartei auch aus dem letzten Landesparlament ausgeschieden. Viele ihrer Akteure haben sich längst auf den Weg gemacht, um in den übrigen Parteien oder in anderen Organisationsformen politisch aktiv zu bleiben. Patrick Bauer, der die Partei über ihre gesamte Geschichte hinweg publizistisch begleitet hat, hat kürzlich in einem Artikel für das Magazin der Süddeutschen Zeitung auf die Innovationen und Irritationen der Piratenpartei zurückgeblickt. Nachzulesen ist der Artikel hier.
10. Mai 2017
Der Landtag von Sachsen-Anhalt im Filmporträt
Das Landesparlament von Sachsen-Anhalt produziert für jede Legislaturperiode einen Film über seine Arbeit und seine Aufgaben, so auch nach der Landtagswahl von 2016 geschehen. Der neue Film richtet sich speziell an Jugendliche (ist also etwa für den Einsatz in Schulen und Jugendgruppen geeignet) und wurde von Michael Garau von der Agentur COGGY produziert (hier spricht er über seine Erfahrungen beim Dreh). Die einzelnen Folgen dieses Projekts finden Sie im Youtube-Kanal des Landtags, und zwar hier.
